
Blitzeinschlag beim Handballfestival in Rastatt verletzt neun Personen, eine Frau schwer – Unwetter über Südwestdeutschland
Ein Blitz traf in der Nacht zum 20. Juni einen Zeltmast beim Handballfestival in Rastatt (Baden-Württemberg) und verletzte neun Menschen, eine davon schwer. Der Einschlag war Teil einer Gewitterlinie, die auch Festival-Evakuierungen, Sturzfluten und Stromausfälle in Südwestdeutschland verursachte.
Blitz im Handballcamp
In der Nacht zum 20. Juni zog eine Gewitterlinie über Baden-Württemberg, wo sich rund 120 Mannschaften zu einem Handballfestival in Rastatt versammelt hatten. Zahlreiche Teilnehmer campierten auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl. Als starke Winde die Zelte wegzuwehen drohten, versuchten mehrere Menschen, sie zu sichern. Kurz vor 23:00 Uhr schlug ein Blitz in einen Zeltmast ein.
Neun Menschen wurden verletzt: acht Erwachsene und ein 13-jähriger Junge. Eine Frau Anfang 20 erlitt schwere, aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen und blieb im Krankenhaus; ihr Zustand wurde als stabil beschrieben. Die sechs weiteren ins Krankenhaus eingelieferten Personen wurden bis Samstagnachmittag entlassen.
Niemand schwebt in Lebensgefahr.
Weitere Sturmschäden und Evakuierungen
Andernorts im Bundesland sorgte das Unwetter für Behinderungen. Das Southside Festival in Neuhausen ob Eck wurde am frühen Freitagabend für rund zwei Stunden unterbrochen, Zehntausende Besucher wurden aufgefordert, in ihren Autos Schutz zu suchen. Bei Reutlingen verletzte ein Blitzschlag eine 71-jährige Frau leicht, die in einem Partyzelt in Münsingen Essen zubereitete; sie erlitt einen Stromschlag und wurde ins Krankenhaus gebracht. Zwei Blitzeinschläge in Münsingen legten zudem für etwa 90 Minuten die Stromversorgung der gesamten Stadt lahm. In Mannheim waren in der Nacht rund 35 Feuerwehreinsätze nötig, weil umgestürzte Bäume Straßen und Bahnstrecken blockierten und Fahrzeuge beschädigten. Verletzte wurden dort nicht gemeldet.
- Wasserstand des Dörsbachs bei Kloster Arnstein gemessen bei 27 cm.
- Southside Festival unterbrochen, Besucher aufgefordert, in Autos Schutz zu suchen.
- Dörsbach erreicht Höchststand von 1,96 m; extreme Hochwasserwarnung ausgegeben, Mittelaltermarkt abgesagt.
- Blitz schlägt in Zeltmast des Handballcamps in Rastatt ein, neun Verletzte.
- Blitzeinschläge in Münsingen verursachen Stromausfall; eine Frau leicht verletzt.
- Sechs leicht verletzte Camper aus dem Krankenhaus entlassen; schwer verletzte Frau bleibt stabil.
Sturzfluten in Rheinland-Pfalz
Dasselbe Unwettersystem brachte schwere Regenfälle über Teile von Rheinland-Pfalz. Im Rhein-Lahn-Kreis stieg der Dörsbach bei Kloster Arnstein von 27 Zentimetern um 17:00 Uhr auf 1,96 Meter um 20:45 Uhr an, was eine extreme Hochwasserwarnung auslöste. Ein Kreissprecher bezeichnete das Ereignis als ein Hochwasser, wie es statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt.
Der Mittelaltermarkt in Katzenelnbogen wurde kurzfristig abgesagt, ein Zeltlager evakuiert und die Einsatzkräfte rückten zu mehr als 60 Einsätzen wegen überfluteter Straßen und umgestürzter Bäume aus. Die Wasserstände gingen in der Nacht zurück.Es ist ein Hochwasser, wie es statistisch nur einmal alle 50 Jahre vorkommt.
- 2026-06-19T17:00
- 27 cm
- 2026-06-19T20:45
- 196 cm
Vorhersage: weitere Gewitter, möglicher Hitzerekord
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet am Samstag weitere Gewitter, vor allem über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb, mit Hagel bis zu 2 cm und lokalem Starkregen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter pro Stunde.
Die Gewitter am Samstag werden voraussichtlich weniger schwer, vereinzelte Unwetter sind aber weiterhin möglich. Am Sonntag und Montag könnten die Temperaturen den Juni-Hitzerekord für Baden-Württemberg brechen.Von den Mittelgebirgen bis zu den Küsten können sie gebietsweise kräftig ausfallen.


