
Belgien deklassiert Neuseeland 5:1 und gewinnt Gruppe G – Trossard und De Bruyne treffen
Leandro Trossard traf zweimal, Kevin De Bruyne erzielte am Vorabend seines 35. Geburtstags ein Tor – Belgien fand endlich zu seiner Form, überrannte Neuseeland und entriss Ägypten die Tabellenführung.
Belgiens Befreiungsschlag in Vancouver
Belgien lieferte seine beste Leistung der WM 2026 ab und besiegte Neuseeland am letzten Spieltag der Gruppe G im BC Place mit 5:1. Nach zwei mauen Unentschieden gegen Ägypten (1:1) und Iran (0:0), die heftige Kritik an Trainer Rudi Garcia ausgelöst hatten, legten die Roten Teufel endlich ihre Angriffslust an den Tag. Leandro Trossard brach in der 28. Minute den Bann, als er nach einer De-Bruyne-Ecke, die im Fünfmeterraum für Chaos sorgte, einen losen Ball verwertete.
Fünf Minuten nach der Pause schnappte sich Trossard seinen zweiten Treffer, indem er eine Vorlage von De Bruyne im zweiten Anlauf ins Tor beförderte. De Bruyne selbst zog in der 66. Minute aus 20 Metern flach ab – ein Schuss, der die lange vermisste Klasse Belgiens unterstrich. Die eingewechselten Romelu Lukaku und Alexis Saelemaekers erzielten späte Tore, nachdem Elijah Just kurzzeitig mit dem Anschlusstreffer zum 3:1 (84. Minute) für Spannung gesorgt hatte. Lukakus Kopfball stellte den Drei-Tore-Vorsprung innerhalb von zwei Minuten wieder her, und Saelemaekers setzte tief in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.
Überlegenheit von Beginn an
Der Klassenunterschied war bereits vor dem ersten Tor eklatant. Belgien drängte Neuseeland in die eigene Hälfte und gab allein in der ersten Halbzeit 15 Torschüsse ab – Neuseeland keinen einzigen. Trossard hatte in der 11. Minute bereits den Pfosten getroffen, Verteidiger Tyler Bindon klärte auf der Linie. Schiedsrichter Adham Makhadmeh nahm einen zunächst gegebenen Elfmeter für Belgien nach VAR-Überprüfung zurück, doch der Druck blieb unvermindert.
Neuseelands Angriffsspiel, das weitgehend von Nottingham-Forest-Stürmer Chris Wood abhing, entwickelte sich nie. Flügelspieler Jeremy Doku, der nach der Geburt seines Sohnes Praise in London das Training versäumt hatte und zurückgekehrt war, blieb blass und wurde nach 56 Minuten ausgewechselt. Die 52.497 Zuschauer erlebten Belgiens bislang überzeugendstes Zeichen in Richtung K.o.-Runde.
- Trossard staubt nach De-Bruyne-Ecke aus kurzer Distanz ab
- Trossard erzielt seinen zweiten Treffer, vollendet eine De-Bruyne-Vorlage
- De Bruyne zieht aus 20 Metern flach ab
- Elijah Just erzielt den Anschlusstreffer für Neuseeland
- Lukaku stellt per Kopf den Drei-Tore-Vorsprung wieder her
- Saelemaekers besiegelt den 5:1-Kantersieg
Gruppe G durch späte Dramatik in Seattle entschieden
Der Sieg Belgiens allein hätte nicht für den Gruppensieg gereicht. In der Parallelpartie in Seattle kam Ägypten nicht über ein 1:1 gegen Iran hinaus, sodass Belgien dank der besseren Tordifferenz an die Spitze sprang. Der Iran mit drei Punkten hatte in der Nachspielzeit einen Treffer wegen Abseits nach VAR-Überprüfung aberkannt bekommen, belegt nun Platz drei, hat aber weiterhin Chancen auf einen Platz im Achtelfinale als einer der besten Gruppendritten.
Ägypten wird als Gruppenzweiter am 3. Juli in Dallas auf Australien treffen. Neuseeland, ohne Sieg bei drei WM-Teilnahmen, verlässt das Turnier – das 2:2 gegen Iran war das beste Ergebnis.
Wie geht es weiter für Belgien?
Garcias Team kehrt für das Achtelfinale am 1. Juli nach Seattle zurück, wo es auf einen noch unbekannten Gruppendritten trifft. Nach dem schleppenden Turnierstart dürfte der Fünftore-Erfolg den Druck auf den 62-jährigen Franzosen, dessen Amtszeit in der Heimat infrage gestellt worden war, etwas mildern.
Die Partie bot auch einen Vorgeschmack auf die alte Magie von De Bruyne, dessen Vereinszukunft weiter ungewiss ist. Seine Ballbehandlung und Übersicht orchestrierten den Sieg, und sein wohlplatziertes Tor zeigte, dass er auch im Herbst seiner Karriere ein Spiel entscheiden kann.


