
Polizei erschießt Angreifer der Berliner Pride-Parade in Kleingartenanlage; eine Tote, 29 Verletzte bei Fahrzeugattacke
Die deutsche Polizei erschoss am Sonntagabend den mutmaßlichen Fahrer, der einen weißen Lieferwagen in die Menschenmenge der Christopher-Street-Day-Parade in Berlin gesteuert hatte. Dabei kam eine Frau ums Leben, 29 Menschen wurden im südlichen Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz verletzt.
Ein 21-jähriger Mann, der verdächtigt wird, einen tödlichen Fahrzeugangriff auf die jährliche Pride-Parade in Berlin verübt zu haben, wurde am Sonntagabend von der Polizei erschossen. Damit endete eine Fahndung, die die deutsche Hauptstadt seit Samstagnacht in Atem gehalten hatte.
Der Angriff
Der Angreifer steuerte am Samstag gegen 22 Uhr einen weißen Lieferwagen mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge, die sich in einer Gasse im Tiergarten versammelt hatte. Der Ort liegt im Herzen Berlins, nahe dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz, wo die Christopher-Street-Day-Parade entlang der Lennéstraße zu Ende ging. Augenzeugen beschrieben das Fahrzeug als mit hohem Tempo unterwegs, und einige berichteten den Ermittlern, der Fahrer habe nach dem Verlassen des Wagens Menschen mit einem Messer angegriffen. Die Polizei prüft diese Angaben.
Eine Frau erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen, bestätigte Polizeisprecher Florian Nath am Sonntagmorgen. Von den 29 Verletzten erlitten acht schwere Verletzungen, drei schwebten in Lebensgefahr, fünf erlitten leichtere Verletzungen. Etwa 30 Teilnehmer erhielten psychologische Betreuung.
Der Verdächtige
Die Berliner Polizei identifizierte den Verdächtigen als Abdul B., einen 21-jährigen deutschen Staatsbürger libanesischer Abstammung, geboren 2005 in Deutschland. Die Behörden erklärten, er habe eine umfangreiche Vorstrafenliste und sei der Berliner Islamistenszene zugehörig. Einige Medien, darunter die Bild-Zeitung, berichteten seinen vollständigen Namen als Abdul Ballout und bezeichneten ihn als Sympathisanten des sogenannten Islamischen Staates.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte vor Ort zu Reportern: „Alles, was wir hier sehen, deutet darauf hin, dass es sich um einen islamistischen Terroranschlag handelt.“ Er fügte hinzu, der Verdächtige sei „bereits zuvor durch eine Vielzahl von Straftaten, Radikalisierung und Zugehörigkeit zum islamistischen Milieu aufgefallen“.
Die Fahndung
Nachdem der Angreifer vom Tatort geflohen war, leitete die Polizei eine intensive Fahndung mit Spezialeinheiten, Hubschraubern und zahlreichen Streifen ein. Beamte durchsuchten eine Wohnung im Bezirk Schöneberg, fanden den Verdächtigen jedoch nicht. Ein Haftbefehl wurde erlassen und sein Foto veröffentlicht.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger dankte den Sicherheitskräften und sagte der Bild: „Ich bin den Sicherheitsbehörden dankbar, dass der Täter des Anschlags so schnell gefunden wurde. Das ist eine großartige Leistung.“
Die Erschießung
Am Sonntagabend spürte die Polizei den Verdächtigen in einer Kleingartenanlage im Bezirk Spandau am westlichen Stadtrand von Berlin auf. Laut dem RBB, zitiert von Reuters, wurde ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zur Festnahme eingesetzt. Nach Polizeiangaben lief der Verdächtige mit einer Stichwaffe auf die Beamten zu, woraufhin diese das Feuer eröffneten; er starb noch am Ort trotz Reanimationsversuchen. Die Berliner Polizei bestätigte den Tod auf der Plattform X und erklärte, der Einsatz in der Kleingartenanlage sei abgeschlossen.
## Nachwirkungen
Die Parade wurde unmittelbar nach dem Angriff gestoppt. Die Organisatoren zeigten eine Evakuierungsnachricht auf Großbildschirmen und forderten die Teilnehmer auf, den Bereich ruhig zu verlassen. Der Zugang zum Potsdamer Platz wurde abgeriegelt. Bundeskanzler Friedrich Merz wurde über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Die Ermittlungen werden unter der Leitung der Bundesanwaltschaft als terroristischer Anschlag fortgesetzt.
- Weißer Lieferwagen rammt Menschenmenge nahe Tiergarten während Christopher-Street-Day-Parade; Angreifer flieht vom Tatort
- Polizei leitet Fahndung mit Spezialeinheiten und Hubschraubern ein; Parade gestoppt und Bereich evakuiert
- Haftbefehl gegen Abdul B. erlassen; Foto veröffentlicht; Wohnung in Schöneberg erfolglos durchsucht
- Verdächtiger in einer Kleingartenanlage in Spandau lokalisiert
- Verdächtiger läuft mit einer Stichwaffe auf die Beamten zu; Polizei eröffnet das Feuer, er stirbt am Ort
- Todesfälle
- 1 Personen
- Schwer verletzt
- 8 Personen
- In Lebensgefahr
- 3 Personen
- Leicht verletzt
- 5 Personen
- Psychologische Betreuung
- 30 Personen

