
Kundgebung in Belfast lehnt Hass ab: Tausende marschieren nach ausländerfeindlichen Krawallen und Messerangriff
Tausende versammelten sich am Samstag vor dem Rathaus von Belfast, um die ausländerfeindlichen Krawalle zu verurteilen, die unionistische Gebiete erfassten, nachdem ein Sudanese wegen eines Messerangriffs angeklagt worden war, bei dem das Opfer ein Auge verlor.
Eine trotzige Versammlung
Tausende von Menschen füllten am Samstag den Platz vor dem Rathaus von Belfast, einberufen von der Vereinigung Unite Against Racism. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift „Belfast lehnt Rassismus ab“, „Bekämpfe Rassismus, baue Solidarität auf“ und „Hass ist die einzige Bedrohung für unsere Straßen“. Die Kundgebung war eine direkte Reaktion auf vier Tage der Gewalt, in denen maskierte Jugendliche Häuser ethnischer Minderheiten angriffen und mit der Polizei zusammenstießen.
Ich bin schockiert, wirklich schockiert. Die letzten Tage versetzen uns zurück in die dunklen Stunden der Troubles.
Die 63-jährige Demonstrantin bezog sich auf die jahrzehntelangen konfessionellen Konflikte zwischen republikanischen und unionistischen Gemeinschaften, die Nordirland bis 1998 geprägt hatten.
Wie die Gewalt eskalierte
Die Ereigniskette begann am Montag mit einem Messerangriff auf einen Mann in Belfast. Ein Video des Angriffs wurde am Dienstagabend weit verbreitet und löste Krawalle in überwiegend unionistischen Arbeitervierteln aus. Bis Mittwoch hatten sich die Unruhen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei ausgeweitet. Die Randalierer, oft junge Männer mit Masken, zielten auf Häuser ethnischer Minderheiten.
- Messerangriff auf Stephen Ogilvy in Belfast.
- Video des Angriffs kursiert; ausländerfeindliche Krawalle brechen in unionistischen Gebieten aus.
- Zusammenstöße mit der Polizei; Randalierer greifen Häuser ethnischer Minderheiten an. Tatverdächtiger Hadi Alodid wegen versuchten Mordes angeklagt.
- Tausende versammeln sich vor dem Rathaus von Belfast zu einer Anti-Rassismus-Kundgebung.
- Nächster Gerichtstermin für Hadi Alodid.
Opfer und Tatverdächtiger
Das Opfer des Messerangriffs, Stephen Ogilvy, verlor ein Auge. Seine Familie bat die Öffentlichkeit und die Medien um Respekt für ihre Privatsphäre und teilte am Mittwoch mit, dass er sich in einem stabilen Zustand befindet. Hadi Alodid, ein 30-jähriger Sudanese, wurde am Mittwoch wegen versuchten Mordes angeklagt und einem Richter vorgeführt. Er befindet sich in Untersuchungshaft bis zu seinem nächsten Gerichtstermin am 8. Juli.
Bürgermeisterin erhält Morddrohungen
Belfasts Bürgermeisterin Róis-Máire Donnelly wandte sich an die Menge und sagte, sie habe Morddrohungen erhalten.
Ihr seid das Belfast, das ich vertrete.
Der Stadtrat Seamas de Faoite von der nationalistischen SDLP sagte, er sei sowohl von dem Messerangriff als auch von der darauffolgenden Gewalt entsetzt und betonte, dass sie verurteilt und bekämpft werden müssten. Bei der Kundgebung gab es Applaus und Jubel, als ein Redner Stephen Ogilvy würdigte.
Echos vergangener Unruhen und soziale Medien
Nordirland erlebte im Sommer 2024 und erneut im Juni 2025 gewaltsame ausländerfeindliche Proteste, ähnlich wie in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs. Einige Demonstranten am Samstag wiesen auf die Rolle extrem wohlhabender Persönlichkeiten hin. In den letzten Tagen hatte Elon Musk Beiträge des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson auf X massiv verstärkt, wobei Robinson die Krawalle anheizte.

