
Feuer zerstört 350 Jahre alte Holzkirche im Freilichtmuseum von Sanok in Polen
Ein nächtlicher Brand im Museum für Volksarchitektur in Sanok vernichtete eine Holzkirche des Heiligen Nikolaus aus dem Jahr 1667 und beschädigte zwei benachbarte Gebäude; 27 Feuerwehreinheiten bekämpften die Flammen.
Der Brand
In der Nacht vom 15. auf den 16. August 2026 brach auf dem Gelände des Museums für Volksarchitektur (Muzeum Budownictwa Ludowego) in Sanok, Südostpolen, ein Feuer aus. Die Feuerwehr erhielt die Meldung kurz nach 1 Uhr morgens, eine Quelle nennt 1:20 Uhr, als Museums-Sicherheitskräfte Alarm schlugen. Als die ersten Einheiten eintrafen, stand die Holzkirche des Heiligen Nikolaus aus dem Jahr 1667, die ursprünglich aus dem Dorf Bączal Dolny stammt, bereits vollständig in Flammen. Etwa zehn weitere Holzbauten im Umkreis von 50 Metern waren bedroht. Das Feuer griff von der Kirche auf zwei benachbarte Gebäude über: ein Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert aus Niebocko und eine Scheune. Die Scheune wurde vollständig zerstört, während das Bauernhaus sein Dach und eine Wand verlor. Den Feuerwehrleuten gelang es, einige Exponate aus dem Bauernhaus zu retten, aus der Kirche, die erst kürzlich restauriert worden war, konnte jedoch nichts geborgen werden.
- Brand von Museums-Sicherheitskräften gemeldet
- Löscharbeiten abgeschlossen
- Pressekonferenz von Museumsdirektor und Rettungsdiensten
- Ortsbesichtigung mit Brandexperten angesetzt
Einsatz und Schäden
Insgesamt wurden 27 Feuerwehreinheiten und fast 140 Feuerwehrleute sowohl der Staatlichen Feuerwehr (PSP) als auch der Freiwilligen Feuerwehr (OSP) zum Einsatzort entsandt. Eine Quelle berichtete von über 120 Feuerwehrleuten und etwa 20 Einheiten. Der stellvertretende Kommandeur der Woiwodschafts-PSP Podkarpackie, Grzegorz Oleniacz, war auf dem Höhepunkt des Einsatzes anwesend. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Brandverletzung an der Hand. Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, benachbarte Gebäude zu schützen, da die Kirche bereits vollständig zerstört war. Alle übrigen bedrohten Gebäude konnten erfolgreich geschützt werden. Der Museumsdirektor Marcin Krowiak bestätigte, dass weder das Kirchengebäude noch seine Innenausstattung gerettet werden konnten. Die Kirche beherbergte eine Orgel, die älter war als das Gebäude selbst, einen Hauptaltar mit einem Bild des Heiligen Nikolaus, zwei Seitenaltäre, liturgische Geräte, religiöse Gemälde und Skulpturen.
Ein irreparabler Verlust
Krowiak sagte, sein erster Gedanke beim Hören der Nachricht sei Unglaube gewesen.
Es mag grausam klingen, aber ich dachte: jede andere, nur nicht diese Kirche. Denn sie war wirklich die Perle unseres Museums.
Er beschrieb die Kirche als eine der ältesten nicht nur in der Region Podkarpackie, sondern in ganz Polen. Er bemerkte, dass ein hölzernes Kreuz, das sechs bis zehn Meter von der Kirche entfernt stand, vom Feuer praktisch unberührt blieb, während die Schindeldeckung auf einer niedrigen Mauer um die Kirche herum vollständig verbrannte. Die Hitze war an den umliegenden Bäumen sichtbar und zeigte, wie weit die Temperatur gereicht hatte. Krowiak fügte hinzu, dass es zu früh sei, um zu entscheiden, ob die Kirche wieder aufgebaut werden solle. Das 1958 gegründete Museum beherbergt über 150 historische Gebäude, die die Kultur des polnisch-ukrainischen Karpatengrenzlandes zeigen. Es ist das erste und größte ethnografische Museum in Polen, das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Filme wie „Syberiada polska“ von Janusz Zaorski und „Wołyń“ von Wojciech Smarzowski wurden auf seinem Gelände gedreht.
Ermittlungen und Schließung
Die Polizei sicherte den Ort, bis die Löscharbeiten abgeschlossen waren. Eine Ortsbesichtigung war für Sonntag um 11 Uhr mit einem Brandexperten angesetzt.
Das gesammelte Beweismaterial und die gesicherten Spuren werden dazu dienen, die Umstände und Ursachen dieses Ereignisses zu klären.
Das Museum gab bekannt, dass es bis auf Weiteres für Besucher geschlossen bleibe und der für Sonntag geplante Antikmarkt und Kunstmarkt auf dem galizischen Marktplatz abgesagt wurden. Die Brandursachen sind noch unbekannt.

