
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 2.295 – Polizisten wegen Plünderungen festgenommen – Staatstrauer beginnt
Das Doppelerdbeben, das Venezuela am 24. Juni erschütterte, hat 2.295 Menschen getötet, rund 50.000 werden vermisst, und es wurde eine mehrtägige Staatstrauer ausgerufen. Vier Polizisten wurden festgenommen, weil sie im Katastrophengebiet plünderten.
Steigende Opferzahl
Die venezolanischen Behörden haben die offizielle Zahl der Opfer des Doppelerdbebens vom 24. Juni auf 2.295 Menschen aktualisiert, rund 50.000 werden weiterhin vermisst, wie aus am 1. Juli veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Das Beben traf die Hauptstadt Caracas und die benachbarte Hafenstadt La Guaira und richtete verheerende Schäden an Wohngebäuden und der Infrastruktur an. Rettungsteams haben begonnen, eingestürzte Gebäude mit einem großen „D“ zu markieren – dem internationalen Such- und Rettungscode für „Tote“ (deceased) – und geben damit die Hoffnung auf, weitere Überlebende unter den Trümmern zu finden.
Staatstrauer
Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez hat über ihren Telegram-Kanal eine siebentägige Staatstrauer angekündigt, die ab dem 1. Juli um 18:00 Uhr gilt.
Die Entscheidung unterstreicht die tiefgreifenden Auswirkungen einer Katastrophe, die Venezuela, wie sie sagte, „durch die menschlichen Verluste zerrissen“ habe.In Gedenken an die Opfer habe ich beschlossen, ab heute um 18:00 Uhr sieben Tage der Staatstrauer auszurufen.
Ablauf der Ereignisse
- Doppelerdbeben erschüttert Caracas und die Hafenstadt La Guaira
- Opferzahl auf 2.295 aktualisiert; vier Polizisten wegen Plünderungen festgenommen
- Staatstrauer von der amtierenden Präsidentin ausgerufen, tritt sofort in Kraft
Plünderungen und Festnahmen
Das Chaos nach den Erdbeben führte zu weit verbreiteten Diebstählen und Plünderungen. Vier Polizisten wurden auf Video dabei gefilmt, wie sie Wertsachen aus den Trümmern an sich nahmen. In sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigen Beamte, die eine kleine, zerdrückte Schachtel mit Dollars in den Händen halten, und in einem anderen Clip eine Frau, die Geldscheine zerreißt, die sie den Beamten abgenommen hat. Das Justizministerium bestätigte die Festnahmen, die sofortige Entlassung der Beamten und ihre Überstellung an die Justiz.
Ein später vom Ministerium veröffentlichtes Video zeigte einen Beamten, der seine Waffe und Uniform abgab.Eine Gruppe von Beamten, die ihre Pflichten missachteten und die Rettungs- und humanitären Hilfseinsätze ausnutzten, handelte unanständig, indem sie wertvolle Gegenstände aus den Trümmern an sich nahm.
US-Hilfe und Ölgeld
Die Naturkatastrophe hat auch die politischen Spannungen um die Rolle der USA neu entfacht. In sozialen Medien kursierende Nachrichten nach dem Beben wehrten sich gegen Aussagen, die Donald Trump zugeschrieben wurden, und stellten klar, dass „die Venezolaner nicht auf den Straßen tanzen“. Le Monde berichtet, dass Fragen zur Lieferung von US-Hilfe und zu den von den USA einbehaltenen Öleinnahmen aufgeworfen werden, obwohl konkrete Details rar sind.


