
Zwei Kilometer langer Böschungsbrand beschädigt Bahnstrecke bei Krefeld und stört mehrere Zugverbindungen
Ein etwa zwei Kilometer langer Böschungsbrand entlang der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Meerbusch am 12. August beschädigte Kabelkanäle und Signaltechnik, erzwang die Evakuierung eines Personenzuges bei Kaarst und störte mehrere Bahnlinien bis Donnerstag.
Brand entlang der Bahnstrecke
Am Mittwoch, den 12. August, brach ein etwa zwei Kilometer langer Böschungsbrand entlang der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Meerbusch in Nordrhein-Westfalen aus. Die Flammen entzündeten die Vegetation am Bahndamm an zahlreichen Stellen und breiteten sich über mehrere Kilometer Gleise aus. Feuerwehrkräfte aus Meerbusch, Krefeld, Kaarst und umliegenden Gemeinden wie Viersen und Dormagen wurden eingesetzt. Die Feuerwehr in Meerbusch beendete ihren Einsatz gegen 23:00 Uhr am Mittwoch nach etwa sechs Stunden. Trockene Bedingungen begünstigten die Ausbreitung des Feuers, und in einigen Fällen entzündeten sich bereits gelöschte Stellen erneut. Das Feuer erreichte weder angrenzende Wälder noch Wohngebiete.
In Meerbusch rückten alle acht Feuerwehreinheiten mit rund 80 Feuerwehrleuten aus. Feuerwehrsprecher Tilmann Hennig beschrieb den Einsatz als ungewöhnlich.
Dass sich der Einsatz über eine so große Fläche erstreckt, ist sehr ungewöhnlich. Die Herausforderung bestand darin, einen Überblick über die Lage zu bekommen und die Einheiten zu koordinieren.
In Kaarst waren etwa 55 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz, und eine Drohne der Feuerwehr Jüchen unterstützte die Erkundung. Flammen bedrohten einen Reitstall in Kaarst, konnten aber an der Ausbreitung gehindert werden. In Meerbusch-Osterath brannte ein an die Bahnlinie angrenzender Garten vollständig auf etwa 150 bis 200 Quadratmetern nieder. In Krefeld wurde ein in der Nähe des Bahndamms geparktes Auto zerstört.
- Böschungsbrand bricht am Mittwochnachmittag, 12. August, entlang der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Meerbusch aus
- Personenzug mit rund 120 bis 150 Fahrgästen am Mittwochnachmittag bei Kaarst evakuiert
- Feuerwehr Meerbusch beendet Einsatz nach etwa sechs Stunden
- Strecke für Linien RE 7, RE 10 und RB 37 laut Zuginfo.nrw teilweise wieder geöffnet
- Reparaturarbeiten sollen laut Zuginfo.nrw bis Samstagmorgen abgeschlossen sein
- Meerbusch
- 80 Einsatzkräfte
- Kaarst
- 55 Einsatzkräfte
- Sundern (Sauerland)
- 250 Einsatzkräfte
Zug-Evakuierung
Ein Personenzug, der auf freier Strecke bei Kaarst zum Stehen gekommen war, musste evakuiert werden. Die Angaben zur Anzahl der Personen an Bord unterscheiden sich: Einige Quellen berichten von rund 120 Fahrgästen, andere von rund 150. Der Zug war nicht klimatisiert, und die Temperaturen in den Waggons stiegen während des Stillstands an. Mehrere Fahrgäste erlitten Kreislaufbeschwerden und wurden von den Rettungskräften behandelt und mit Getränken versorgt, bevor sie evakuiert wurden. Die Fahrgäste wurden mit Fahrzeugen der Feuerwehr zu einem Sammelpunkt und dann mit von der Deutschen Bahn bereitgestellten Bussen weiterbefördert. Der Zug befand sich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
Schäden an der Bahninfrastruktur
Die Flammen beschädigten die Gleise und Kabelkanäle entlang der Strecke und beeinträchtigten das Signalsystem. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte am Donnerstag, dass die Züge aufgrund der Schäden derzeit nur mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit fahren könnten.
Derzeit können wir aufgrund der Schäden am Signalsystem nur mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit fahren. Dies reduziert auch die Kapazität der Strecke, sodass insgesamt weniger Züge verkehren können.
Die Linie RE 7 hatte Ersatzbusse zwischen Krefeld und Neuss. Die RE 10 hatte Ersatzbusse zwischen Krefeld und Düsseldorf. Die RB 37 wurde komplett eingestellt. Einige einzelne Züge fuhren, aber sehr langsam und auf Sicht. Die Beeinträchtigungen betrafen die Linien RE 7, RE 10, RE 42, RB 33, RB 35 und RB 37 bis Donnerstag. Laut dem Portal Zuginfo.nrw wurde die Strecke für die Linien RE 7, RE 10 und RB 37 am Donnerstag gegen 08:30 Uhr wieder geöffnet. Das Portal berichtete außerdem, dass die Reparaturarbeiten bis Samstagmorgen andauern würden. Ein Bahn-Sprecher sagte, die Einschränkungen würden „eher Stunden als Tage“ dauern, konnte aber einen störungsfreien Betrieb bis Freitag nicht garantieren.
Ursache und weitere Brände
Die Brandursache blieb Gegenstand der Ermittlungen, es wurden keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden. Die Feuerwehr vermutete, dass Funken eines Güterzuges das Feuer ausgelöst haben könnten. Bei heißem, trockenem Wetter brannten in ganz Deutschland weitere Brände. In Sundern im Sauerland kämpften 250 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand, der bis spät Mittwochabend noch nicht vollständig unter Kontrolle war. In Hattersheim in Hessen arbeiteten mehr als 200 Einsatzkräfte an einem etwa 15.000 Quadratmeter großen Wiesen- und Waldbrand, Nachlöscharbeiten dauerten bis Donnerstag an.


