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Wirtschaft·vor 4 Std.

BMW kappt Gewinnprognose für 2026: China-Flaute und Iran-Krieg belasten, Aktie stürzt um 11,5 % ab

Der Münchner Autobauer rechnet nun mit einer operativen Marge von nur noch einem Prozent, nach zuvor sechs Prozent Höchstwert. Grund seien die sich verschärfende Absatzkrise in China sowie die Belastungen durch den Nahostkonflikt für Energiekosten und Verbraucherstimmung.

Die Warnung

BMW senkte am späten Dienstag seinen Ausblick für 2026 und teilte den Anlegern mit, dass der Konzerngewinn vor Steuern deutlich sinken werde – das Unternehmen definiert dies als einen Rückgang von mehr als 15 % – nachdem zuvor nur ein moderater Rückgang prognostiziert worden war. Der Autobauer erwartet nun im Kernsegment Automotive eine operative Marge von einem bis drei Prozent, nach zuvor vier bis sechs Prozent. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird nun auf ein bis fünf Prozent geschätzt, verglichen mit der früheren Prognose von sechs bis zehn Prozent. Konzernchef Milan Nedeljković, der im Mai die Nachfolge von Oliver Zipse angetreten hatte, erklärte, der Konzern werde die Kostensenkungsmaßnahmen „deutlich intensivieren und beschleunigen“, machte aber keine näheren Angaben, außer dass die Schritte im zweiten Halbjahr 2026 zu einer negativen Einmalbelastung führen würden.

Wir werden die aktuellen Strukturen und Prozesse an den drastischen Abschwung der Marktbedingungen anpassen.

China: Der größte Markt bröckelt

China bleibt der größte Markt für deutsche Premiumautohersteller, und das Tempo der Verschlechterung hat BMW überrascht. Finanzvorstand Walter Mertl sagte in einer Telefonkonferenz mit Investoren, dass die März-Prognose des Unternehmens von stabilen monatlichen Verkäufen von rund 50.000 Fahrzeugen in China bis 2025 und ins Jahr 2026 hinein ausgegangen sei. Im ersten Quartal lagen die Stückzahlen bereits zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau, und der Rückgang verstärkte sich im April und Mai, sodass die Verkäufe bis Mai um 17,6 % unter dem Vorjahreswert lagen. BMW erklärte, die Marktdynamik in den USA und Europa könne den Einbruch im weltweit größten Automarkt nicht wettmachen, und man könne „sich dieser Situation nicht isoliert entziehen.“

Unsere März-Prognose basierte auf stabilen monatlichen Verkäufen von rund 50.000 Fahrzeugen in China bis 2025 und ins Jahr 2026 hinein.

Iran-Krieg und Energiekosten

Das Unternehmen erklärte, die Auswirkungen des Nahostkonflikts hätten sich als schlimmer erwiesen als zunächst erwartet, und verwies auf gestiegene Energiepreise und eine sich weltweit verschlechternde Verbraucherstimmung aufgrund eines von BMW so bezeichneten „Mangels an Stabilität“. Der Krieg, der in mehreren Berichten als US-amerikanisch-israelischer Krieg gegen den Iran beschrieben wird, hat auch die Preissetzungsmacht und das Kundenvertrauen in wichtigen Exportmärkten beeinträchtigt.

BMW China-Verkäufe bis Mai 2026 im Rückgang · % ggü. Vj.
Q1 2026
-10 % ggü. Vj.
April 2026
-15 % ggü. Vj.
Mai 2026
-17.6 % ggü. Vj.

Kostensenkung und strategische Neuausrichtung

BMW erklärte, es werde die Kostensenkungsmaßnahmen intensivieren, ließ aber offen, ob diese auch Stellenstreichungen umfassen würden. Analysten von Jefferies sagten, die Äußerungen deuteten darauf hin, dass die Umstrukturierung „weitgehend die deutschen Standorte betreffen und ein globales Montage-Fußabdruck-Geschäftsmodell adressieren wird, das immer noch stark auf den Export von Komponenten für Verbrennungsmotoren aus Deutschland ausgerichtet ist.“ Die Warnung kommt nur einen Monat nach Nedeljkovićs Amtsantritt; der ehemalige Produktionschef ist nun mit dem Ausbau der überarbeiteten Elektroauto-Reihe von BMW betraut, die den Namen Neue Klasse trägt und deren Entwicklung Milliarden Euro gekostet hat.

Die Umstrukturierung wird weitgehend die deutschen Standorte betreffen und ein globales Montage-Fußabdruck-Geschäftsmodell adressieren, das immer noch stark auf den Export von Komponenten für Verbrennungsmotoren aus Deutschland ausgerichtet ist.

Jefferies-Analysten

Marktreaktion

Die Aktie von BMW fiel am Mittwoch im frühen Frankfurter Handel um bis zu 11,5 % – der größte Tagesrückgang seit fast zwei Jahren. Das Papier hatte bereits zum Dienstagsschluss seit Jahresbeginn rund 27 % verloren. Analysten der Deutschen Bank und von Jefferies erklärten übereinstimmend, die Prognosesenkung sei deutlich größer ausgefallen als erwartet, und einige deuteten an, dass die Warnung ein strategisches Umdenken bei dem einst widerstandsfähigsten deutschen Premiumautohersteller signalisiere.

BMW operative Marge: alte vs. neue 2026-Prognose · %
Bisheriger Tiefstwert
4 %
Bisheriger Höchstwert
6 %
Neuer Tiefstwert
1 %
Neuer Höchstwert
3 %
München · Frankfurt

6 Quellen

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