Diplomatie · Brüssel, Kyjiw und Chișinău
EU stimmt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau zu – Ungarn hebt Veto auf, erste Sitzung am Montag
Die Botschafter aller 27 EU-Staaten haben sich am Freitag darauf geeinigt, die erste Phase der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau zu eröffnen. Die Gespräche beginnen am Montag, nachdem die neue ungarische Regierung den Block ihres Vorgängers aufgehoben hat.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Irish Independent, ZEIT ONLINE, Reuters und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der neue Ministerpräsident Péter Magyar schloss ein Abkommen mit Kyjiw über die Rechte der ungarischen Minderheit und beendete damit eine Blockade, die die Beitrittsgespräche seit Dezember 2023 eingefroren hatte.
Alle 27 Mitgliedstaaten stimmten der Eröffnung des Clusters „Grundlagen“ zu, das Rechtsstaatlichkeit und demokratische Institutionen umfasst. Die formellen Gespräche beginnen am Montag in Luxemburg.
Beide Regierungen betrachten die Mitgliedschaft als Schutzschild gegen russische Aggression. Präsident Selenskyj bezeichnete die Eröffnung der Gespräche als politische und moralische Unterstützung.
Der ungarische Ministerpräsident erklärte, er werde ein Referendum über die ukrainische Mitgliedschaft abhalten, falls Kyjiw jemals alle 33 Kapitel abschließe, ein Prozess, den er auf 10–15 Jahre schätzt.
- Juni 2026Ungarn und die Ukraine schließen ein Abkommen über die Rechte der ungarischen Minderheit; Budapest hebt das Veto auf.
- 12.06.EU-Botschafter in Brüssel einigen sich auf die Eröffnung der ersten Verhandlungsphase.
- 16.06.Die Regierungskonferenz eröffnet das erste „Grundlagen“-Cluster in Luxemburg.
Ungarns Kehrtwende ebnet den Weg
Die EU-Botschafter in Brüssel einigten sich darauf, das erste „Grundlagen“-Cluster der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau zu eröffnen. Die Entscheidung beendet eine Blockade, die seit Dezember 2023 andauerte, als die EU-Staats- und Regierungschefs die Gespräche erstmals grünes Licht gaben. Ungarn, damals unter Viktor Orbán, war der einzige Bremser und blockierte jeden konkreten Fortschritt bei Kyjiws Beitrittsantrag.
Eine neue Regierung unter Ministerpräsident Péter Magyar trat im Mai ihr Amt an und schloss letzte Woche ein Abkommen mit Kyjiw über die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine, ein langjähriger Streitpunkt zwischen den Nachbarn. Mit dieser Vereinbarung hob Budapest sein Veto auf, sodass alle 27 Mitgliedstaaten ihre einstimmige Zustimmung geben konnten.
„Alle Mitgliedstaaten haben zugestimmt, das erste Cluster der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau zu eröffnen.“
Was die Gespräche umfassen
Der Beitrittsprozess gruppiert 33 Verhandlungskapitel in sechs thematische Cluster. Das erste, mit der Bezeichnung „Grundlagen“, umfasst grundlegende Werte: Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und starke demokratische Institutionen. Am Montag tritt in Luxemburg eine Regierungskonferenz zusammen, um den Prozess formell zu starten.
„Auf der ersten Regierungskonferenz am Montag werden wir das Cluster zu den Grundlagen eröffnen; das Rückgrat des Beitrittsprozesses.“
Das Verfahren ist von Natur aus langsam. Selbst nach Abschluss aller Kapitel benötigen die Beitrittskandidaten die einstimmige Zustimmung jedes EU-Mitgliedstaats und die Ratifizierung in jedem nationalen Parlament. Ungarns Magyar hat bereits klargestellt, dass er einen Schnellverfahrensweg für die Ukraine nicht unterstützt, und erklärte, Budapest werde ein Referendum über die ukrainische Mitgliedschaft abhalten, falls das Land alle 33 Kapitel innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre abschließt.
Reaktionen aus Kyjiw und Chișinău
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte auf Telegram den EU-Partnern für einen „starken Schritt für Europa“ und gratulierte dem benachbarten Moldau. Er bezeichnete die Eröffnung des ersten Clusters als politische und moralische Unterstützung für das Land und sein Volk.
„Die Ukraine tut, was nötig ist, und es ist wichtig, dass die EU ebenfalls ihr Wort hält.“
Die moldauische Präsidentin Maia Sandu sagte dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, dass ihr Land die erforderliche Arbeit geleistet habe und die Reformen weiter umsetzen werde. Sowohl Kyjiw als auch Chișinău betrachten die EU-Mitgliedschaft als Sicherheitsanker gegen die russische Aggression. Moskau hat lange Einfluss auf den postsowjetischen Raum beansprucht, hat jedoch nicht direkt gegen die EU-Erweiterung protestiert.
Breitere Signale aus Brüssel
Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichneten die Erweiterung als strategische Wahl in einer Welt wachsender Unsicherheit. In ihrer Erklärung wurde die Entscheidung als Anerkennung der Entschlossenheit, des Mutes und der harten Arbeit beider Länder bei der Umsetzung von Reformen gewürdigt, selbst unter immensen Herausforderungen.
„Die Erweiterung ist eine strategische Wahl. Eine größere Europäische Union liegt in unserem gemeinsamen Interesse.“
Am selben Tag gab der IWF bekannt, dass er nach einer Überprüfung seines Kreditprogramms in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar eine Einigung auf Mitarbeiterebene mit der Ukraine erzielt habe, was den Weg für eine Auszahlung von 690 Millionen Dollar freimacht, die noch der Zustimmung des Vorstands bedarf. Der IWF stellte fest, dass die Ukraine alle quantitativen Leistungskriterien bis Ende März erfüllt, zwei strukturelle Benchmarks jedoch verzögert und einen verfehlt habe.
Separat forderte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die EU-Partner letzten Monat auf, der Ukraine eine „assoziierte Mitgliedschaft“ anzubieten, um die Friedensgespräche wiederzubeleben. Auch Frankreich und die Niederlande haben Auswege ins Spiel gebracht, die die Ukraine ohne sofortige Vollmitgliedschaft näher an die Union heranführen würden, während die von den USA vermittelten Verhandlungen mit Moskau weiterhin ins Stocken geraten sind.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Irish IndependentEU agrees to advance Ukraine and Moldova's membership talks
- ZEIT ONLINEEuropäische Union: EU leitet Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau ein
- ReutersEU envoys agree to first phase of membership talks for Ukraine and Moldova
- Al Jazeera OnlineEU agrees launch of accession process for Ukraine and Moldova
- Volodymyr Zelenskiy
- Präsident der Ukraine, der der EU für die Vorantreibung der Beitrittsgespräche dankte.
- Maia Sandu
- Präsidentin Moldaus, die nach der EU-Entscheidung weitere Reformen zusagte.
- Antonio Costa
- Präsident des Europäischen Rates, gab gemeinsam mit von der Leyen eine Erklärung ab.
- Ursula von der Leyen
- Präsidentin der Europäischen Kommission, kündigte gemeinsam die Beitrittsgespräche an.
- Peter Magyar
- Neuer ungarischer Ministerpräsident, der ein Abkommen über Minderheitenrechte schloss und damit das ungarische Veto aufhob.
- Viktor Orban
- Ehemaliger ungarischer Ministerpräsident, dessen Regierung den EU-Beitritt der Ukraine blockierte.
- Friedrich Merz
- Deutscher Bundeskanzler, der letzten Monat eine assoziierte Mitgliedschaft für die Ukraine vorschlug.
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