
Südafrika liefert sechs mutmaßliche Black-Axe-Cybercrime-Mitglieder an die USA aus
Südafrikanische Behörden haben sechs nigerianische Männer am internationalen Flughafen von Kapstadt an FBI-Agenten übergeben, wo sie sich in Texas und New Jersey wegen Bundesanklagen des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche verantworten müssen.
Auslieferung ab Kapstadt
Am 11. September 2026 übergab die südafrikanische Polizei sechs nigerianische Staatsbürger am internationalen Flughafen von Kapstadt in die Gewahrsam der US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden. Die Verdächtigen, die bei einer koordinierten Razzia in Kapstadt im Jahr 2021 festgenommen worden waren, wurden aus einer örtlichen Justizvollzugsanstalt in die Obhut von Agenten des Federal Bureau of Investigation und des United States Secret Service überführt. Die südafrikanische Direktion für Schwerverbrechensermittlungen, bekannt als Hawks, organisierte die Übergabe in Zusammenarbeit mit Interpol. Den Angeklagten wird in Bundesgerichten in Texas und New Jersey der Prozess gemacht; ihnen werden unter anderem Überweisungsbetrug und Geldwäsche vorgeworfen.
Durch die Koordination von Interpol Südafrika werden die sechs heute von einer Hafteinrichtungen in Kapstadt zum internationalen Flughafen von Kapstadt gebracht, wo sie FBI- und Secret-Service-Agenten übergeben werden, die heute Morgen in Südafrika eingetroffen sind.
Romance-Betrugsmaschen und finanzielle Verluste
Das Syndikat hatte mehr als 100 in den USA lebende Frauen ins Visier genommen und über 100 Millionen Rand (etwa 6,2 Millionen US-Dollar oder 5,3 Millionen Euro) gestohlen. Die südafrikanische Polizei berichtete, dass zu den Opfern Rentnerinnen und Geschäftsinhaberinnen gehörten, die über soziale Medien und Dating-Plattformen in trügerische Beziehungen gelockt worden waren. Die Betreiber gaben sich als romantische Verehrer aus, die angeblich zu Bauprojekten nach Kapstadt reisten. Sobald Vertrauen aufgebaut war, forderten sie elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops an, mit der Behauptung, sie seien in Südafrika überfallen und beraubt worden. In anderen Fällen verlangten sie hohe Geldüberweisungen zur Reparatur defekter Kräne, zur Bezahlung von Anwaltskosten nach inszenierten Unfällen oder zur Begleichung von Kommunalsteuern. Die Gelder wurden über Netzwerke von gefälschten Bankkonten und digitalen Geldtransferdiensten gewaschen.
- Black Axe entsteht als Studentenverbindung Neo Black Movement of Africa
- FBI beginnt mit Operationen und erhebt Anklage gegen Syndikatsmitglieder wegen Online-Betrugs
- Südafrikanische Polizei verhaftet sechs nigerianische Verdächtige in Kapstadt
- FBI klagt über 35 Personen im Zusammenhang mit Black-Axe-Cyber-Machenschaften an
- Interpol schließt Operation in Südafrika ab, durchsucht sieben Standorte
- Südafrika übergibt sechs Verdächtige in FBI-Gewahrsam am Flughafen Kapstadt
Das Black-Axe-Kriminelle Netzwerk
Ermittlungsbehörden identifizieren alle sechs Männer als Mitglieder von Black Axe, einem internationalen Kriminalitätsnetzwerk mit Ursprung in Nigeria. Die Organisation entstand in den späten 1970er Jahren als Studentenverbindung unter dem Namen Neo Black Movement of Africa, bevor sie sich auf gewalttätige Kriminalität und finanzielle Cyberkriminalität ausweitete. Interpol bezeichnet Black Axe als eines der Syndikate, die für einen erheblichen Anteil des globalen Cyber-gestützten Finanzbetrugs verantwortlich sind, darunter Liebesbetrug, gefälschte Investmentplattformen und Kryptowährungsdiebstahl. Die Gruppe nutzt nigerianische Universitäten als wichtigste Rekrutierungsbasis und bringt gebildete Studenten in strukturierte internationale Operationen in Afrika, Europa und Nordamerika ein.
Internationale Schlagabtausche mehrerer Behörden
Die Überstellung in Kapstadt ist das Ergebnis mehrjähriger grenzüberschreitender Ermittlungen. Das FBI startete im November 2019 und September 2021 gezielte Operationen gegen Black Axe und klagte mehr als 35 Personen wegen millionenschweren Betrugs an. Anfang 2026 verhafteten Polizeikräfte in der Schweiz und Spanien weitere Verdächtige, die mit der Organisation in Verbindung stehen. Eine Interpol-Operation zwischen November 2025 und Juni 2026 durchsuchte sieben Standorte des Syndikats in Südafrika, nahm 39 Personen fest, beschlagnahmte Bargeld und sperrte mehr als 250 Bankkonten. Eine separate Interpol-Aktion gegen westsaktikanische kriminelle Netzwerke, die im August 2026 angekündigt wurde, führte zu 58 Festnahmen und der Identifizierung von 263 Verdächtigen.
- Durchsuchte Standorte in Südafrika
- 7
- Festnahmen bei Operation in Südafrika
- 39
- Festnahmen bei regionaler Operation in Westafrika
- 58
- Identifizierte Verdächtige bei regionaler Operation
- 263


