Bischof auf der Jasna Góra verurteilt IVF und Abtreibung, nennt Bildungsreformen Diskriminierung von Gläubigen
Bei der 35. Familienpilgerfahrt von Radio Maryja forderte Weihbischof Wiesław Szlachetka Paare auf, „Lebensfenster“ und Naprotechnologie anstelle von IVF zu nutzen, die er als „fälschlicherweise als Unfruchtbarkeitsbehandlung bezeichnet“ bezeichnete.
Pilgerfahrt-Auftakt
Die 35. Familienpilgerfahrt von Radio Maryja begann am Samstag, dem 11. Juli 2026, auf der Jasna Góra mit einem Nachmittagskonzert der Blaskapelle Tadeusz Moryto aus Łącko. Am Abend zelebrierte Weihbischof Wiesław Szlachetka von der Erzdiözese Danzig die Eröffnungsmesse unter dem Gipfel des Heiligtums und hielt eine Predigt, die sich mit Familie, Bioethik und dem Platz der Religion in polnischen Schulen befasste.
Im Mittelpunkt seiner Botschaft stand eine scharfe Kritik an der In-vitro-Fertilisation. Der Bischof bezeichnete die IVF als „fälschlicherweise als Unfruchtbarkeitsbehandlung bezeichnet“ und verwies Paare mit Kinderwunsch auf Alternativen, die er als kirchenkonform darstellte: Naprotechnologie und das Netz von Babyklappen, bekannt als „okna życia“ (Lebensfenster), die in jeder polnischen Diözese vorhanden sind.
Eltern können eine Behandlungsmethode namens Naprotechnologie in Anspruch nehmen, die weitgehend wirksam und gleichzeitig mit der Kirchenlehre vereinbar ist.
- Pilgerfahrt beginnt mit Konzert der Blaskapelle Tadeusz Moryto aus Łącko
- Bischof Szlachetka hält Eröffnungspredigt mit Kritik an IVF, Abtreibung und Bildungspolitik
- Erzbischof Zbigniew Zieliński wird die Sonntagseucharistie leiten
IVF und „Lebensfenster“
Der Bischof stellte die Adoption über „okna życia“ nicht nur als eine wohltätige Option, sondern als den moralisch richtigen Weg für katholische Paare dar. Er sagte den versammelten Pilgern: „Um ein Kind zu bekommen, kann man einfach eines adoptieren“ und fügte hinzu, dass es nicht nötig sei, auf Verfahren zurückzugreifen, die seiner Aussage nach betrügerisch als medizinische Behandlung bezeichnet werden. Das System der „okna życia“ erlaubt es einem Elternteil, ein Neugeborenes anonym in einer sicheren, beheizten Wiege abzulegen, die in der Regel in einem Kloster oder einer kirchlichen Einrichtung installiert ist, woraufhin das Kind zur Adoption freigegeben wird.
Naprotechnologie, der alternative medizinische Ansatz, den der Bischof befürwortete, verfolgt den Zyklus einer Frau, um zugrunde liegende Fruchtbarkeitsprobleme zu identifizieren und zu behandeln, anstatt sie durch Laborbefruchtung zu umgehen. Die Kirche unterstützt sie seit langem als ethisches Modell der Fruchtbarkeitsversorgung, obwohl ihre Wirksamkeitsraten unter Medizinern weiterhin umstritten sind.
Zu Abtreibung und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften
Bischof Szlachetka weitete seine Kritik über die Reproduktionstechnologie hinaus aus und wandte sich dem zu, was er als Versäumnis des Staates gegenüber der Familie bezeichnete. Er argumentierte, dass die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen als Ehen und die Erlaubnis für solche Paare, Kinder zu adoptieren, einen „Akt der Gesetzlosigkeit gegenüber dem Kind“ darstelle.
Zum Thema Abtreibung war seine Sprache direkt.
Das Recht, ein gezeugtes Kind zu töten, als Freiheit zu bezeichnen, ist keine Freiheit, es ist Mord.
Er stellte diese Positionen als positive Pflicht des Staates dar und betonte: „Die Heimat als Staat hat die Pflicht, für die Familie zu sorgen, und zwar in höchstem Maße.“
Religionsunterricht und Bildungspolitik
Ein wesentlicher Teil der Predigt richtete sich gegen die polnischen Bildungsbehörden. Der Bischof sagte, dass der Religionsunterricht nicht mehr verpflichtend und daher „unwichtig“ gemacht worden sei, was zu einer Diskriminierung gläubiger Schüler führe. Er zählte konkrete Beschwerden auf: Religionsstunden, die außerhalb des Stundenplans liegen, sodass Schüler teilweise mehrere Stunden warten müssen, und der Ausschluss der Religionsnoten von der offiziellen Durchschnittsnote.
Religionsstunden werden außerhalb des Stundenplans angesetzt, was bedeutet, dass ein Schüler manchmal mehrere Stunden warten muss. Auch die Einbeziehung der Religionsnoten in den Notendurchschnitt ist verboten, was nicht nur unpädagogisch ist, sondern die Bemühungen der Schüler missachtet. Dies ist eine offene Manifestation der Diskriminierung und Missachtung von Menschen, die an Christus glauben.
Der Bischof kritisierte auch ein Schulfach, das er als „vergiftet mit Ideologie, betrügerisch als Gesundheitserziehung bezeichnet“ beschrieb. Er verknüpfte die Marginalisierung des Religionsunterrichts mit einer breiteren gesellschaftlichen Entwicklung und warnte, dass eine säkularisierte Schulbildung „egoistische Atheisten“ hervorbringen würde, die eines Tages die Euthanasie akzeptieren oder sogar durchführen würden, „die Alten und Kranken und auch die Kleinsten, die sich nicht wehren können, zum Tode verurteilend.“
Sonntagsmesse steht bevor
Die Pilgerfahrt wird am Sonntag, dem 12. Juli, fortgesetzt. Erzbischof Zbigniew Zieliński, Metropolit von Posen, wird die Eucharistie um 11:00 Uhr unter dem Gipfel der Jasna Góra zelebrieren. Die zweitägige Veranstaltung zieht Tausende von Zuhörern und Unterstützern von Radio Maryja an.


