
Deutsche Bahn setzt direkten ICE Berlin-Paris wegen technischer Probleme von Alstom aus
Die Deutsche Bahn hat den direkten ICE-Service zwischen Berlin und Paris aufgrund technischer Probleme mit dem European Train Control System von Alstom ausgesetzt, wodurch Reisende in Frankfurt am Main oder Mannheim umsteigen müssen. Ein Datum für die Wiederaufnahme wurde nicht genannt.
Aussetzung öffentlich gemacht
Die Deutsche Bahn (DB) hat den direkten ICE-Hochgeschwindigkeitszug zwischen Berlin und Paris aufgrund technischer Probleme mit dem European Train Control System (ETCS) des französischen Schienenfahrzeugherstellers Alstom ausgesetzt. Ein DB-Sprecher bestätigte der AFP am Freitag, den 7. August 2026, dass die direkte ICE-Verbindung Berlin–Frankfurt–Paris derzeit „nicht vollständig verfügbar“ sei. Die Aussetzung soll Ende Juli in Kraft getreten sein, wurde aber erst am 7. August öffentlich, als die Berliner Zeitung Tagesspiegel als erste darüber berichtete. Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, N-tv und mehrere französische Medien, darunter Le Monde, Le Figaro und Ouest France, folgten im Laufe des Tages mit eigener Berichterstattung.
Das bundeseigene Unternehmen erklärte, die DB verlange von Alstom, die Fehler unverzüglich zu beheben.
Der Grund sind technische Probleme mit dem europäischen Zugsicherungssystem des Unternehmens Alstom.
Alstom erklärte, es arbeite intensiv daran, „die Verbindung so schnell wie möglich wiederherzustellen.“ Ein Datum für die Wiederaufnahme des Betriebs wurde von keinem der beiden Unternehmen genannt. Die Aussetzung betrifft nach Angaben deutscher Medien eine der beliebtesten internationalen Fernverkehrsverbindungen der DB, die über Frankfurt zwischen den beiden Hauptstädten verkehrt.
Auswirkungen auf Fahrgäste
Reisende, die die direkte Strecke gebucht haben, wurden über die DB Navigator-App und per E-Mail darüber informiert, dass sie nun in Frankfurt am Main oder Mannheim umsteigen müssen. Die direkte Fahrt dauert etwa acht Stunden. Laut Tagesspiegel ist der Unterschied in der Gesamtreisezeit bei einer Umsteigeverbindung gering, aber Reisende bevorzugen in der Regel direkte Züge, um das Risiko eines Anschlussverlusts bei Verspätungen zu vermeiden, die im deutschen Schienennetz zunehmend häufiger auftreten.
N-tv berichtete, dass die DB die Streichung des Zuges aus dem Fahrplan nicht öffentlich bekannt gegeben habe. Der Sender bezeichnete das vorläufige Ende des sogenannten „Prestige-Zuges“ als nur über die App und E-Mail-Benachrichtigungen an die betroffenen Fahrgäste kommuniziert, nicht aber durch eine öffentliche Ankündigung.
Streckengeschichte und Auslastung
Die direkte ICE-Verbindung Berlin–Paris wurde im Dezember 2024 eingeweiht, weniger als zwei Jahre vor der Aussetzung. Laut Tagesspiegel hat sich die Strecke als beliebt erwiesen, mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 80 Prozent. Die Verbindung verbindet die deutschen und französischen Hauptstädte über Frankfurt und bietet eine direkte Schienenalternative zum Flugverkehr zwischen den beiden Städten.
- Direkte ICE-Verbindung Berlin–Paris eingeweiht
- Aussetzung des direkten Betriebs tritt Berichten zufolge in Kraft
- Aussetzung durch Tagesspiegel-Bericht öffentlich bekannt
Technischer Hintergrund
Alstom rüstet die Züge der DB auf dieser Strecke mit der Technologie für das digitale ETCS-Zugsicherungssystem aus. Die technischen Probleme mit diesem System sind der Grund für die Aussetzung. Die DB hat Alstom aufgefordert, die Fehler umgehend zu beheben, aber keines der beiden Unternehmen hat einen Zeitplan für die mögliche Wiederaufnahme des direkten Betriebs genannt. Die Fahrgäste müssen vorerst auf Umsteigeverbindungen über Frankfurt oder Mannheim zurückgreifen, ohne dass absehbar ist, wann der direkte ICE zwischen den beiden Hauptstädten wieder in den Fahrplan aufgenommen wird.


