Kurz gefasst
Ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) wurde am 23. Juli 2026 unter dem Dachüberstand eines Bürogebäudes in Eisenhüttenstadt entdeckt, dem ersten jemals in Brandenburg registrierten.
Imker Holger Ackermann, Sprecher des Brandenburger Imkerverbandes, wird am 24. Juli eine Entfernungsaktion leiten, bei der Plastiktüten, eine Kühltasche und ein zweitägiger Tiefkühlprozess zum Einsatz kommen, um die geschätzten 50 bis 100 Hornissen zu töten.
Die Entdeckung in Ostbrandenburg, weit entfernt von bekannten Populationen entlang der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, deutet darauf hin, dass eine Königin versehentlich durch Menschen transportiert wurde, ähnlich wie bei einem Fall in Berlin im Jahr 2023, der schnell ausgerottet wurde.
- EntdeckungNest unter Dachüberstand eines Bürogebäudes in Eisenhüttenstadt am 23. Juli 2026 gefunden
- EntfernungSpezialisten in Schutzanzügen stülpen Plastiktüten über das Nest und überführen die Hornissen am Morgen des 24. Juli in eine Kühltasche
- EinfrierenHornissen werden zwei Tage lang in einem Gefrierschrank aufbewahrt, bis sie tot sind
- Genetische AnalyseTote Hornissen werden zur Rückverfolgung ihrer Herkunft und Einschleppungsroute an ein Labor geschickt
Entdeckung in Eisenhüttenstadt
Am 23. Juli 2026 wurde ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) unter dem Dachüberstand eines Bürogebäudes in Eisenhüttenstadt, einer Stadt an der polnischen Grenze, gefunden. Es ist der erste bestätigte Nachweis der invasiven Art in Brandenburg. Das Nest wird als schnell wachsend beschrieben, und das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Potsdam bestätigte den Fund. Bisher hatte sich die Hornisse hauptsächlich in westdeutschen Bundesländern ausgebreitet, mit etablierten Populationen entlang der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.
Entfernung durch Einfrieren
Imker Holger Ackermann, Sprecher des Brandenburger Imkerverbandes, wird die Entfernung am Morgen des 24. Juli leiten. Er schätzt, dass das Nest 50 bis 100 Hornissen enthält. Das Team wird spezielle Schutzanzüge tragen und eine präzise Abfolge einhalten: Plastiktüten werden über das Nest gestülpt, die Hornissen werden in eine Kühltasche überführt, um sie träge zu machen, und dann für zwei Tage in einem Gefrierschrank aufbewahrt, bis sie tot sind.
„Man muss schnell und gut organisiert arbeiten.“
Ackermann wies Panik zurück und sagte: „Es ist keine Killerhornisse.“ Die Imker bereiten sich seit etwa zwei Jahren auf einen solchen Fund vor und konsultieren Experten aus ganz Deutschland. Dies ist der erste Einsatz dieser Art in Brandenburg.
Rückverfolgung der Herkunft
Die toten Hornissen werden in einem Labor genetisch analysiert, um herauszufinden, wie sie nach Ostbrandenburg gelangt sind. Das Ministerium merkte an, dass der Standort überraschend sei, da frühere Sichtungen im Westen des Landes erwartet wurden, näher am bekannten Elbkorridor. Die derzeitige Hypothese ist, dass eine Königin versehentlich durch Menschen transportiert wurde. Ein ähnlicher Einzelfall ereignete sich 2023 in Berlin, wo eine schnelle Nestentfernung eine weitere Ansiedlung verhinderte.
„Der aktuelle Fund an der östlichen Landesgrenze ist überraschend und geht vermutlich auf eine versehentlich durch Menschen eingeschleppte Königin zurück.“
Gefahr für Bienen und Menschen
Die Asiatische Hornisse jagt stark Honigbienen, was sie zu einer ernsten Sorge für Imker und die Biodiversität macht. Nester werden in Deutschland systematisch zerstört, um ihre Ausbreitung zu begrenzen. Für Menschen ist eine einzelne Hornisse abseits des Nestes nicht aggressiv, aber Vorsicht ist in der Nähe von Nestern geboten, die in Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen gebaut werden, da die Insekten sie bei Störung heftig verteidigen.
„Abseits des Nestes verhält sie sich gegenüber Menschen nicht aggressiv.“
Da das Nest in Eisenhüttenstadt vom Hauptverbreitungsgebiet der Art isoliert ist, sehen Experten gute Chancen, eine weitere Ausbreitung in der Region zu verhindern.