
Ermittlungen wegen Brandstiftung nach Feuer in Spandauer Flüchtlingsunterkunft mit vier Verletzten
Ein Matratzenbrand im vierten Stock einer sechsstöckigen Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Spandau führte zu vier Rauchvergiftungen, der Evakuierung mehrerer hundert Bewohner und einem Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung.
Nächtlicher Brand in Spandauer Unterkunft
Am frühen Samstagmorgen, dem 29. August 2026, brach in einer Flüchtlingsunterkunft in der Freiheitstraße im Berliner Bezirk Spandau ein Feuer aus. Der sechsstöckige Komplex, ein ehemaliges Hotel, das für knapp 1.200 Personen ausgelegt ist, löste um 03:43 Uhr einen automatischen Brandmelder aus. Die Einsatzkräfte entdeckten, dass eine Matratze, Möbel und verschiedener Abfall in einem Flur im vierten Stock Feuer gefangen hatten. Dichter Rauch drang schnell in die Treppenhäuser ein und stieg in die Korridore und Wohnbereiche des fünften und sechsten Stocks auf. Sicherheitskräfte vor Ort versuchten, die Flammen mit Feuerlöschern zu bekämpfen, bevor die Einsatzkräfte eintrafen.
- Automatischer Brandmelder löst in der Unterkunft in der Freiheitstraße aus.
- 74 Feuerwehrleute löschen den Brand im vierten Stock und sichern das sechsstöckige Gebäude.
- Berliner Polizei leitet Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung ein, während die Spandauer Behörden rund 50 Bewohner umquartieren.
Notfallmaßnahmen und Verletzte
Die Berliner Feuerwehr entsandte 74 Feuerwehrleute und 26 Fahrzeuge, um den Brand einzudämmen und die große Bewohnerzahl zu managen. Aufgrund der Größe des Gebäudes und der hohen Belegung riefen die Einsatzleiter vorsorglich einen Massenanfall von Verletzten aus, um die Triage-Ressourcen zu koordinieren. Die Feuerwehr brachte die Flammen innerhalb von etwa zwei Stunden unter Kontrolle und verhinderte eine Ausbreitung auf andere Stockwerke. Vier Bewohner erlitten bei dem Vorfall Rauchvergiftungen. Der Rettungsdienst brachte drei Personen in örtliche Krankenhäuser, von denen zwei am Samstagnachmittag noch stationär behandelt wurden.
Der Rettungsdienst wies auf die logistische Komplexität hin, die große Menschenmenge während der Nacht vor der Einrichtung zu betreuen.
Besonders herausfordernd für uns war die hohe Anzahl betroffener Menschen und die teilweise vorhandene Sprachbarriere.
- Eingesetzte Feuerwehrleute
- 74 Personen
- Rauchvergiftungen
- 4 Personen
- Ins Krankenhaus eingeliefert
- 3 Personen
- Stationäre Behandlung
- 2 Personen
Ermittlungen wegen Brandstiftung und Sachschaden
Die Berliner Polizei teilte am Samstagmorgen mit, dass die Kriminalpolizei ein Verfahren wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung eingeleitet habe. Spezialisierte Ermittler übernahmen den Einsatzort, nachdem die Feuerwehr ihre Arbeit etwa zwei Stunden nach der Alarmierung beendet hatte. Spurensicherungsteams inspizierten den Korridor im vierten Stock, um zu ermitteln, wie die Matratze und die Möbel in Brand geraten waren. Der vierte Stock erlitt schwere Rauch- und Rußschäden, sodass er vorübergehend unbewohnbar ist. Das Bezirksamt Spandau organisierte alternative Unterkünfte für 50 bis 60 vertriebene Bewohner, von denen etwa 50 in nicht betroffenen Gebäudeteilen untergebracht wurden. Am Samstagmittag waren äußerlich keine Schäden mehr sichtbar, und Bewohner anderer Stockwerke öffneten ihre Fenster, um das Gebäude zu lüften.
Bewohnerberichte aus dem Gebäude
Mehrere hundert Bewohner evakuierten das Gebäude eigenständig, als Rauch die oberen Korridore und Treppenhäuser füllte. Zu den Bewohnern der Unterkunft gehören Juri W. (42) und Roman R. (40), zwei Männer aus der Region Charkiw in der Ukraine, die seit vier Monaten in der Einrichtung leben. Sie erklärten, dass in dem Gebäude regelmäßig Feueralarme ertönen, weshalb sie in ihrem Zimmer blieben, bis zwei Teenager mit rußverschmierten Gesichtern sie auf die Gefahr aufmerksam machten.
Roman R. reagierte amüsiert auf erste Berichte, wonach das gesamte Gebäude koordiniert evakuiert worden sei.
Wir wurden jedenfalls nicht evakuiert.
Beide Männer beobachteten eine brennende Matratze und einen Schrank im Korridor, bevor die Feuerwehr eintraf, und vermuten eine vorsätzliche Brandlegung, während die Polizei ihre technisch-forensische Auswertung fortsetzt.


