Polizeibeamter nach Stoß gegen 68-jährige pensionierte Lehrerin bei Bildungsstreik-Protest in Valencia untersucht
Die spanische Nationalpolizei hat ein Disziplinarverfahren gegen einen Beamten eingeleitet, der bei einem Protest in Valencia eine 68-jährige pensionierte Lehrerin gewaltsam zu Boden gestoßen hat, während ein unbefristeter Bildungsstreik in die vierte Woche geht.
Der Vorfall
Am Sonntag stieß ein Beamter der Nationalpolizei während einer Demonstration vor dem regionalen Bildungsministerium in Valencia eine 68-jährige pensionierte Lehrerin von hinten, sodass sie heftig zu Boden stürzte. Der Vorfall ereignete sich auf der Avenida Pío XII, einer wichtigen Verkehrsader der Stadt, als Demonstranten versuchten, den Verkehr zu blockieren. Videos des Stoßes, die zeigten, wie die Lehrerin ohne Vorwarnung gestoßen wurde, während sie sich friedlich verhielt, verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien und veranlassten Zeugen, „Vergonya“ (Schande) zu rufen. Die Frau erlitt eine Kinnverletzung, die genäht werden musste, und wurde in einem nahegelegenen Gesundheitszentrum medizinisch versorgt, bevor sie Anzeige erstattete.
Das Bild, das wir gerade gesehen haben, ist inakzeptabel. Wir werden das Geschehene erschöpfend untersuchen, um Verantwortlichkeiten festzustellen.
Offizielle Reaktion
Die Regierungsdelegierte Pilar Bernabé und der Unterdelegierte José Rodríguez Jurado trafen sich am Montagmorgen mit den streikenden Gewerkschaften – STEPV, UGT PV und CCOO PV. Die Nationalpolizei bestätigte die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den beteiligten Beamten. Bernabé bezeichnete das Ereignis als „völlig unverständlich“ und sagte, es trübe die ansonsten vorbildliche Polizeiarbeit während drei Wochen koordinierter Proteste. Sowohl die Delegierte als auch die Gewerkschaften verpflichteten sich, sicherzustellen, dass kein weiterer Vorfall die Ausübung des verfassungsmäßigen Rechts auf Demonstration beeinträchtigt.
Politische Folgen
Der Stoß löste eine Welle politischer Verurteilung aus. Der parlamentarische Sprecher von Compromís, Joan Baldoví, nannte ihn eine „brutale, unverhältnismäßige und absolut ungerechtfertigte Aggression“ und forderte Erklärungen vom Innenministerium. Die Compromís-Abgeordnete Àgueda Micó stellte eine parlamentarische Anfrage im Kongress. Auch der ERC-Abgeordnete Gabriel Rufián und die Podemos-Vorsitzende Ione Belarra kritisierten die Regierung, wobei Belarra die sofortige Entlassung des Beamten und den Rücktritt von Innenminister Fernando Grande-Marlaska forderte. Der ehemalige Podemos-Abgeordnete Pablo Echenique stellte die Notwendigkeit einer Untersuchung angesichts der eindeutigen Videoaufnahmen in Frage.
Ein völlig unangekündigter Angriff von hinten, absolut brutal und ungerechtfertigt.
Der weitere Streikkontext
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund eines unbefristeten Streiks der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen außerhalb des Universitätsbereichs, der am 11. Mai begann. Die Sonntagsdemonstration fiel mit einem Treffen im Bildungsministerium zwischen der Regionalregierung und den Gewerkschaften zusammen, das darauf abzielte, die Verhandlungen zu entblocken. Der Streik geht nun in die vierte Woche, Hunderte von Lehrern halten den Druck durch Demonstrationen, Sitzblockaden und Menschenketten um das Ministeriumsgebäude aufrecht.
- Unbefristeter Streik der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen außerhalb des Universitätsbereichs beginnt in Valencia.
- Hunderte von Lehrern protestieren vor dem Bildungsministerium während eines Verhandlungstreffens. Ein Polizeibeamter stößt eine 68-jährige pensionierte Lehrerin zu Boden.
- Regierungsdelegierte Pilar Bernabé bezeichnet den Vorfall als 'inakzeptabel' und kündigt eine erschöpfende Untersuchung an.
- Nationalpolizei leitet Disziplinarverfahren gegen den Beamten ein. Das Opfer erstattet Anzeige. Bernabé und Unterdelegierter José Rodríguez Jurado treffen sich mit den Gewerkschaften.


