
Cyberangriff trennt zwei Berliner Senatsverwaltungen vom Landesnetz und gefährdet 50.000 Sozialleistungen
Ein Netzwerkeingriff zwang die Berliner Behörden, zwei Senatsverwaltungen vom Landesnetz zu trennen, was die lokale Verwaltungsarbeit beeinträchtigte und die Auszahlung von Sozialleistungen an 50.000 Haushalte Ende des Monats in Frage stellte.
Verwaltungsnetz gekappt
Die Berliner Landesbehörden haben am 14. August 2026 zwei Senatsverwaltungen vom zentralen Landesnetz getrennt, nachdem ein unbefugter Zugriff auf die administrative IT-Infrastruktur festgestellt wurde. Die betroffenen Stellen – die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt – wurden abgekoppelt, um weitere Netzwerkschäden zu verhindern. Die Isolation ließ beide Verwaltungen ohne Internetzugang, externe E-Mail-Systeme und Infrastruktur für mobiles Arbeiten zurück. Die Senatskanzlei bestätigte den Vorfall am 17. August 2026 und erklärte, forensische Untersuchungen hätten eine Kompromittierung des Landesnetzes ergeben. Ermittler des Landeskriminalamts, der Berliner Staatsanwaltschaft und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik nahmen gemeinsame Ermittlungen auf, während ein Krisenstab die operative Reaktion koordinierte.
Aufgrund der Abtrennung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom Berliner Landesnetz gibt es Einschränkungen bei den Bürgeramtsleistungen wie der Beantragung von Wohngeld.
Bezirksdienste und Sozialleistungen ins Stocken geraten
Die Abtrennung der zentralen Bauverwaltung wirkte sich direkt auf die Bürgerämter in den Bezirken aus, die auf einheitliche Software zur Bearbeitung von Landesleistungen angewiesen sind. Die Bezirksämter in Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg bestätigten, dass Sachbearbeiter nicht auf Datenbanken für Wohngeld, Bildungs- und Teilhabeleistungen, Wohnberechtigungsscheine, Grundbücher oder Missbrauchsregister zugreifen konnten. Der Ausfall schafft Unsicherheit für mehr als 50.000 Haushalte, die für den 31. August 2026 Wohngeldzahlungen erhalten sollten. Während der Sprecher der Bauverwaltung, Martin Pallgen, betonte, dass interne E-Mails und Telefonleitungen funktionierten, erklärten Mitarbeiter der Verkehrsverwaltung dem Tagesspiegel, dass die Beschäftigten praktisch nicht arbeiten konnten.
- Zwei Berliner Senatsverwaltungen werden nach festgestelltem Eindringen vom Landesnetz getrennt
- Senatskanzlei gibt Einbruch öffentlich bekannt, während Online-Briefwahlportal ausfällt
- Bezirksämter melden umfassende Ausfälle bei der Fallbearbeitung, die Sozial- und Wohnberechtigungsbescheinigungen betreffen
- Geplanter Zahlungstermin für monatliches Wohngeld in den Berliner Bezirken
- Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen finden statt
Wahlportal-Ausfall und Sicherheitsdebatte
Der Netzausfall fiel mit technischen Störungen des öffentlichen Portals zur Bestellung von Briefwahlunterlagen zusammen. Das Online-System, betrieben vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, war am Abend des 17. August 2026 nicht erreichbar, erholte sich kurz am 18. August 2026 und zeigte dann wiederholt Fehlermeldungen. Der Systemausfall ereignete sich vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September 2026. Der Landeswahlleiter Stephan Bröchler brach seinen Sommerurlaub ab, um die Entwicklungen zu verfolgen, obwohl sowohl Wahlbeamte als auch die Senatsverwaltung für Inneres erklärten, dass es keinen technischen Zusammenhang zwischen der Störung des Briefwahlportals und dem Eindringen in die Senatsverwaltung gebe.
- Abgeordnetenhaus
- 2.5 Millionen
- Bezirksverordnetenversammlungen (BVV)
- 2.75 Millionen
Umstrittener Datenverlust und Systemsicherheit
Es gab widersprüchliche Einschätzungen, ob Angreifer während des Eindringens Daten abgegriffen haben. Der RBB berichtete, dass die Täter sensible Verwaltungsdaten abflossen, eine Behauptung, die die Senatskanzlei im Laufe der Ermittlungen bestritt. Eine interne Quelle, die der Tagesspiegel zitierte, deutete an, dass die von den Angreifern erlangten Daten auf öffentlich zugängliche Geoinformationen beschränkt seien; Fachleute untersuchen, ob der sichtbare Vorfall dazu diente, von sekundären Eindringversuchen abzulenken. Der IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug kritisierte die Reaktion der Verwaltung und die allgemeine kommunale IT-Vorsorge und erklärte, Berlin habe schwache Sicherheitsmaßnahmen beibehalten und es fehle an speziellen öffentlichen Krisenkommunikationskanälen.
Im Moment ist es eine Priorität, die Lage ruhig zu analysieren und zu bewerten.
