Hausärztemangel in Niedersachsen könnte sich durch Sparpläne des Bundes weiter verschärfen
Eine neue Prognose deutet darauf hin, dass die Zahl der unterversorgten Regionen bei Hausärzten in Niedersachsen von zwei auf sechzehn bis 2040 steigen könnte, doch die geplanten Gesundheitsreformen des Bundes riskieren, Frühverrentungen zu beschleunigen und den Mangel zu verschlimmern.
Die Prognose
Eine neue, von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) in Auftrag gegebene Prognose zeichnet ein gemischtes Bild der hausärztlichen Versorgung bis 2040. Der Gesamtmangel könnte aufgrund der sinkenden Bevölkerung weniger schwerwiegend ausfallen als befürchtet, die Zahl der als unterversorgt eingestuften Planungsbereiche wird jedoch voraussichtlich von heute zwei (Sulingen und Munster) auf sechzehn springen. Die Studie wurde von Stephan L. Thomsen von der Universität Hannover geleitet.
Letztlich wird nicht die Zahl der Ärzte allein, sondern ihre Verteilung auf die Regionen entscheidend für die Versorgung sein.
Reformrisiken
KVN-Vizevorsitzender Thorsten Schmidt warnte, dass die geplanten Gesundheitsreformen der Bundesregierung zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge die vorsichtig optimistische Basis untergraben könnten. Falls sie umgesetzt werden, wäre es ab 2027 unmöglich, die ambulante Versorgung in ihrer jetzigen Form fortzuführen. Schmidt befürchtet, dass ältere Ärzte und Psychotherapeuten lieber frühzeitig in den Ruhestand gehen oder ausschließlich in die Privatpraxis wechseln, statt unter härteren Bedingungen zu arbeiten.
Statt unter schwierigeren Bedingungen weiterzuarbeiten, ziehen sie den Ruhestand vor.
Regionale Unterschiede
Die Auswirkungen wären in ländlichen und strukturschwachen Regionen am stärksten zu spüren, wo der Ärztemangel bereits jetzt schwerwiegend ist. Die KVN betonte, dass selbst bei einem nur moderaten Rückgang der Gesamtzahl der Ärzte eine ungleiche geografische Verteilung viele Gemeinden ohne angemessene Grundversorgung zurücklassen könnte. Die alternde Bevölkerung, die eine höhere Krankheitsanfälligkeit mit sich bringt, erhöht den Druck zusätzlich.
In Zahlen
Derzeit arbeiten rund 5.420 Hausärzte in Niedersachsen. Die KVN erwartet, dass diese Zahl bis 2040 auf etwa 4.870 sinken wird. Die beiden folgenden Grafiken veranschaulichen den prognostizierten Rückgang der Hausarztzahlen und den starken Anstieg der unterversorgten Planungsbereiche.
- 2026
- 5420 Anzahl
- 2040
- 4870 Anzahl
- 2026
- 2 Anzahl
- 2040
- 16 Anzahl


