Berliner Pilotprojekt für autonome Busse verzögert Fahrgastbetrieb, Start nun für Herbst 2026 anvisiert
Das NoWeL-4-Projekt der BVG mit VW ID. Buzz AD Elektro-Kleinbussen hat den Fahrgastbetrieb von der ersten Jahreshälfte 2026 auf den Herbst 2026 verschoben, nach technischen Anpassungen.
Verzögerung bestätigt
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die Fahrgasttests für ihr autonomes Elektro-Kleinbusprojekt verschoben, die ursprünglich für die erste Jahreshälfte 2026 geplant waren. Der Verkehrsbetrieb gibt nun an, den Dienst „bestenfalls noch in diesem Jahr“ starten zu wollen, idealerweise im Herbst, sofern die laufenden technischen Modifikationen und betrieblichen Vorbereitungen abgeschlossen sind.
Damit es im Herbst starten kann, arbeiten alle Beteiligten derzeit an technischen Anpassungen und den notwendigen betrieblichen Vorbereitungen.
Die Verzögerung könnte weniger schwerwiegend ausfallen als befürchtet. Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde hatte dem Tagesspiegel kürzlich gesagt, dass die Versuche wahrscheinlich erst im nächsten Jahr beginnen würden. Die BVG nannte keine konkreten Gründe für die Verschiebung.
Das NoWeL-4-Projekt
Der Pilotversuch namens NoWeL 4 wurde letztes Jahr im Nordwesten Berlins in Partnerschaft mit wissenschaftlichen und kommerziellen Einrichtungen gestartet, darunter Moia, ein Ride-Pooling-Betreiber, der seit 2019 in Hamburg aktiv ist. Im Gegensatz zu früheren kleinräumigen BVG-Autonomietests aus dem Jahr 2017 ist NoWeL 4 darauf ausgelegt, den regulären öffentlichen Nahverkehr mit flexiblen autonomen Diensten zu kombinieren.
Während der Fahrgastphase werden fünf Fahrzeuge frei in einer etwa 15 Quadratkilometer großen Testzone verkehren, die Teile von Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf umfasst. Sie bedienen rund 80 physische Bushaltestellen und zusätzliche virtuelle Abholpunkte, wobei die Routenführung bedarfsgerecht und nicht nach festen Fahrplänen erfolgt.
Fahrzeugfähigkeiten und Sicherheitsmaßnahmen
Die Flotte besteht aus VW ID. Buzz AD-Fahrzeugen, die mit umfangreichen Kameras, Sensoren und Elektronik ausgestattet sind. Laut BVG sind sie für Level-4-Autonomie ausgelegt, die Schwelle für vollständig fahrerlosen Betrieb. Dennoch wird während der Testphase ein menschlicher Operator hinter dem Lenkrad bleiben, um die Vorgänge zu überwachen und im Notfall einzugreifen. Die Fahrzeuge werden außerdem aus einer Projektleitstelle fernüberwacht.
Weiter gefasster Kontext
Die BVG experimentiert seit 2017 mit autonomen Fahren, doch NoWeL 4 ist ihr bislang ambitioniertester Einsatz. Das Projekt spiegelt das wachsende Interesse deutscher Städte wider, den traditionellen Massenverkehr mit bedarfsgesteuerten autonomen Shuttles zu kombinieren, um Angebotslücken zu schließen und die Abhängigkeit vom Privatwagen zu verringern. Allerdings verdeutlichen die wiederholten Planänderungen die technische und regulatorische Komplexität, von kontrollierten Testläufen zum realen Fahrgastbetrieb in dicht besiedelten Stadtgebieten überzugehen.


