
Potsdamer Forscher starten Wahlhilfe-Tool Party-Check vor der Berliner Landtagswahl
Ein Forschungsteam der Universität Potsdam hat das Party-Check-Tool gestartet, das mithilfe von Expertenumfragen zu 18 politischen Fragen den Berliner Wählern hilft, die Übereinstimmung mit den Parteien vor der Wahl am 20. September zu bewerten.
Start der Party-Check-Anwendung
Ein Forschungsteam der Universität Potsdam unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Jan Philipp Thomeczek hat vor der Berliner Landtagswahl am 20. September 2026 ein Online-Wahlhilfe-Tool namens Party-Check veröffentlicht. Die Anwendung bietet den Wählern eine alternative Methode, um politische Parteien zu identifizieren, die mit ihren persönlichen politischen Präferenzen für das Berliner Abgeordnetenhaus übereinstimmen. Das Tool stellt 18 gezielte Fragen zu wichtigen regionalen und nationalen politischen Debatten.
Die ausgewählten Fragen umfassen zentrale Wahlkampfthemen in der Bundeshauptstadt, darunter Wohnungsenteignungen, den Ausbau von Gemeinschaftsschulen, Klimaschutzpolitik sowie die politische Zusammenarbeit oder Abgrenzung zur Alternative für Deutschland (AfD). Im Gegensatz zu traditionellen Wahlhilfen, die einfache binäre Entscheidungen verwenden, bietet Party-Check eine Antwortskala mit 20 verschiedenen Bewertungsstufen. Die Nutzer haben zudem die Möglichkeit, die persönliche Bedeutung jedes Themas zu bewerten, sodass der Algorithmus bestimmte Politikbereiche nach den Prioritäten der Wähler gewichten kann.
- Party-Check
- 18 Fragen
- Wahl-O-Mat
- 38 Fragen
Wissenschaftliche Methodik und Expertenbewertung
Am Ende der Umfrage berechnet und präsentiert Party-Check eine prozentuale Aufschlüsselung, die zeigt, wie stark der Nutzer mit den einzelnen politischen Parteien in bestimmten Politikbereichen übereinstimmt. Der zugrundeliegende Berechnungsmechanismus unterscheidet sich von konventionellen Wahlhilfen wie dem Wahl-O-Mat. Anstatt sich auf Selbsteinschätzungen zu stützen, die direkt von den Parteizentralen geliefert werden, basiert Party-Check seine Bewertungen auf dem Länder-Expertensurvey.
Der seit 2024 von Thomeczek durchgeführte Länder-Expertensurvey sammelt systematische Bewertungen von Politikwissenschaftlern, um die Positionen der Parteien zu klassifizieren. Dieser wissenschaftliche Ansatz zielt darauf ab, eine externe Bewertung der Parteipositionen zu liefern, anstatt auf ungeprüfte Parteiselbstdarstellungen zu vertrauen. Neben dem Testen ihrer Übereinstimmung können die Nutzer der Online-Plattform freiwillig ihre übermittelten Antwortdaten dem Team der Universität Potsdam zur Verfügung stellen, um die laufende akademische Forschung zum Wahlverhalten zu unterstützen.
- Thomeczek beginnt mit dem Länder-Expertensurvey
- Party-Check-Tool für die Bundestagswahl eingesetzt
- Universität Potsdam startet Party-Check zur Berliner Landtagswahl
- Berliner Wahl-O-Mat-Plattform soll online gehen
- Berliner Abgeordnetenhauswahl findet statt
Sprachoptionen und bundesweite Reichweite
Der Berliner Einsatz von Party-Check bietet erweiterte Sprachzugänglichkeit. Erstmals ist die Plattform neben Deutsch auch in einer englischen Version verfügbar. Darüber hinaus hat das Entwicklungsteam eine spezielle türkischsprachige Version speziell für die Wähler der Berliner Abgeordnetenhauswahl implementiert.
Die Berliner Veröffentlichung ist Teil einer breiteren landespolitischen Forschungsausweitung. Das Team der Universität Potsdam stellt Party-Check für alle fünf Landtagswahlen zur Verfügung, die 2026 in Deutschland stattfinden. Die Plattform wurde zuvor für die Bundestagswahl 2025 eingesetzt und erweitert damit ihren Vergleichsdatensatz über verschiedene deutsche Wählerschaften und Gesetzgebungsebenen hinweg.
Einführung des offiziellen Wahl-O-Mat-Tools
Die Premiere von Party-Check erfolgt kurz vor dem Start der offiziellen Wahl-O-Mat-Plattform für die Berliner Wahl, die für Montag, den 24. August 2026, vorgesehen ist. Der Wahl-O-Mat wird in einer gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Berlin erstellt.
Der Wahl-O-Mat umfasst 38 politische Thesen, mehr als doppelt so viele wie Party-Check. Alle 17 politischen Parteien, die mit Bezirks- oder Landeslisten bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl antreten, haben formelle Antworten eingereicht. Die Nutzer des Wahl-O-Mat bewerten jede These mit einem dreistufigen Antwortmodell bestehend aus den Optionen zustimmen, neutral und ablehnen, und bieten den Wählern damit zwei kontrastierende diagnostische Instrumente vor der Wahl am 20. September 2026.


