
Polnische Aktivisten von Berliner Polizei gewaltsam festgenommen – diplomatische Spannungen
Die Berliner Polizei verletzte mehrere Mitglieder einer polnischen Grenzschutzgruppe, die versuchten, ein Kreuz an einer Gedenkstätte für polnische Opfer des NS-Regimes aufzustellen. Der Warschauer Konsul ermittelt, während Politiker eine formelle Entschuldigung fordern.
Eine geplante Gedenkfeier wird gewaltsam
Mitglieder der Polnischen Grenzschutzbewegung (ROG) reisten am Dienstag nach Berlin, um ein Holzkreuz neben einem Gedenkstein für polnische Opfer des Zweiten Weltkriegs aufzustellen. Die deutschen Behörden hatten die Genehmigung für den Marsch bereits verweigert. Gegen 17:00 Uhr sang die Gruppe „Rota“, eine polnische Widerstandshymne, und begann auf den Stein zuzugehen, woraufhin die Beamten gewaltsam einschritten.
- Deutsche Behörden verweigern die Genehmigung für den Marsch der polnischen Gruppe zum Gedenkstein.
- Die Gruppe singt „Rota“ und beginnt mit einem Kreuz auf das Denkmal für die Kriegsopfer zuzugehen.
- Die Berliner Polizei schreitet ein, schlägt Aktivisten zu Boden und legt ihnen Handschellen an.
- Robert Bąkiewicz wird durchsucht, sein Handy wird abgenommen, und er wird in eine kleine Zelle in einem Polizeitransporter gesperrt.
- Jacek Pawłowicz wird mit einem Krankenwagen abtransportiert. Bąkiewicz berichtet über Schwindel und Rippenbrüche.
Das polizeiliche Einschreiten
Videomaterial zeigt, wie Beamte mehrere Teilnehmer zu Boden bringen, ihnen Handschellen anlegen und sie schlagen oder treten. Robert Bąkiewicz, der Anführer der Bewegung, wurde von fünf Polizisten niedergedrückt. Er wurde in einem Polizeiwagen durchsucht, sein Handy beschlagnahmt und er in eine kleine, luftlose Zelle im Fahrzeug gesteckt. Andere Mitglieder wurden ebenfalls gefesselt und zum Sitzen auf dem Gras gezwungen.
Sie drückten auf uns ein, und die Deutschen lachten einfach. Sie sperrten mich in einen Käfig ohne Luft. Ich bin immer noch übel zugerichtet.
Verletzungen und medizinische Hilfe
Sanitäter brachten Jacek Pawłowicz, ein Mitglied der Gruppe, ins Krankenhaus. Bąkiewicz berichtete, er sei mit Fäusten und Knien geschlagen, gewürgt worden und man habe ihm Finger in die Augen und die Nase gedrückt. Seine Tochter Blanka Bąkiewicz schrieb in sozialen Medien, ihr Vater habe erbrochen und habe Rippenbrüche. Später sagte Bąkiewicz, ihm sei schwindelig und er sei auf dem Weg ins Krankenhaus, und kündigte rechtliche Schritte an.
Diese Brutalität zeigt nur, was sie von Polen und den Polen halten. Was sie heute getan haben, überschreitet alle Grenzen.
Das rechtliche Risiko des „Gestapo“-Rufs
Während des Vorfalls riefen einige Teilnehmer deutschen Beamten „Gestapo“ zu. Während dieser Ausruf in polnischen Protesten historisch üblich ist, kann er nach deutschem Recht als Beleidigung (§185 StGB) behandelt werden und mit einer Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Dasselbe Gesetz gilt unabhängig davon, ob das Ziel ein Polizeibeamter oder ein Zivilist ist, und eine Verurteilung hängt davon ab, ob die Menschenwürde verletzt wurde.
Diplomatische Reaktion
Polnische Konsularbeamte trafen am Ort des Geschehens ein. Außenamtssprecher Maciej Wewiór sagte, der Konsul ermittle „die Umstände und die Gründe für die Festnahme“ und stehe in Kontakt mit den örtlichen Behörden. Dennoch forderte der prominente Oppositionspolitiker Przemysław Czarnek, ein ehemaliger Minister und PiS-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, sofortiges Handeln.
Ich erwarte eine sofortige Reaktion der polnischen Regierung. Der deutsche Botschafter sollte einbestellt werden, und Deutschland sollte sich öffentlich dafür entschuldigen, dass es die Erinnerung an die polnischen Opfer auf diese Weise behandelt.
Weder Ministerpräsident Donald Tusk noch Außenminister Radosław Sikorski hatten sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung öffentlich zu den Ereignissen geäußert. Der Gedenkstein selbst wurde vor einem Jahr als provisorische Maßnahme bis zur Errichtung eines dauerhaften Denkmals aufgestellt, das Ergebnis einer langen Kampagne polnischer und deutscher Persönlichkeiten.


