Migration · Belfast
Ausschreitungen gegen Einwanderer in Belfast: Jahrzehnte nach dem Karfreitagsabkommen brechen alte Gräben wieder auf
Nachdem ein Sudanese wegen einer brutalen Messerattacke angeklagt wurde, zündeten maskierte Randalierer Autos an und griffen Minderheitenhäuser in unionistischen Vierteln Belfasts an – unter dem Vorwurf der Beteiligung loyalistischer Paramilitärs.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Figaro.fr, 20minutes, France 24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Montag kursierte ein Video einer brutalen Messerattacke; ein Sudanese wurde angeklagt, was am Dienstagabend zu anti-einwanderer Unruhen in unionistischen Gebieten Belfasts führte.
Maskierte Randalierer zündeten Autos an und griffen Häuser ethnischer Minderheiten an, insbesondere in den Gebieten Tiger’s Bay und Newtownards Road.
Anwohner und Politiker beschuldigten loyalistische Paramilitärs, Einfluss auf die jungen Randalierer auszuüben, obwohl die Gruppen behaupten, die Gewalt nicht orchestriert zu haben.
Jugendarbeitslosigkeit (NEET-Quote bei 11,6 Prozent) und Wohnungsmangel schüren laut Forschern die anti-einwanderer Stimmung.
Akademiker heben die anhaltende konfessionelle Segregation und gesellschaftliche Spaltung als Schlüsselfaktoren für die Unruhen hervor, drei Jahrzehnte nach dem Karfreitagsabkommen.
- 8.06.Ein grausames Video einer brutalen Messerattacke kursiert; ein Sudanese wird angeklagt.
- 9.06.Spät am Dienstag brechen anti-einwanderer Unruhen in unionistischen Arbeitervierteln aus.
- 13.06.Forscher und Anwohner bringen die Gewalt mit dem Erbe der Troubles und dem Einfluss von Paramilitärs in Verbindung.
Ein Funke in langanhaltenden Spannungen
Die Tage der anti-einwanderer Gewalt, die diese Woche in Belfast ausbrachen, haben schonungslos offengelegt, wie drei Jahrzehnte konfessioneller Konflikt, bekannt als die Troubles, das tägliche Leben in Nordirland noch immer prägen. Am Montag kursierte ein grausames Video, das eine brutale Messerattacke zeigt; ein sudanesischer Staatsbürger wurde daraufhin angeklagt. Am Dienstagabend brachen in überwiegend unionistischen Arbeitervierteln Unruhen aus, bei denen Agitatoren – viele von ihnen maskierte junge Männer – Autos und Häuser in Brand setzten und gezielt Häuser von ethnischen Minderheiten angriffen.
„Wir haben immer noch ein Erbe des Konflikts, des konfessionellen Konflikts hier.“
Geographie der Segregation
Die Gewalt ereignete sich größtenteils in sogenannten Interface-Gebieten, in denen Zäune und Schilder noch immer protestantische und katholische Viertel trennen. In Tiger’s Bay, einer unionistischen Hochburg, wurden vier Migrantenhäuser angegriffen, und einige Bewohner, die gegen die Unruhen waren, weigerten sich, mit Journalisten zu sprechen, aus Angst, identifiziert zu werden. An der Newtownards Road im Osten der Stadt waren nur noch ausgebrannte Autowracks und geschwärzte Mauern von den Ausschreitungen übrig.
Der lange Schatten der Paramilitärs
Im Nachhinein verwiesen Anwohner und pro-irische Politiker auf loyalistische paramilitärische Gruppen, die weiterhin Einfluss auf Jungen und junge Männer in protestantischen Gebieten haben. Seán Óg Ó Murchú, ein in Belfast ansässiger Autor und Republikaner, beschrieb diesen Einfluss als direktes Erbe der Troubles. Der Belfast Telegraph zitierte eine loyalistische Quelle, die sagte, die Gruppen hätten die Gewalt weder orchestriert noch ermutigt, sondern sich bewusst zurückgehalten und sich geweigert, einzugreifen, um sie zu stoppen.
„Es gibt einen Einfluss paramilitärischer Organisationen auf der unionistischen Seite. Sie sind sozusagen der Nachhall der Troubles.“
Eine soziale Krise hinter der Wut
Forscher führen die Unruhen auf tiefsitzende wirtschaftliche Missstände zurück. Viele in benachteiligten Gemeinden machen Einwanderer für den schlechten Zugang zu Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Bildung verantwortlich. Regierungszahlen vom letzten Monat zeigten, dass der Anteil der 16- bis 24-Jährigen in Nordirland, die weder arbeiten noch in Ausbildung oder Studium sind, 11,6 Prozent erreicht hat – ein Anstieg um 1,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal.
„Ich vermute, dass die meisten derjenigen, die an diesen Unruhen und gewalttätigen Protesten beteiligt sind, sich ausgegrenzt fühlen und keine Hoffnung haben.“
Echos der Vergangenheit
Für Wissenschaftler wie Joanne Hughes von der Queen’s University Belfast, die sich mit Bildung in gespaltenen Gesellschaften befasst, sind die Unruhen eine Erinnerung daran, dass das Karfreitagsabkommen von 1998 die kommunale Segregation nicht beseitigt hat. Sie stellt fest, dass ein hohes Maß an gesellschaftlicher Spaltung fortbesteht, insbesondere in den ärmsten Gebieten. Bis 1998 wurde die Region von Gewalt zwischen überwiegend katholischen Republikanern, die eine Wiedervereinigung mit Irland anstrebten, und protestantischen Unionisten, die den Verbleib der Provinz im Vereinigten Königreich verteidigten, zerrissen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Le Figaro.fr"Je condamne la violence mais je comprends la colère" : scandalisée par une tentative de meurtre, Belfast renoue avec les émeutes anti-immigration
- 20minutesÀ Belfast, des violences anti-immigrés dans une ville marquée par les divisions
- France 24En Irlande du Nord, des violences anti-immigrés dans une province marquée par les divisions
- France 24Belfast anti-immigration riots show legacy of sectarian unrest
- Joanne Hughes
- Forscherin an der Queen’s University Belfast, die sich mit Bildung in gespaltenen Gesellschaften befasst und sich zum Erbe der Troubles äußerte.
- Seán Óg Ó Murchú
- In Belfast ansässiger Autor und republikanischer Aktivist, der auf den Einfluss von Paramilitärs bei den Unruhen hinwies.
- Dominic Bryan
- Anthropologe, der zu Wahrnehmungen zitiert wurde, dass Migranten Einheimischen Wohnraum wegnehmen.
- Orte
- Belfast
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