Regierung · Brasília
Brasilianischer Richter ordnet an, dass Flávio Bolsonaro seine Pässe abgibt und das Land nicht verlassen darf
Die Anordnung, die Berichten zufolge am Wahltag unterzeichnet wurde, annulliert alle seine brasilianischen Pässe und gibt ihm 24 Stunden, um alle weiteren – darunter einen italienischen – auszuhändigen. Zudem wird ihm der Kontakt zu seinem Anwalt Willer Tomaz untersagt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von europa press, eldiario.es, RTVE.es und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Richter Alexandre de Moraes ordnete an, dass Flávio Bolsonaro innerhalb von 24 Stunden alle seine Pässe, darunter einen italienischen, aushändigt, und annullierte seine brasilianischen Pässe, einschließlich des Diplomatenpasses.
Laut RTVE gewann Lula da Silva mit 51,79 zu 48,21 Prozent. Bolsonaro erhob erneut Betrugsvorwürfe und beschuldigte seinen Rivalen, Stimmen gekauft zu haben.
Bolsonaro bat Daniel Vorcaro um 134 Millionen Reais (26 Millionen Dollar), und rund 12,3 Millionen Dollar wurden auf ein US-Konto überwiesen, das mit der Familie in Verbindung steht. Die Polizei ermittelt wegen Geldwäsche, Devisenvergehen und Korruption.
Rogério Correia (PT), Duda Salabert (PSOL) und Otoni de Paula (PSD) baten das Oberste Gericht und die Staatsanwaltschaft am Montag, 26. Oktober, Bolsonaro an der Ausreise zu hindern.

- 25.10.Stichwahl; die Anordnung wird Berichten zufolge am selben Tag unterzeichnet
- Montagsbesuch, 26. OktoberDie Bundespolizei fordert Bolsonaro beim Verlassen des Hauses seines Vaters auf, seine Pässe auszuhändigen
- Montagseingaben, 26. OktoberDrei Abgeordnete bitten das Oberste Gericht, seinen Pass einzubehalten
Die Passanordnung
Der Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Bundesgericht Brasiliens hat Flávio Bolsonaro, den im Präsidentschafts-Stichwahl am Sonntag, 25. Oktober, unterlegenen Kandidaten, angewiesen, seinen Pass abzugeben, was ihn an der Ausreise hindert. Bolsonaro erklärte in einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video, die Bundespolizei habe ihn am Montag, 26. Oktober, beim Verlassen eines Besuchs bei seinem Vater Jair Bolsonaro, der wegen eines versuchten Staatsstreichs unter Hausarrest steht, um die Dokumente gebeten. Die Anordnung, die Bolsonaro zufolge am Sonntag unterzeichnet wurde, annulliert zudem alle seine brasilianischen Pässe, einschließlich des Diplomatenpasses. Er hat 24 Stunden Zeit, um jeden Pass auszuhändigen, den er besitzt, auch den italienischen.
Grundlage der Anordnung
Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Geldwäsche zu Bolsonaros Beziehungen zu Tomaz sowie zu Kapitalbewegungen im Wettsektor. Das Verfahren begann in Rio Grande do Sul und wurde an das Oberste Gericht verlagert, nachdem Bolsonaros Name aufgetaucht war, da er Senator ist und damit der Gerichtsbarkeit des Gerichts unterliegt. Bolsonaro erklärte, die Entscheidung stütze sich auf die Behauptung, er habe geplant, das Land zu verlassen, falls er die Wahl verliere. Er bestritt, dies jemals gesagt zu haben.
Wahlergebnis und Betrugsvorwürfe
Laut RTVE gewann Lula da Silva die Stichwahl mit 51,79 Prozent der Stimmen gegen 48,21 Prozent für Bolsonaro, was ihm eine vierte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit verschafft. Bolsonaro erkannte das Ergebnis nicht an. Im selben Video erhob er erneut Betrugsvorwürfe und beschuldigte seinen Rivalen, Stimmen gekauft zu haben. La Razón nannte ein Verhältnis von 52 zu 48 Prozent.
- Lula da Silva
- 51.79 %
- Flávio Bolsonaro
- 48.21 %
Daten aus dem Artikeltext
Anträge der Abgeordneten und die Ermittlungen
Am Montag, 26. Oktober, beantragten drei brasilianische Abgeordnete – Rogério Correia (PT), Duda Salabert (PSOL) und Otoni de Paula (PSD) – beim Obersten Gericht und bei der Staatsanwaltschaft vorbeugende Maßnahmen gegen Bolsonaro. Salabert schrieb in sozialen Netzwerken:
„Der nächste Schritt dieses Kriminellen wird sein, zu versuchen, aus Brasilien zu fliehen, um den zahlreichen Ermittlungen gegen ihn zu entgehen.“
Bolsonaro ist in zwei Verfahren am Obersten Gericht förmlich Gegenstand von Ermittlungen. Eines betrifft die Finanzierung von „Dark Horse“, einem Film über die politische Karriere Jair Bolsonaros, und mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Sponsoringvereinbarung, die er bei Daniel Vorcaro suchte, dem früheren Eigentümer der Banco Master, der wegen dessen, was als größter Finanzbetrug des Landes beschrieben wird, inhaftiert ist. Von den Behörden angeführte Audioaufnahmen zeigen, dass er Vorcaro um 134 Millionen Reais (26 Millionen Dollar) bat, und die Behörden erklären, Vorcaro habe fast die Hälfte gezahlt. Unabhängig davon wurden rund 12,3 Millionen Dollar auf ein Konto in den Vereinigten Staaten überwiesen, das mit der Familie Bolsonaro in Verbindung steht, wobei unklar ist, ob dieses Geld in den Film floss. Bolsonaro bezeichnet die Gespräche als privates Sponsoring und bestreitet, im Gegenzug Gefälligkeiten angeboten zu haben. Die Bundespolizei ermittelt wegen möglicher Geldwäsche, Devisenvergehen und Korruption. Das zweite Verfahren betrifft den Verdacht der Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Anwalt Willer Tomaz, mit dem Bolsonaro persönliche und finanzielle Verbindungen unterhält. Die Ermittler prüfen Reiseaufzeichnungen, Treffen und Finanzbewegungen; beide Männer bestreiten ein Fehlverhalten. Zudem ist ein Verleumdungsverfahren gegen Lula da Silva anhängig, dessen Polizeibericht bereits an das Oberste Gericht übermittelt wurde. Keines dieser Verfahren hat bislang zu einer Verurteilung geführt.
Wie es weitergeht
Bolsonaro verliert seinen Senatssitz im Februar 2027, wenn die neue Legislaturperiode beginnt. Damit wird er erstmals seit 2003 kein öffentliches Amt mehr innehaben, nachdem er in dieser Zeit zunächst als Abgeordneter im Bundesstaat Rio de Janeiro und anschließend als Senator tätig war.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- europa pressDer brasilianische Oberste Gerichtshof verbietet Flávio Bolsonaro die Ausreise wegen...El Supremo brasileño prohíbe a Flávio Bolsonaro salir del país por... · Original auf Spanisch
- eldiario.esFlávio Bolsonaro behauptet, ein Richter am Obersten Gerichtshof Brasiliens habe ihn zur Abgabe seines Passes aufgefordertFlávio Bolsonaro asegura que un juez del Supremo de Brasil le ha pedido entregar su pasaporte · Original auf Spanisch
- RTVE.esBolsonaro behauptet, ein Richter habe seinen Pass verlangt, damit er nach der Niederlage bei den brasilianischen Wahlen nicht fliehtBolsonaro asegura que un juez le ha pedido el pasaporte para que no se fugue tras perder las elecciones de Brasil · Original auf Spanisch
- ABC TU DIARIO EN ESPAÑOLFlávio Bolsonaro behauptet, der Oberste Gerichtshof habe seinen Pass eingezogenFlávio Bolsonaro asegura que el Supremo le ha retirado el pasaporte · Original auf Spanisch
- Flávio Bolsonaro
- Unterlegener Präsidentschaftskandidat und Senator, dem die Abgabe seiner Pässe angeordnet wurde
- Alexandre de Moraes
- Richter am Obersten Bundesgericht Brasiliens, der die Passanordnung erließ
- Luiz Inácio Lula da Silva
- Sieger der Präsidentschafts-Stichwahl gegen Bolsonaro
- Jair Bolsonaro
- Ehemaliger Präsident, der wegen eines versuchten Staatsstreichs unter Hausarrest steht, und Vater von Flávio Bolsonaro
- Duda Salabert
- Brasilianische Abgeordnete (PSOL), die das Oberste Gericht bat, Bolsonaros Pass einzubehalten
- Daniel Vorcaro
- Ehemaliger Eigentümer der Banco Master, inhaftiert wegen eines großen Finanzbetrugs, den Bolsonaro um eine Filmfinanzierung bat
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