Pro League und DAZN beenden Rechtsstreit, sichern belgische Fußballübertragungen bis 2030 mit reduzierten TV-Geldern
Die belgische Pro League und der Rechteinhaber DAZN haben einen monatelangen Rechtsstreit beigelegt und vereinbart, ihre Partnerschaft bis 2030 fortzusetzen. Die Vereine akzeptierten eine Kürzung der TV-Gelder im Gegenzug für Stabilität, und die Liga wird ab Freitag, wenn die neue Saison beginnt, auf allen großen flämischen Plattformen verfügbar sein.
Ein Streit, der die Liga bedrohte
Der Konflikt begann im November 2025, als DAZN den Vertrag kündigte, den es knapp ein Jahr zuvor gewonnen hatte. Der britische Streamingdienst hatte Konkurrenten für die Rechte am belgischen Profifußball von 2025–26 bis 2029–30 überboten und sich bereit erklärt, rund 84,2 Millionen Euro pro Saison zu zahlen. DAZN argumentierte später, der Deal sei wirtschaftlich nicht tragfähig, nachdem es nicht gelungen war, Vertriebsvereinbarungen mit den belgischen Telekommunikationsanbietern Telenet und Proximus zu schließen – eine Bedingung, die im Vertrag festgelegt war. Es folgten monatelange juristische Auseinandersetzungen und öffentliche Feindseligkeiten, die laut Pro League das Image des Profifußballs bei Fans, Zuschauern und Werbekunden beschädigten.
Der Weg zu einer Einigung
Im Frühjahr und Sommer kamen die beiden Seiten einander näher. DAZN bot zunächst an, nur 60 % der vereinbarten Summe zu zahlen, also rund 50,4 Millionen Euro pro Saison. Im Juni verhängte das belgische Schiedszentrum CEPANI eine vorläufige Maßnahme, die den Streamer zur Zahlung von 85 % (etwa 71,4 Millionen Euro) verpflichtete. Diese Entscheidung, verbunden mit der Angst der Vereine, dass ein langwieriger Rechtsstreit die Liga spalten und den nächsten Rechtezyklus ab 2030 gefährden könnte, brachte beide Parteien an den Verhandlungstisch. Am 29. Juli 2026, eine Woche vor Saisonbeginn, gaben sie eine Einigung bekannt. Die genauen finanziellen Bedingungen sind vertraulich, aber die Vereine haben weniger TV-Einnahmen akzeptiert, als der ursprüngliche Vertrag versprach.
Die Fans können beruhigt sein: Eine Einigung wurde bis 2030 erzielt. Dank dieser Vereinbarung beenden die Pro League und DAZN eine Phase der Unsicherheit und können sich wieder der Zukunft zuwenden.
Was der Deal für die Fans bedeutet
Die Vereinbarung garantiert, dass belgischer Profifußball auf allen großen flämischen Plattformen verfügbar sein wird. DAZN hat bereits Vertriebsvereinbarungen mit Proximus, Telenet und Orange unterzeichnet, und die Billigmarke Mobile Vikings, eine Tochtergesellschaft von Proximus, kommt diese Woche hinzu. Das neue Branding der Liga, das am Mittwoch vorgestellt wurde, wird nun vor dem Hintergrund von Stabilität und nicht von Gerichtsdrama eingeführt. Pro League-CEO Lorin Parys sagte, die einstimmige Zustimmung der Vereine zu einer Verhandlungslösung sei ein persönlicher Sieg, und die Organisation könne nun ihre gesamte Energie auf starke Wettbewerbe und ein hochwertiges Fußballerlebnis konzentrieren.
- DAZN kündigt den Übertragungsvertrag mit Verweis auf wirtschaftliche Untragbarkeit
- Schiedszentrum CEPANI verhängt eine vorläufige Maßnahme von 85 % (71,4 Mio. €) der ursprünglichen Gebühr
- Pro League und DAZN geben Einigungsvereinbarung bekannt, beenden Rechtsstreit
- Neue Saison beginnt mit dem Supercup zwischen Club Brügge und Union
Finanzielle Zugeständnisse und Kostensenkungen
Während die genaue neue Gebühr geheim bleibt, ist die Richtung klar: Die Vereine werden weniger als die ursprünglich vorgesehenen 84,2 Millionen Euro erhalten. DAZN senkt auch seine eigenen Kosten. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Streamer die exklusiven flämischen Rechte für den belgischen Pokal an Telenets Play Sports verkauft hat, um sich die Kosten für die Produktion dieser Übertragungen zu ersparen. Weitere Unterlizenzierungsgeschäfte sind möglich. Die frühere vorläufige CEPANI-Zahl von 71,4 Millionen Euro bietet einen groben Anhaltspunkt, aber die endgültige Zahl ist mit ziemlicher Sicherheit niedriger, angesichts der Bereitschaft der Vereine, Einnahmen gegen Sicherheit einzutauschen.
- Ursprünglicher Vertrag (pro Saison)
- 84.2 Mio. €
- DAZN erstes Angebot (60 %)
- 50.4 Mio. €
- CEPANI vorläufige Maßnahme (85 %)
- 71.4 Mio. €
Frauenfußball und die kommende Saison
Eine ungelöste Frage betrifft den Frauenfußball. Quellen aus Frauenfußballvereinen haben erklärt, dass DAZNs Highlight-Programm für die Frauenliga verschwinden soll. DAZN bestätigte oder dementierte den Bericht nicht und erklärte lediglich, dass es bald Neuigkeiten zum Frauenfußball geben werde. Der Männerwettbewerb beginnt unterdessen am Freitag, den 31. Juli, mit dem Supercup zwischen Club Brügge und Union, einem Spiel, das Parys als Startschuss für eine Saison bezeichnete, die nun frei von der Unsicherheit ist, die über der letzten hing.
Wir freuen uns, die Zukunft wieder mit Zuversicht betrachten zu können, gemeinsam mit der Pro League und den Vereinen. Fußball steht im Mittelpunkt unserer Aktivitäten, und unser Ziel ist klar: den Fans das bestmögliche Seherlebnis zu bieten, wo, wann und wie sie Fußball sehen möchten.
Blick über 2030 hinaus
Die Einigung läuft bis zum Ende des ursprünglichen Vertrags im Jahr 2030. Bis dahin hofft die Liga, ihre kommerzielle Attraktivität nach einer schwierigen Phase wiederhergestellt zu haben. Parys betonte, dass die Vereinbarung beiden Parteien erlaubt, mit einer gemeinsamen Ambition nach vorne zu blicken: die Wirkung und Sichtbarkeit der belgischen Profiwettbewerbe zu erhöhen und nachhaltigen Wert für Fans, Vereine und Sponsoren im ganzen Land zu schaffen. Der nächste Rechtezyklus ab 2030 wird zeigen, ob diese Ambition verwirklicht wurde.

