
Regenbogen-Gedenkbank für Opfer des Berliner CSD-Anschlags im Tiergarten zerstört
Unbekannte Täter haben im Berliner Tiergarten eine bunte Regenbogenbank zerstört, die zur Erinnerung an die Opfer des Christopher-Street-Day-Anschlags im Juli aufgestellt worden war. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf Hasskriminalität.
Entdeckung im Tiergarten
Unbekannte Täter zerstörten in der Nacht zum Dienstag, dem 1. September 2026, oder in den frühen Morgenstunden eine bunte Regenbogen-Gedenkbank im Berliner Tiergarten. Ein Mitarbeiter des zuständigen Grünflächenamts entdeckte den Schaden gegen 8:00 Uhr am Dienstagmorgen und informierte die Behörden. Die Berliner Polizei bestätigte, dass die Holzbank am Montagabend noch vollständig intakt war. Die Angreifer setzten erhebliche körperliche Gewalt ein, um die mehrfarbigen Holzlatten vollständig aus ihren Metallverankerungen zu reißen; die Latten lagen verstreut auf dem Boden. Die Berliner Polizei nahm zunächst eine Sachbeschädigung auf, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Hasskriminalität.
Reaktion der Berliner Behörden
Alfonso Pantisano, der Beauftragte des Berliner Senats für queere Belange, veröffentlichte am Dienstagmorgen ein Foto der zerstörten Installation auf Instagram. Auch umliegende Gedenkgegenstände – darunter Fotografien, Fahnen und von Trauernden abgestellte Kerzen – wurden bei dem Vorfall beschädigt. Die Behörden des Bezirks Berlin-Mitte entfernten das demolierte Bauwerk noch vor Dienstagmittag und bestätigten, dass die strukturellen Schäden eine Reparatur vor Ort nicht zuließen. Ein Sprecher des Bezirks bestätigte, dass die Gedenkbank wieder aufgebaut und am Standort neu installiert wird.
Pantisano zeigte sich fassungslos über die Zerstörung eines Ortes, der den Opfern von Gewalt gewidmet ist.
Wer einen Ort beschädigt, an dem Menschen um einen Toten trauern und an die Verletzten eines Terroranschlags erinnern, überschreitet eine Grenze, für die mir langsam die Worte fehlen.
- Abdul Ballout greift CSD-Teilnehmer im Tiergarten mit Transporter und Machete an
- Polizei erschießt Ballout bei Festnahmeversuch in Berlin-Spandau
- Bezirksamt installiert Regenbogenbank und pflanzt Ersatz-Ahorn
- Bank am Abend noch unversehrt bestätigt
- Mitarbeiter der Grünflächenverwaltung entdeckt zerstörte Gedenkbank um 8:00 Uhr
Der Anschlag vom 25. Juli
Die Bank markierte den genauen Ort eines islamistischen Terroranschlags, der am Abend des 25. Juli 2026 verübt wurde. Während der Abschlussveranstaltung der Christopher-Street-Day-Parade steuerte der 21-jährige Abdul Ballout einen Lieferwagen direkt in eine Menschenmenge im Tiergarten, bevor er gegen einen Baum prallte. Ballout stieg dann mit einer Machete bewaffnet aus dem Fahrzeug, griff Umstehende an und floh zu Fuß. Bei dem Angriff kam eine Frau aus Polen ums Leben, 31 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer.
- Tote
- 1 Personen
- Verletzte
- 31 Personen
Polizeibeamte orteten Ballout am 26. Juli 2026 in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau und erschossen ihn bei dem Versuch, ihn festzunehmen. Ermittler fanden auf seinem Mobiltelefon ein Geständnisvideo und bestätigten seine Einstufung als islamistische Gefahr. Da strafrechtliche Ermittlungen gegen Verstorbene nicht fortgeführt werden können, stellte die Bundesanwaltschaft ihr Verfahren gegen ihn anschließend ein.
Geschichte der Gedenkstätte
Das Bezirksamt Berlin-Mitte installierte die Regenbogenbank am 6. August 2026, etwa zwölf Tage nach der Gewalttat. Mitarbeiter des Grünflächenamts pflanzten neben der Bank einen neuen Ahornbaum, um einen beschädigten Baum zu ersetzen, der nach dem Fahrzeugaufprall gefällt werden musste. Der neu gepflanzte Baum wurde bei dem nächtlichen Vandalismus nicht beschädigt. Die Bezirksbehörden schufen den Ort, um einen Raum für stille Besinnung zu bieten und nach dem tödlichen Anschlag Solidarität mit der queeren Gemeinschaft zu zeigen.
Pantisano schilderte, wie sich Gemeindemitglieder in den Tagen nach dem Vorfall im Juli an diesem Ort versammelten.
An genau diesem Ort standen wir in den Tagen danach, weinten, legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und versuchten zu verstehen, was eigentlich passiert ist.


