Tragödie in Belgien: Schulbus an Bahnübergang von Zug erfasst – vier Tote, darunter zwei Jugendliche
Bei einer Kollision zwischen einem Zug und einem Schulbus an einem Bahnübergang in Buggenhout, Flandern, kamen am Morgen mindestens vier Menschen ums Leben, darunter zwei Jugendliche. Der Bus war für eine Schule für sonderpädagogische Förderung im Einsatz.
Der Zusammenstoß
Am Morgen des 26. Mai 2026 erfasste ein Personenzug einen Schul-Kleinbus an einem Bahnübergang in der flämischen Gemeinde Buggenhout. Der Bus beförderte sieben Schüler im Alter zwischen 12 und 15 Jahren sowie einen erwachsenen Betreuer und den Fahrer. Er war als Subunternehmer für De Lijn, den regionalen Nahverkehrsbetreiber, im Einsatz.
Ermittlungen laufen
Die belgische Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zur Unfallursache ein. Eine Sprecherin erklärte, erste Bilder zeigten, dass die Schranken vollständig geschlossen und das rote Warnsignal eingeschaltet gewesen seien, betonte aber, dass „weitere Untersuchungen nötig sind, um die genauen Umstände des Unfalls zu klären“. Der Staatsanwalt besuchte den Unfallort persönlich und gab bekannt, dass ein Gutachter für Verkehrsunfälle bestellt und Forensikteams eingesetzt wurden. Infrabel, der für das Schienennetz zuständige Betreiber, bestätigte, dass der Triebfahrzeugführer bereits vor dem Aufprall von 120 km/h auf etwa 90 km/h abgebremst und die Notbremse betätigt hatte, da der Zug sich einem nahe gelegenen Bahnhof näherte.
Die Bilder zeigen, dass die Schranken unten waren und die rote Lampe leuchtete.
Die Bundessprecherin der Polizei, An Berger, bestätigte, dass sich neun Personen im Kleinbus befanden und die Bahnpolizei erste Kontrollen durchgeführt habe.
Opfer und Schule
Zu den vier Todesopfern zählen zwei Jugendliche – im Alter von 12 und 15 Jahren –, der Fahrer und der Betreuer. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Die Schüler besuchten das Richtpunt Campus Buggenhout, eine sonderpädagogische Einrichtung für Kinder mit Verhaltens-, emotionalen und Autismus-Spektrum-Störungen. Der Schulberater Kurt Moens drückte tiefe Trauer und Solidarität aus:
Ich wünsche den Verletzten viel Kraft, und auch unseren Schülern und Lehrern viel Mut, Unterstützung und Nähe, für die es ein sehr harter Schlag ist.
Bürgermeister Geert Hermans bezeichnete die Bilanz als „besonders schwer“ und sagte, die Stadt sei „im Schockzustand“.
Reaktionen
Aus ganz Belgien und Europa gingen Beileidsbekundungen ein. Premierminister Bart De Wever sagte, er sei „zutiefst schockiert“ und seine Gedanken seien bei den Hinterbliebenen. Der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele nannte die Nachricht „furchtbar“. Außenminister Bernard Quintin wünschte den Verletzten Kraft. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, zollte bewegenden Tribut:
Der Schmerz und das Leid sind heute immens. Es ist unerträglich, sich den Schmerz vorzustellen, den die tragische Kollision... gebracht hat, an einem Morgen, der ein gewöhnlicher hätte sein sollen.... Europa trauert mit Ihnen.
Die Behörden gaben an, dass sie Zeugenaussagen sammeln und Videoaufnahmen der Bahnübergangskameras auswerten.

