
Rumänische Polizei zerschlägt internationale Bande, die nicht existierende Autos online verkaufte – Goldbarren und eine Schusswaffe sichergestellt
Rumänische und deutsche Behörden haben mit Unterstützung von Eurojust und Europol eine 20-köpfige kriminelle Gruppe zerschlagen, die mehr als 5.000 Phantom-Autoanzeigen schaltete und in sieben Monaten einen Schaden von über 1,35 Millionen Euro verursachte.
Das kriminelle Unternehmen
Die rumänische Polizei führte am 7. Juli 2026 mit Unterstützung deutscher Kollegen und der EU-Behörden Eurojust und Europol 12 Hausdurchsuchungen in Râmnicu Vâlcea durch. Die Aktion richtete sich gegen eine im Herbst 2025 gegründete organisierte kriminelle Gruppe, die ein ausgeklügeltes grenzüberschreitendes Betrugssystem mit fingierten Autoverkäufen betrieb.
So funktionierte der Betrug
Die Mitglieder verschafften sich unbefugten Zugang zu Benutzerkonten deutscher Unternehmen auf einer bekannten Online-Plattform. Von September 2025 bis April 2026 übernahmen sie mindestens 422 Händlerkonten und veröffentlichten mehr als 5.000 falsche Anzeigen, hauptsächlich für nicht existierende Autos. Opfer überwiesen Geld für die Fahrzeuge, woraufhin die Gelder über ein Netz von etwa 110 Bankkonten in Rumänien, Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich weitergeleitet wurden.
Geldfluss und Opfer
Die Gruppe kontrollierte die Finanzströme, indem Komplizen Bankkonten zur Verfügung stellten; die eingehenden Zahlungen wurden dann schnell auf andere kontrollierte Konten transferiert oder an Geldautomaten abgehoben. Bislang wurden 30 Opfer identifiziert, die über 800.000 Euro verloren. Der Gesamtschaden, der im Siebenmonatszeitraum (Oktober 2025 bis April 2026) aufgedeckt wurde, beträgt mindestens 1.351.000 Euro.
Was die Razzien zutage förderten
Bei den Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei rund 200 Datenträger, 60.000 Euro Bargeld, 38.000 Rumänische Lei, Goldbarren und Goldmünzen, ein gefälschtes Ausweisdokument, verschiedene Unterlagen sowie eine Schusswaffe. Die Verdächtigen müssen sich wegen Betrugs mit besonders schweren Folgen, Computerfälschung, unbefugtem Systemzugang, Computerbetrug und Geldwäsche verantworten.
Der zeitliche Ablauf der Ermittlungen
- Bildung der kriminellen Gruppe in Râmnicu Vâlcea mit mindestens 20 Mitgliedern
- Mindestens 422 Händlerkonten übernommen und über 5.000 gefälschte Anzeigen auf einer Online-Plattform veröffentlicht
- Gesamtschaden von mindestens 1.351.000 Euro durch fingierte Autoverkäufe und andere Betrugsmaschen
- Polizei führt 12 Durchsuchungen durch und beschlagnahmt Bargeld, Gold, Datenträger, einen gefälschten Ausweis und eine Schusswaffe


