KI-generiert·Mehr erfahren
© ANSA.it
Diplomatie·vor 3 Std.

Trumps Beleidigungs-Diplomatie: Von Papst Leo XIV. bis Meloni – ein Muster persönlicher Angriffe

US-Präsident Donald Trump hat wiederholt persönliche Beleidigungen gegen Staats- und Regierungschefs eingesetzt – von Papst Leo XIV. bis zu Italiens Giorgia Meloni –, was Allianzen belastet und scharfe Kritik hervorruft.

Der jüngste Zusammenstoß: Meloni beim G7-Gipfel

Die jüngste Episode in einem langen Muster ereignete sich nach dem G7-Gipfel in Évian. Trump sagte in einer italienischen Fernsehsendung, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni habe „mi ha implorato di fare una foto con lei... mi ha fatto pena“ (sie hat mich um ein Foto angefleht... sie tat mir leid).

Die Aussagen von Donald Trump sind völlig erfunden. Ich bin ehrlich gesagt fassungslos.

Diese Äußerung erinnerte an einen früheren Angriff vom 14. April, als Trump sagte, er sei „schockiert“ über Meloni, und hinzufügte: „Ich dachte, sie hätte Mut, ich habe mich geirrt.“ Diese Breitseite folgte auf Italiens Weigerung, die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Sigonella für US-Militäroperationen im Iran zu genehmigen.

Von Frankreich bis zum Vatikan

Die Liste der von Trumps Spitzen attackierten Führungspersönlichkeiten ist lang. Am 2. April verspottete er das Privatleben von Präsident Macron und behauptete, der französische Staatschef werde „von seiner Frau extrem schlecht behandelt“ und er erhole sich noch immer von einem Schlag auf den Kiefer. Zuvor hatte Trump gesagt: „Emmanuel liegt immer falsch.“

Ich will keinen Papst, der denkt, dass es in Ordnung ist, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt.

Am 13. April wandte sich Trump gegen Papst Leo XIV., nannte ihn „schwach in Sachen Kriminalität und miserabel in der Außenpolitik“ und beschuldigte ihn, gegenüber den iranischen Nuklearambitionen nachgiebig zu sein. Die Kritik des Vatikans am Krieg gegen den Iran hatte das Weiße Haus offenbar verunsichert.

Die britische und die deutsche Front

Großbritanniens Keir Starmer geriet ins Visier, nachdem er US-Stützpunkte für Angriffe auf den Iran verweigert hatte. Am 3. März erklärte Trump, der Premierminister sei „kein Winston Churchill“. Bis zum 6. April hatte er die Tonlage verschärft und sagte zu Reportern: „Wir wollen keinen zweiten Neville Chamberlain.“

Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz wurde als inkompetent in der Nahost-Politik abgetan. Auch Netanjahu wurde wegen Operationen im Libanon als „völlig verrückt“ bezeichnet, wobei Trump behauptete, nur ihre Freundschaft halte den israelischen Regierungschef aus dem Gefängnis.

Schlüsselmomente: Trumps Beleidigungen gegen Staats- und Regierungschefs (2026)
  1. Trump sagt Reportern, der britische Premierminister Starmer sei „kein Winston Churchill“, nachdem Großbritannien Stützpunkte für Iran-Angriffe verweigert hat.
  2. Trump bewertet den französischen Präsidenten Macron mit „8 von 10“ und fügt hinzu: „Es ist Frankreich, wir erwarten keine Perfektion.“
  3. Trump sagt erneut, Starmer „sei kein Winston Churchill“ in Bemerkungen gegenüber Journalisten.
  4. Trump scherzt, Macron erhole sich noch immer von einem Schlag auf den Kiefer, den ihm seine Frau Brigitte verpasst habe.
  5. Trump sagt bei einem privaten Abendessen, Brigitte behandle Macron „extrem schlecht“ und Macron „liege immer falsch“.
  6. Trump verschärft den Ton gegen Starmer: „Wir wollen keinen zweiten Neville Chamberlain.“
  7. Trump greift Papst Leo XIV. als „schwach in Sachen Kriminalität und miserabel in der Außenpolitik“ wegen seiner Haltung zum Iran an.
  8. Trump sagt, er sei „schockiert“ über Meloni: „Ich dachte, sie hätte Mut, ich habe mich geirrt.“
  9. Trump behauptet, Meloni habe ihn auf dem G7-Gipfel um ein Foto „angefleht“; Meloni nennt die Behauptung „völlig erfunden“.

Ein Muster persönlicher Angriffe

Die Beleidigungen sind keine isolierten Ausrutscher, sondern ein bewusstes Werkzeug. Von seinem Wahlkampf 2016 bis zu seiner zweiten Amtszeit hat Trump die traditionelle diplomatische Sprache durch Spitznamen, direkte Attacken und herabsetzende Bemerkungen ersetzt. Verbündete, die sich nicht fügen – sei es bei Verteidigungsausgaben oder beim Iran – werden zu Zielscheiben. Die Strategie, so Analysten, habe aus „America First“ das gemacht, was ein Kommentator „America Alone“ nannte.

Washington, D.C. · Rom · Vatikanstadt · Paris · Évian-les-Bains · London · Berlin · Jerusalem

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft