
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner zieht sich wegen Tennisspiels während großflächigem Stromausfall aus September-Wahl zurück
Kai Wegner machte Kommunikationsfehler verantwortlich, die seine politische Arbeit überschatteten, nachdem ein Stromausfall im Januar 45.000 Haushalte ohne Strom zurückgelassen hatte.
Der Rückzug
Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, gab am Freitagnachmittag (10. Juli) bekannt, dass er bei der Stadtwahl am 20. September nicht erneut kandidieren werde. Der Christdemokrat (CDU) sagte, die Folgen seines Umgangs mit einem großen Stromausfall im Januar hätten es unmöglich gemacht, seine politische Botschaft zu vermitteln. Er sagte gegenüber Journalisten,
Obwohl er Fehler einräumte, bestand Wegner darauf, dass sein Krisenmanagement solide gewesen sei, und erklärte, er beabsichtige, bis zur Wahl im Amt zu bleiben. Seine Kandidatur war erst im Vormonat formell von der CDU bestätigt worden.Die Kommunikation war Murks … und glauben Sie mir, das ärgert mich mehr als jeden anderen.
Der Januar-Stromausfall
Am 3. Januar 2026 stürzte ein Brandanschlag auf Hochspannungskabel den Südwesten Berlins in Dunkelheit. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Unternehmen (ein spanischer Bericht nennt 22.000) verloren den Strom, was schätzungsweise 100.000 Menschen betraf. Der Ausfall dauerte fast eine Woche – der längste in der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg – wobei Minusgrade Krankenhäuser, Schulen und Pflegeheime besonders hart trafen. Ältere Bewohner mussten in beheizte Notunterkünfte evakuiert werden, und mindestens ein älterer Mensch starb laut La Razón an Kälte und fehlender Heizung. Die linksextreme „Vulkangruppe“ bekannte sich zunächst zu der Tat, zog das Bekenntnis dann aber zurück, was die Debatte über die Sicherheit kritischer städtischer Infrastruktur anheizte.
Das Tennisspiel
Am Tag des Stromausfalls spielte Wegner eine Stunde lang Tennis mit seiner Partnerin, der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. Zunächst hatte er Reportern gesagt, er habe den ganzen Tag von zu Hause aus die Notfallmaßnahmen koordiniert. Eine spätere Recherche des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders RBB deckte die Tennissession auf, und Wegner räumte später ein, dass er nicht um 8 Uhr, sondern erst um 12:30 Uhr mit Telefonaten begonnen hatte. Auf einer Pressekonferenz sagte er,
Tage später räumte er ein, dass seine Wortwahl schlecht gewesen sei:Ich habe weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern war den ganzen Tag am Telefon, um zu koordinieren und so viele Informationen wie möglich zu bekommen.
Rückblickend hätte ich am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag getan habe.
- Brandanschlag auf Hochspannungskabel verursacht Stromausfall im Südwesten Berlins.
- Regierender Bürgermeister Kai Wegner spielt Tennis mit Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch.
- Stromversorgung für alle 45.000 Haushalte vollständig wiederhergestellt.
- CDU wählt Wegner formell als ihren Kandidaten für die September-Wahl.
- Wegner gibt seinen Rückzug aus dem Wiederwahlkampf bekannt.
Parteidruck und Umfragen
Der Reputationsschaden veranlasste CDU-Mitglieder, diese Woche einen offenen Brief zu schreiben, in dem sie Wegner aufforderten, seine Kandidatur zurückzuziehen. Umfragen deuten nun darauf hin, dass die derzeitige CDU-SPD-Koalition im September wahrscheinlich keine Mehrheit mehr erringen wird. Wegner räumte ein, dass die Kontroverse das Ansehen seiner Partei geschädigt habe, und sagte, sein Rückzug solle verhindern, dass die CDU durch Debatten über Personal weiter geschwächt werde. Das Büro von Bundeskanzler Friedrich Merz schwieg monatelang zu den Widersprüchen in Wegners Darstellung, was die Kritik verschärfte.
Was als Nächstes passiert
Obwohl er seinen Wiederwahlkampf aufgegeben hat, bleibt Wegner bis zur Wahl am 20. September im Amt. Die CDU muss nun einen Kandidaten finden, der das durch den Skandal verlorene öffentliche Vertrauen wiederherstellen kann. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt.

