
Bleibelastung verlängert Renovierung des Palais Garnier von zwei auf fünf Jahre und verzögert Arbeiten an der Bastille
Das historische Palais Garnier wird nun von 2027 bis 2032 geschlossen, statt der geplanten zwei Jahre, nachdem verschärfte Sicherheitsstandards die vollständige Entfernung von Blei aus der Bühnentechnik erforderten.
Eine historische Bühne
Das 1875 eröffnete und seit 1923 als historisches Denkmal eingestufte Palais Garnier inspirierte Gaston Leroux' Roman 'Das Phantom der Oper' und ist bis heute eines der berühmtesten Theater der Welt. Seine beiden Hauptspielstätten, das Garnier aus dem 19. Jahrhundert und die moderne Opéra Bastille, bilden gemeinsam die Opéra de Paris.
Bleifund wirft Pläne über den Haufen
Am Donnerstag teilte Alexander Neef, Generaldirektor der Opéra de Paris, Mitarbeitern und der AFP mit, dass die Bühnenmodernisierung nun von 2027 bis 2032 dauern werde, statt der ursprünglich geplanten zwei Jahre. Grund ist die Notwendigkeit, Blei vollständig aus dem Bühnenturm (den Räumen über und unter der Bühne) zu entfernen.
Es ist eine Entscheidung, die wir treffen, eine verantwortungsvolle Entscheidung, um die langfristige Lebensfähigkeit unserer Einrichtungen zu gewährleisten.
Blei ist in dem historischen Gebäude seit langem bekannt und wurde überwacht, doch strengere Sicherheitsvorschriften verlangen nun eine vollständige Entfernung. In diesem Sommer werden Experten Methoden zur Beseitigung testen; die endgültige Dauer der Bühnenschließung wird im Herbst festgelegt, und die erste Phase könnte das gesamte Gebäude aufgrund von Lärm und Erschütterungen vorübergehend für zwei Jahre unzugänglich machen.
Auswirkungen auf die Bastille und darüber hinaus
Der ursprünglich gestaffelte Kalender, der am 31. Oktober 2024 bekannt gegeben wurde, sah die Schließung des Palais Garnier von Sommer 2027 bis Sommer 2029 vor, danach die Opéra Bastille von Mitte 2030 bis Mitte 2032. Der neue Plan verschiebt die Renovierung der Bastille auf die Spielzeit 2033/34. Während ein Theater geschlossen ist, bleibt das andere geöffnet und zeigt die Opern- und Ballettproduktionen des Ensembles. Die Opéra de Paris wird zudem ein externes Programm im Théâtre des Champs‑Élysées, Théâtre du Châtelet, Théâtre de Chaillot und Théâtre de la Ville präsentieren.
- Ursprünglicher gestaffelter Schließungsplan angekündigt: Garnier 2027‑2029, Bastille 2030‑2032.
- Generaldirektor Alexander Neef kündigt verlängerten Zeitplan an: Garnier-Schließung 2027‑2032 aufgrund von Bleientfernung.
- Bühne des Palais Garnier schließt für Renovierung und Bleientfernung (ursprünglich zwei Jahre, jetzt fünf).
- Voraussichtlicher Abschluss der Garnier-Bühnenarbeiten.
- Renovierungsarbeiten an der Opéra Bastille beginnen nun planmäßig (zuvor 2030).
Besucherzugang und Einnahmeauswirkungen
Touristenbesuche im Palais Garnier, die jährlich rund 13 Millionen Euro einbringen, sollten ursprünglich während der Arbeiten fortgesetzt werden. Die Direktion warnt nun, dass diese Bereiche aufgrund der mit der Bleientfernung verbundenen Belästigungen „vorübergehend für zwei Jahre nicht verfügbar“ sein könnten.
Wir ergreifen diese Maßnahme jetzt, um in einigen Jahren kein weiteres großes Renovierungsprojekt in Angriff nehmen zu müssen.
Haushaltsfragen
Die finanzielle Unsicherheit wächst. Im September 2025 schätzte das Kulturministerium die Kosten der sechsjährigen Renovierung auf 450,8 Millionen Euro, während Le Figaro zuvor eine Gesamtprojektschätzung von 670 Millionen Euro (rund 765,8 Millionen US-Dollar) gemeldet hatte. Die Mehrkosten durch die Bleientfernung sind noch nicht beziffert, sodass der endgültige Haushalt offen bleibt.


