Waldbrände erfassen Südeuropa: Zwei Feuerwehrleute in Griechenland tot, Tausende in Frankreich, Spanien und der Türkei evakuiert
Hitzewelle und starke Winde entfachen neue Brände in Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei. Zwei Feuerwehrleute sterben auf Kreta, Tausende Touristen und Anwohner müssen fliehen.
Überblick
Eine schwere Hitzewelle und starke Winde haben in Südeuropa neue Waldbrände angefacht und die Einsatzkräfte in Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei an ihre Grenzen gebracht. Die Brände forderten zwei Todesopfer unter Feuerwehrleuten auf der griechischen Insel Kreta, zwangen Tausende von Touristen und Anwohnern zur Evakuierung und vernichteten Zehntausende Hektar Land. In Teilen Frankreichs wurden Temperaturen von 41 °C gemessen, während starker Wind in Griechenland Löschflugzeuge am Boden hielt. Die Behörden mehrerer Länder warnten, dass die gefährlichen Bedingungen bis zum Wochenende anhalten würden.
- Großflächige Waldbrände beginnen in der Region Bordeaux, Frankreich, und verbrennen schließlich 42.000 Hektar.
- Brände brechen in Antalya, Türkei, aus; die meisten der 90 Feuer werden später unter Kontrolle gebracht.
- Zwei Feuerwehrleute sterben in dichtem Rauch auf Kreta, Griechenland.
- Feuer bricht im Nationalpark Arribes del Duero, Spanien, aus; 12 Dörfer evakuiert.
- Neue Brände im Var, in Fontainebleau und Burgund, Frankreich; 600–700 in Brignoles evakuiert.
- 6.000 Touristen aus Agia Galini, Kreta, evakuiert.
- Spaniens Ministerpräsident Sánchez trifft König Felipe VI. und beantragt EU-Feuerwehrzentrum auf Mallorca.
Frankreich: Neue Ausbrüche und vorsichtige Rückkehr in Bordeaux
In Frankreich bekämpften Feuerwehrleute am 29. Juli neue Brände in mehreren Regionen. Im südlichen Département Var bei Brignoles vernichtete ein Feuer 100 Hektar und zwang 600 bis 700 Menschen zur Evakuierung. Etwa 250 Feuerwehrleute, sieben Hubschrauber und vier Löschflugzeuge waren im Einsatz. Weiter nördlich wurde ein Brand im Wald von Fontainebleau südlich von Paris mit Hilfe von Landwirten, die Wasser an die Einsatzstelle transportierten, eingedämmt; dort waren keine Evakuierungen nötig. In Burgund brannte ein größeres Feuer bei Couchey in der Nähe von Dijon auf 125 Hektar, 150 Feuerwehrleute, 78 Fahrzeuge und zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Die Behörden warnten die Anwohner wegen gefährlichen Rauchs, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.
An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo die zerstörerischsten Brände der Saison bereits 42.000 Hektar verbrannt und 224.000 Menschen vertrieben hatten, verhinderte ein massiver Einsatz von Einsatzkräften am Mittwoch, dass ein erneuter Brandherd sich ausbreitete.
Wir können eine Rückkehr zur Normalität für die Bewohner und Unternehmen, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, in Betracht ziehen.
Spanien: Nationalpark in Flammen und Bitte um EU-Hilfe
Ein Großbrand brach im Nationalpark Arribes del Duero an der Grenze zu Portugal aus und führte zur Evakuierung von zwölf Dörfern rund um Fermoselle in der Region Kastilien und León. Rund 950 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, darunter Bewohner eines Altenheims in Muga de Sayago, wie die Guardia Civil mitteilte. Zwei weitere Dörfer wurden unter eine Ausgangssperre gestellt.
Ministerpräsident Pedro Sánchez beschrieb die Waldbrandsituation nach einem Treffen mit König Felipe VI. in Palma de Mallorca als äußerst angespannt. Er sagte, in ganz Spanien seien zehn Brände unterschiedlicher Größe aktiv, und rief die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf, da eine neue Hitzewelle bis Sonntag vorhergesagt sei.
Die Waldbrandsituation ist äußerst angespannt.
Sánchez erklärte zudem, er habe die Europäische Kommission gebeten, ein neues Feuerwehrzentrum auf Mallorca einzurichten. Während sich die Lage in einigen Gebieten entspannte, konnten etwa 9.500 Menschen in der Region Madrid noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren.
Griechenland: Zwei Tote und Evakuierung von Touristenorten
Griechenland war mit mehreren Bränden konfrontiert, der schwerste wütete im Süden Kretas. Zwei Feuerwehrleute starben, als ihr Fahrzeug in dichtem Rauch die Orientierung verlor. Der Wind war so stark, dass Löschhubschrauber und -flugzeuge umkehren mussten. Am Abend wurde der Küstenort Agia Galini evakuiert, was nach griechischen Medienberichten rund 6.000 Touristen betraf. Weiter westlich bei Agios Pavlos rettete die Küstenwache 29 Menschen auf dem Seeweg. Das Zivilschutzministerium warnte, dass in den kommenden Tagen starker Wind anhalten werde, was das Waldbrandrisiko erhöht halte.
Türkei: Brände in Antalya weitgehend unter Kontrolle
In der Südtürkei waren die am Dienstag in der Touristenregion Antalya ausgebrochenen Brände bis Donnerstag größtenteils unter Kontrolle gebracht worden.
Die meisten der 90 Brandherde sind unter Kontrolle.
Einige Anwohner wurden vorsorglich evakuiert, als sich die Flammen Wohngebieten näherten. Der Gouverneur von Antalya, Hulusi Sahin, führte die Ausbrüche auf extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft zurück.


