
Frankreich stabilisiert Brand bei Bordeaux – Deutschland schickt Hubschrauber vor neuer Hitzewelle
Die französischen Behörden haben den Waldbrand bei Bordeaux in der Nacht zum Montag stabilisiert, nachdem er 42.000 Hektar verbrannt hatte. Deutsche Militärhubschrauber trafen ein, um vor einer für Dienstag vorhergesagten neuen Hitzewelle zu helfen.
Brandlage und Nachtverlauf
Die französischen Behörden erklärten, der im Département Gironde wütende Waldbrand sei in der Nacht zum Montag „stabilisiert“ worden. Leichter Regen, schwächere Winde und kühlere Temperaturen stoppten den Vormarsch auf die Stadt Bordeaux. Die Präfektur meldete „keine nennenswerten Entwicklungen“ während der Nacht. Der Brand hatte sich am Sonntag bis auf 15 Kilometer an das Stadtgebiet von Bordeaux angenähert. Er war am Mittwoch in Saumos ausgebrochen und breitete sich in Richtung der Halbinsel Cap-Ferret und des Arcachon-Beckens aus. Die Feuerwehr blieb mit voller Einsatzstärke in höchster Alarmbereitschaft.
Der Brand ist stabilisiert, aber noch nicht unter Kontrolle.
Evakuierungen und Auswirkungen auf den Tourismus
Über 220.000 Menschen wurden aus der Region Gironde evakuiert. Die Regionalregierung setzte Ferienlager, Pfadfinderlager und barrierefreie Aufenthalte aus und empfahl Touristen, „nicht zu kommen“ und „ein anderes Reiseziel in Betracht zu ziehen“. Der Bürgermeister von Bordeaux, Thomas Cazenave, sagte gegenüber Le Parisien, er bereite sich „auf alle Szenarien“ bis zur Wochenmitte vor. Tourismusminister Serge Papin rief die Menschen auf, das Gebiet zu meiden, und dankte Hoteliers und Airbnb für die Bereitstellung kostenloser Zimmer für Vertriebene. Die Bahnverbindungen ins Baskenland sind unterbrochen, Bordeaux ist der Endbahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge.
Selbstverständlich werden alle Touristen aufgefordert, die betroffenen Gebiete derzeit nicht zu besuchen.
Internationale Hilfe trifft ein
Die Bundeswehr entsandte am Montag zwei CH-53-Transporthubschrauber und ein A400M-Transportflugzeug mit Feuerlöschausrüstung und -vorräten zum Militärflughafen Cazaux, nachdem die französischen Behörden einen formellen Antrag gestellt hatten. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, die Regierung sei „tief betroffen“ von den Bränden in Frankreich und Spanien. Bundeskanzler Friedrich Merz stehe im Austausch mit Präsident Emmanuel Macron und dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Der deutsche Einsatz ist zunächst auf fünf Tage begrenzt.
Die verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien erfüllen die deutsche Regierung mit großer Bestürzung.
Bevorstehende Hitzewelle und langer Kampf
Die Feuerwehr stellt sich auf einen langwierigen Einsatz ein, der Wochen dauern könnte. Sprecher David Annotel sagte gegenüber France-Info, die Brände „werden uns mehrere Wochen beschäftigen“ und verglich die Situation mit einem großen Kiefernwaldbrand im Arcachon-Becken im Sommer 2022, der erst Ende September vollständig gelöscht werden konnte. Météo-France sagt für Dienstag eine neue Hitzewelle voraus, mit lokalen Temperaturen über 35 Grad Celsius und einem Höchstwert von 40 Grad im Südwesten am Mittwoch. Nach Angaben der Präfektur sind mittlerweile mehr als 250.000 Menschen von Evakuierungsanordnungen betroffen.
- Schätzung Sonntag
- 220000 Personen
- Schätzung Montag
- 250000 Personen
- Brandausbruch in Saumos, westliche Gironde
- Flammen breiten sich auf Cap-Ferret und Arcachon-Becken aus, erreichen 15 km vor Bordeaux
- Brand über Nacht stabilisiert; Deutschland entsendet Hubschrauber und A400M
- Hitzewelle beginnt, Temperaturen erreichen 40 °C im Südwesten
- Deutscher Militärhilfeeinsatz soll planmäßig enden, sofern nicht verlängert

