
Belgien besiegt Senegal 3:2 nach Verlängerung durch Tielemans-Elfmeter in der 125. Minute
Belgien lag gegen Senegal mit zwei Toren zurück, glich in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit aus und gewann mit einem umstrittenen Elfmeter tief in der Verlängerung, um ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft einzuziehen.
Senegals starker Start
Senegal dominierte die erste Halbzeit in Seattle und drängte Belgien von Beginn an in die Defensive. Ismaïla Sarr traf in der 24. Minute mit einem Kopfball den Pfosten, der Abpraller landete bei Habib Diarra, der zum 1:0 einschob. Sadio Mané hatte für diese Chance eine maßvolle Flanke geschlagen, und Senegal erspielte sich weitere Gelegenheiten. Eine kurze Unterbrechung gab es nach einer halben Stunde, als mehrere Fans auf den Platz rannten, aber der Schwung des afrikanischen Meisters blieb unbeeinträchtigt.
Senegal baut Führung aus
Sechs Minuten nach Wiederanpfiff baute Senegal seine Führung aus. Moussa Niakhaté bediente Sarr mit einem tiefen Pass aus dem Mittelfeld, und der Stürmer von Crystal Palace schoss hart an Thibaut Courtois vorbei. Die belgische Abwehr war völlig überrumpelt, und der 2:0-Zwischenstand schien Senegals Überlegenheit zu bestätigen. Belgiens Trainer Rudi Garcia reagierte, indem er Kevin De Bruyne und Jeremy Doku auswechselte und auf eine direktere Spielweise setzte.
Belgiens unwahrscheinliche Aufholjagd
Als Senegal nachließ, gab der eingewechselte Romelu Lukaku Belgien Hoffnung, indem er in der 86. Minute eine Flanke von Thomas Meunier verwertete. Drei Minuten später köpfte Youri Tielemans eine Hereingabe von Leandro Trossard zum Ausgleich. Die Wende weckte Erinnerungen an Belgiens Aufholjagd von 2018 gegen Japan, als das Team nach einem 0:2-Rückstand gewann – das letzte Mal, dass eine Mannschaft ein WM-K.o.-Spiel nach einem solchen Rückstand für sich entschied.
Verlängerung und der entscheidende Elfmeter
Beide Seiten hatten in der Verlängerung Chancen, doch die Partie schien auf ein Elfmeterschießen zuzusteuern, bis tief in der Nachspielzeit. Nach einer VAR-Überprüfung entschied der honduranische Schiedsrichter Saíd Martínez, dass Lamine Camara Tielemans im Strafraum getroffen hatte, und zeigte auf den Punkt. Bei 124 Minuten und 44 Sekunden verwandelte Tielemans hoch ins rechte Eck. Senegals Spieler protestierten heftig, während Belgien das Comeback vollendete.
Ein wahnsinniges WM-Comeback in einem Achterbahn-Match.
Bitte, lasst uns nicht gegen Senegal spielen.
Ein historisches Comeback
Der 3:2-Sieg bringt Belgien ins Viertelfinale, wo sie erneut in Seattle auf den Sieger der Partie zwischen den USA und Bosnien und Herzegowina treffen. Das Ergebnis verhinderte, dass Senegal seinen Afrika-Cup-Titel verteidigen konnte, der nach einem Einspruch aberkannt worden war. Die Partie wurde mit Belgiens 3:2-Sieg über Japan im Achtelfinale 2018 verglichen, dem letzten Mal, dass eine WM-Mannschaft einen Zwei-Tore-Rückstand aufholte.
- 24. Minute: Habib Diarra trifft für Senegal (1:0)
- 51. Minute: Ismaïla Sarr baut Senegals Führung aus (2:0)
- 86. Minute: Romelu Lukaku verkürzt für Belgien (1:2)
- 89. Minute: Youri Tielemans gleicht per Kopf aus (2:2)
- 125. Minute: Tielemans trifft per Elfmeter nach VAR-Überprüfung (3:2)
Belgiens Wiederbelebung setzte auch Europas Dominanz in den Europa-Afrika-Achtelfinalbegegnungen des Turniers fort. Zuvor hatte England die DR Kongo mit 2:1 besiegt, Norwegen die Elfenbeinküste knapp mit 2:1 bezwungen und Marokko die Niederlande im Elfmeterschießen ausgeschaltet. Die Schweiz trifft im verbleibenden Duell auf Algerien.


