Girondins de Bordeaux an Sparta Capital für symbolischen Euro verkauft, James Bord ernennt Dominique Delport zum künftigen Präsidenten
Gérard Lopez verkauft den historischen französischen Klub für einen symbolischen Euro, wobei 10 Millionen Euro auf einem Treuhandkonto liegen, die einen Einspruch gegen den Ausschluss von nationalen Wettbewerben ermöglichen.
Rettung in letzter Minute
Am 31. Juli erklärte sich Gérard Lopez bereit, die Girondins de Bordeaux an den britischen Investmentfonds Sparta Capital für die symbolische Summe von einem Euro zu verkaufen. Der Deal, der nach nächtlichen Verhandlungen bis in die frühen Morgenstunden des Freitags unterzeichnet wurde, erlaubte es dem sechsmaligen französischen Meister, die unmittelbare Gefahr einer gerichtlichen Liquidation zu vermeiden. Sparta Capital hatte rund 10 Millionen Euro aufgebracht, die auf ein Treuhandkonto eingezahlt wurden, um die finanziellen Verpflichtungen des Klubs für die Spielzeiten 2025–2026 und 2026–2027 zu decken. Vizepräsident Arnaud De Carli bestätigte, dass das Terms Sheet unterzeichnet sei, auch wenn die Gelder noch nicht überwiesen wurden, und bereitete damit den Boden für den Einspruch des Klubs.
Gérard Lopez’ Abgang
Lopez, der den Klub seit 2021 besaß und seinen Abstieg von der Ligue 1 in die vierte Liga miterlebte, hatte sich geweigert, weitere Mittel zuzuschießen. Im Rahmen der Vereinbarung verzichtete er auf seine Forderungen gegen den Klub, darunter eine „Rückkehr zu besseren Zeiten“-Klausel, die ihm 12 Millionen Euro zugesichert hätte, falls der Klub erfolgreich wiederbelebt würde. Der Abgang beendet eine äußerst unpopuläre Ära, in der die Fans seit Jahren seinen Rücktritt gefordert hatten.
Die neuen Eigentümer
Die Übernahme bringt eine Gruppe von Investoren unter der Leitung von James Bord ins Spiel, einem 45-jährigen britischen Unternehmer und Gründer von Short Circuit Science, einem KI-gesteuerten Sportanalyseunternehmen. Bord, der auch ein erfahrener Pokerspieler und Gewinner eines World Series of Poker Armbands ist, soll Mehrheitsaktionär werden. Zuvor hatte er versucht, den englischen Drittligisten Sheffield Wednesday zu kaufen, und ist Minderheitsaktionär des spanischen Zweitligisten Córdoba. Zwei weitere nicht genannte Investoren sind ebenfalls beteiligt.
Bord kündigte an, dass Dominique Delport das Amt des Präsidenten übernehmen wird. Delport ist Mitglied des Aufsichtsrats von Vivendi und gehört zum engen Kreis des französischen Milliardärs Vincent Bolloré. Der ehemalige Chefredakteur von M6 zeigte sich stolz auf diese Rolle.
Ich bin unglaublich stolz darauf, das Team zu führen, das den Ehrgeiz hat, das neue Kapitel dieses Klubs als künftiger Präsident des FC Girondins de Bordeaux zu schreiben: ein Klub, mit dem ich aufgewachsen bin und der Teil der Geschichte des französischen Fußballs ist.
Bord betonte den Status des Klubs und Delports Verbindungen zur Region.
Bordeaux hat eine ikonische Rolle im französischen Fußball gespielt, und die Menschen in Bordeaux verdienen einen Verein an der Spitze der Ligue 1.
Dominique Delport, ein führender französischer Geschäftsmann mit tiefen persönlichen Bindungen zur Region, wird das Amt des Präsidenten übernehmen.
Einspruch und der Weg zur Wiedereinsetzung
Die 10 Millionen Euro auf dem Treuhandkonto sind entscheidend für den Einspruch des Klubs vor dem Französischen Nationalen Olympischen und Sportkomitee (CNOSF). Bordeaux war von der DNCG, der französischen Finanzaufsicht des Fußballs, von allen nationalen Wettbewerben ausgeschlossen worden. Die neuen finanziellen Garantien ermöglichen es dem Klub, diesen Ausschluss anzufechten. Falls die Stellungnahme des CNOSF positiv ausfällt, kann der Französische Fußballverband den Klub wieder in die National 1, die vierte Liga, aufnehmen. Andernfalls kann der Käufer seine Gelder abziehen, und die Liquidation wäre erneut unvermeidbar. Der Klub spielte am Freitagabend unter Trainer Rio Mavuba ein Freundschaftsspiel gegen Bayonne, aber die Unsicherheit abseits des Platzes hat bereits mehrere Spieler zum Gehen veranlasst.

