Wahlen · Brasília und São Paulo
Lula gewinnt Brasiliens Stichwahl mit rund 51,8 Prozent, die Märkte brechen ein und Flávio Bolsonaro reist in die USA
Am Montag, 26. Oktober, stieg der Dollar nach Lulas Sieg in der Stichwahl innerhalb einer Sitzung um mehr als 12 Prozent, und die Börse von São Paulo fiel um rund 16 Prozent, was einen Circuit Breaker auslöste.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Observador, LaVanguardia, BBC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
In der Stichwahl am Sonntag, 25. Oktober 2026, kam Lula auf rund 51,8 Prozent gegen 48,2 Prozent für Flávio Bolsonaro; die Auszählung war nahezu abgeschlossen.
Der Dollar stieg von 4,99 Real auf 5,60 Real, die Börse von São Paulo fiel um rund 16 Prozent, und die langfristigen Zinsen stiegen von etwa 12,6 Prozent auf nahezu 14,5 Prozent.
Nachdem ein Gericht ihn zur Abgabe seiner Pässe verpflichtet hatte, entging er Berichten zufolge der Flughafenpolizei und flog bis zum 27. Oktober in die Vereinigten Staaten.
Lula sagte Ende August in einem Fernsehinterview, die Staatsverschuldung beunruhige ihn nicht, und versprach zugleich einen Haushaltsüberschuss von 1,3 Prozent des BIP bis 2030.
- 4.10.Erste Runde, in der Flávio Bolsonaro rund 2,2 Millionen Stimmen mehr als Lula erreichte
- 25.10.Stichwahl, die Lula mit rund 51,8 Prozent der Stimmen gewann
- 26.10.Der Dollar steigt um mehr als 12 Prozent, die Börse von São Paulo fällt um rund 16 Prozent und ein Circuit Breaker wird ausgelöst
Das Ergebnis der Stichwahl
Luiz Inácio Lula da Silva gewann am Sonntag, 25. Oktober 2026, die Präsidentschaftsstichwahl in Brasilien mit rund 51,8 Prozent der Stimmen gegen 48,2 Prozent für Flávio Bolsonaro; die Auszählung war nahezu abgeschlossen, als die Zahlen veröffentlicht wurden. Die Auszählung am Obersten Wahlgericht schwankte in der Nacht hin und her: Lula lag zunächst vorn, Bolsonaro zog zeitweise vorbei, und erst etwa zur Mitte der Auszählung übernahm Lula die Führung. Umfragen und Wettmärkte hatten dieses Ergebnis nicht vorhergesagt. In der ersten Runde am 4. Oktober hatte Flávio Bolsonaro rund 2,2 Millionen Stimmen mehr als Lula erreicht, in der Stichwahl kehrte sich diese Reihenfolge um.
In spanischsprachigen Berichten zitierte Erinnerungswahl-Umfragen zeigen, wie Lulas Stimmenzahl von 53,9 Millionen in der ersten Runde auf 64,3 Millionen in der Stichwahl stieg. Denselben Erhebungen zufolge kamen 6 Millionen der hinzugewonnenen Stimmen von Menschen, die zuvor nicht gewählt hatten, 1,3 Millionen von Wählern mit leeren oder ungültigen Stimmzetteln und 3,8 Millionen von Anhängern anderer Kandidaten, während Bolsonaro nur 3,7 Millionen hinzugewann.
- Erste Runde, 4. Oktober 2026
- 53.9 Mio. Stimmen
- Stichwahl, 25. Oktober 2026
- 64.3 Mio. Stimmen
Daten aus dem Artikeltext
Die Märkte reagieren
Am Montag, 26. Oktober, kletterte der Dollar in einer einzigen Sitzung von 4,99 Real auf 5,60 Real, ein Anstieg um mehr als 12 Prozent. Die Börse von São Paulo fiel um rund 16 Prozent und löste einen Circuit Breaker aus, also den Mechanismus, der den Handel bei einem übermäßigen Kursverfall aussetzt – ein Schritt, der seit März 2020 während der Pandemie nicht mehr nötig gewesen war. Die langfristigen Zinsen stiegen in einem Zug um fast zwei Prozentpunkte, von etwa 12,6 Prozent auf nahezu 14,5 Prozent; das bedeutet, dass Kreditgeber nun mehr verlangen, um den brasilianischen Staat zu finanzieren.
Fiskalische Zweifel und Lulas Wahlversprechen
In seiner Siegesrede sagte Lula Berichten zufolge nichts zu den öffentlichen Finanzen, nachdem er das Thema bereits im Wahlkampf angesprochen hatte. In einem Fernsehinterview Ende August sagte er:
„Die Staatsverschuldung beunruhigt mich nicht.“
Zwei Wochen später erklärte er bei einer Kundgebung in Curitiba, Brasilien müsse mit dem Unsinn aufhören, Haushaltsüberschüsse anzuhäufen. In seiner ersten Amtszeit hatte Lula mit Antonio Palocci als Finanzminister das Vertrauen der Investoren durch solide Haushaltsüberschüsse gewonnen. In diesem Wahlkampf versprach er einen Überschuss von 1,3 Prozent des BIP bis 2030. Eine Zählung der brasilianischen Presse zu den seit August aufgelegten Ausgabenmaßnahmen im Wahljahr bezifferte die Staatsausgaben auf 405 Milliarden Real, rund 67 Milliarden Euro.
Flávio Bolsonaros Abreise
Flávio Bolsonaro weigerte sich zunächst, das Ergebnis anzuerkennen, und verlangte eine Wiederholung der Wahl, bevor er seinen Kurs änderte und seine Niederlage eingestand; er wolle die Opposition organisieren, um das zu bekämpfen, was er als Chaos bezeichnete. Ein Gericht ordnete daraufhin an, dass er seinen normalen und seinen Diplomatenpass abgeben müsse. Berichten zufolge entging er der Flughafenpolizei und flog in die Vereinigten Staaten; bis zum 27. Oktober war sein Aufenthaltsort Gegenstand der Berichterstattung. Er soll wegen des Verdachts der Geldwäsche untersucht worden sein. Sein Vater, der frühere Präsident Jair Bolsonaro, steht nach einer Verurteilung durch das höchste Gericht Brasiliens wegen eines versuchten Staatsstreichs unter Hausarrest; 2022 war er nach seiner Niederlage gegen Lula noch als Präsident nach Miami gereist.
Reaktionen in der Region und in den USA
Donald Trump hat das Ergebnis nicht anerkannt und von Betrug gesprochen, während die brasilianische Opposition einem feindlichen Kongress gegenübersteht und Lulas Sieg auf Mobilisierung beruht, die er nun aufrechterhalten muss. Lula hat erklärt, Brasilien akzeptiere nicht, der Hinterhof irgendjemandes zu sein – eine Linie, die in der Berichterstattung als rote Linie in den Beziehungen zu Washington gilt. Trump steht am 3. November vor den Zwischenwahlen, und das Ergebnis in Brasilien erschwert seinen Vorstoß, den Einfluss der USA in Lateinamerika auszuweiten.
Die digitale Kampagne wurde von André Janones geführt, einem Bundesabgeordneten der Rede-Partei, der im April einen WhatsApp-Kanal namens „El Ejército de Lula“ einrichtete. Der Berichterstattung zufolge erreichte der Kanal am Vorabend der Stichwahl 10 Millionen Follower, und Janones schickte seinen Anhängern Aufgaben dazu, wie sie sich in sozialen Netzwerken verhalten sollten. Studentenproteste in Niterói am Tag nach der ersten Runde halfen, den Wahlkampf wiederzubeleben.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ObservadorDie Armen stimmten für das Versprechen, die Reichen erhalten die ZinsenO pobre votou na promessa, o rico vai receber os juros · Original auf Portugiesisch
- LaVanguardiaVom Präsidenten zum Flüchtling, von Jordi JuanDe presidente a fugado, por Jordi Juan · Original auf Spanisch
- BBCLula fordert Trumps Einfluss in Lateinamerika herausLula desafía la influencia de Trump en América Latina · Original auf Spanisch
- La RazónSpanien ist nicht BrasilienEspaña no es Brasil · Original auf Spanisch
- Luiz Inácio Lula da Silva
- Brasilianischer Präsident, der am 25. Oktober 2026 die Stichwahl und damit eine vierte Amtszeit gewann
- Flávio Bolsonaro
- Kandidat, der die Stichwahl verlor und anschließend Brasilien in Richtung Vereinigte Staaten verließ
- Jair Bolsonaro
- Früherer Präsident unter Hausarrest nach einer Verurteilung wegen eines versuchten Staatsstreichs und Vater von Flávio Bolsonaro
- Donald Trump
- US-Präsident, der das brasilianische Ergebnis nicht anerkannt hat und von Betrug sprach
- André Janones
- Bundesabgeordneter der Rede-Partei, der die digitale Strategie von Lulas Wahlkampf leitete
- Antonio Palocci
- Finanzminister während Lulas erster Amtszeit
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