
Ägypten erstmals in der K.o.-Phase – Iran wartet nach dramatischem 1:1 auf sein Schicksal
Ägypten erreichte am Freitag mit einem 1:1-Unentschieden gegen Iran erstmals die K.o.-Runde der Weltmeisterschaft, während ein iranischer Treffer in der Nachspielzeit vom VAR aberkannt wurde und Irans Schicksal nun von den verbleibenden Gruppenspielen am Samstag abhängt.
Die frühen Tore
Ägypten ging in der fünften Minute in Führung, als Mahmoud Saber einen abgewehrten Ball durch die Beine des iranischen Torwarts Alireza Beiranvand schoss, nach einer glänzenden Kombination mit dem ehemaligen Liverpool-Star Mohamed Salah. Iran antwortete schnell: In der 11. Minute gab es einen Elfmeter, doch Kapitän Mehdi Taremi scheiterte an Ägyptens Torwart Mostafa Shoubir. Drei Minuten später staubte Ramin Rezaeian nach einer Parade von Shoubir ab und glich zum 1:1 aus.
Irans Elfmeter- und Latten-Pech
Die Partie blieb nach dem furiosen Beginn ausgeglichen, doch in der Schlussphase gab es große Dramatik. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit kam Taremi erneut gefährlich zum Kopfball – er traf die Latte. Auch Saeid Ezatolahi köpfte in der Nachspielzeit an das Aluminium. Die iranische Bank stürmte bereits jubelnd auf den Platz, als Shoja Khalilzadeh in der 93. Minute traf, doch der VAR erkannte das Tor wegen einer knappen Abseitsstellung nach Überprüfung durch den polnischen Schiedsrichter Szymon Marciniak ab.
VAR verweigert Khalilzadeh den Siegtreffer
Das aberkannte Tor verhinderte, was Irans Siegmoment gewesen wäre. Die Entscheidung ließ das 1:1 bestehen und bedeutete, dass Ägypten das Unentschieden verteidigte. Die Szenen, in denen sich iranische Freude in Verzweiflung verwandelte, waren die dramatischsten des Turniers bisher. Der Guardian beschrieb einen „Achterbahn-Abend“, während The Independent von „den atemberaubendsten – und quälendsten – sieben Minuten Nachspielzeit, die man je sehen wird“ sprach.
Die K.o.-Runde unter diesen Umständen zu erreichen, wäre nicht nur eine sportliche Leistung; es wäre auch ein Symbol für Widerstandsfähigkeit, Hoffnung und nationale Einheit.
Tabellenstand der Gruppe G und der weitere Weg
Belgien wurde mit einem 5:1-Sieg gegen Neuseeland Gruppensieger der Gruppe G, sodass Belgien und Ägypten fünf Punkte und Iran drei Punkte haben. Ägypten belegte aufgrund der Tordifferenz (plus 2 gegenüber Belgiens plus 4) den zweiten Platz. Iran, ungeschlagen mit drei Unentschieden, wurde Dritter und liegt nun auf Platz sechs der Tabelle der besten Gruppendritten, von denen acht weiterkommen. Ihr Schicksal wird sich am Samstagabend entscheiden.
- Belgien
- 5
- Ägypten
- 5
- Iran
- 3
- Neuseeland
- 0
Ägyptens erster Einzug in die K.o.-Runde
Die Pharaonen waren zuvor nie über die Gruppenphase hinausgekommen und treffen nun am 3. Juli in Arlington, Texas, auf Australien. Trainer Hossam Hassan, der Salah in der 57. Minute auswechselte, wird seine Mannschaft auf ein Spiel der letzten 32 vorbereiten, das die Reiseroute des Teams von Seattle nach Dallas verlegt. Für Iran hängt das Überleben von den Ergebnissen der letzten Gruppen ab, bei einer möglichen Qualifikation ist ein Achtelfinal-Duell gegen die Schweiz vorgemerkt.


