
Berliner Abgeordnetenhauswahl: Linke legt zu, Spitzenleute von CDU und SPD verlieren ihre Wahlkreise
Rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte gaben am 20. September 2026 in Berlin ihre Stimme ab. Die Linke legte stark zu, während mehrere prominente Politiker von CDU und SPD ihre Direktmandate verloren.
Wahltag und Bedingungen der Wahlbeteiligung
Rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte in Berlin waren am 20. September 2026 aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus zu wählen. Mehr als 2.500 Wahllokale öffneten von 08:00 bis 18:00 Uhr in der gesamten Stadt, unterstützt von bis zu 40.000 Wahlhelfern. Erstmals durften bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl auch 16- und 17-Jährige wählen. Siebzehn politische Parteien traten mit Landeslisten an – halb so viele wie bei der Wiederholungswahl 2023. Neben der Wahl zum Abgeordnetenhaus waren rund 2,7 Millionen Einwohner, darunter auch nicht-deutsche EU-Bürger, aufgerufen, die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen der Hauptstadt zu wählen.
- Ein Stromausfall im Südwesten Berlins führt zu Kritik an der Führung von Kai Wegner
- Stefan Evers übernimmt zusätzlich zum Finanzressort die Verantwortung für das Kulturressort
- Kai Wegner zieht sich als CDU-Spitzenkandidat zurück, Stefan Evers übernimmt die Wahlkampfführung
- Mehr als 2.500 Wahllokale öffnen in Berlin für 2,5 Millionen Wahlberechtigte
- Die Wahllokale schließen und die Wahlhelfer beginnen mit der Auszählung der Stimmen
Linke legt zu, grüne Hochburg kippt
Erste Auszählungen zeigten starke Gewinne für Die Linke in mehreren Stadtbezirken. In der traditionellen grünen Hochburg Friedrichshain-Kreuzberg erreichte Die Linke 44 % der Zweitstimmen, während die Grünen auf 20,8 % fielen – bei 92 % ausgezählten Wahlbezirken. 2023 hatten die Grünen den Bezirk mit 33,5 % gewonnen, die Linke lag bei 21,1 %. Die Linken-Kandidatin Elif Eralp gewann das Direktmandat in Friedrichshain-Kreuzberg 1 mit 50,4 % der Stimmen und setzte sich gegen die Grünen-Kandidatin Kübra Beydaş durch, die auf 17,2 % kam. Im zweiten Wahlkreis des Bezirks lag Linken-Kandidat Michael Efler vor dem Grünen-Kandidaten Katrin Schmidberger, während Die Linke in allen fünf Wahlkreisen des Bezirks führte. Eralps Wahlkampf fand auch in türkischen Medien Beachtung.
Historisches Ergebnis in Deutschland: In Berlin geht der Sieg an die Partei der türkischstämmigen Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp.
Geteilte Bilanz für die CDU-Spitze
Führende CDU-Politiker erzielten am Sonntagabend unterschiedliche Ergebnisse. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sicherte sich den Wahlkreis Spandau 5 mit 32,3 % der Stimmen und lag damit vor der SPD-Kandidatin Susanne Drescher mit 19,6 % – bei 47 von 50 ausgezählten Wahlbezirken. Wegner hatte sich im Juli 2026 nach Streitigkeiten um seine Krisenkommunikation während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins im Januar von seiner Spitzenkandidatur zurückgezogen. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch verteidigte den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf 5 mit 31,7 % gegen Thomas Harder von der AfD mit 24,1 %. In Charlottenburg-Wilmersdorf 7 lag Justizsenatorin Felor Badenberg mit 26,2 % bei 48 von 50 ausgezählten Wahlbezirken vorn.
Prominente Verluste und Abschiede aus dem Parlament
Der CDU-Spitzenkandidat und Finanzsenator Stefan Evers verlor sein Direktmandat im Wahlkreis Treptow-Köpenick 4 mit 24,5 % der Stimmen gegen Alexander Bertram von der AfD mit 31,5 %. Evers, der im Juli 2026 die Führung des CDU-Wahlkampfs übernommen und im April 2026 das Kulturressort übernommen hatte, zog über die Landesliste der Partei ins Parlament ein. Die frühere Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey verpasste den Einzug ins Parlament, nachdem sie im Wahlkreis Neukölln 6 mit 26,3 % gegen den CDU-Kandidaten Olaf Schenk mit 27,7 % unterlag. Da ihr Kreisverband keinen Platz auf der SPD-Landesliste zugesagt hatte, bedeutet die Niederlage im Wahlkreis das Ende von Giffeys Zeit im Abgeordnetenhaus – sie bleibt jedoch bis zur Bildung einer neuen Regierung Wirtschaftssenatorin. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach belegte im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 2 mit 19,7 % den dritten Platz, hinter dem CDU-Kandidaten Tom Cywinski mit 22,7 % und dem Grünen-Kandidaten Daniel Eliasson mit 20,6 %.
- Alexander Bertram (AfD)
- 31.5 %
- Stefan Evers (CDU)
- 24.5 %


