
Französischer Polizeibeamter wegen rechtsextremen Terroranschlags mit 3D-gedruckten Waffen angeklagt
Ein 35-jähriger französischer Polizeibeamter in Yvelines befindet sich nach einer Anti-Terror-Ermittlung wegen mutmaßlicher Anschläge auf staatliche Einrichtungen mit Hilfe von 3D-gedruckten Waffen in Untersuchungshaft.
Festnahme und gerichtliche Untersuchung
Ermittler der Anti-Terror-Einheit Sous-direction antiterroriste (SDAT) nahmen den 35-jährigen französischen Polizeibeamten am Sonntag, dem 23. August 2026, beim Verlassen seines Arbeitsplatzes fest. Nach der gesetzlich vorgeschriebenen 96-stündigen Polizeigewahrsamsdauer leitete die Nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft (Parquet national antiterroriste) am 27. August 2026 ein formelles gerichtliches Ermittlungsverfahren ein. Ein Ermittlungsrichter setzte den Beamten unter formelle Untersuchung und ordnete seine Unterbringung in Untersuchungshaft in Paris an.
Dem Beamten werden die individuelle Vorbereitung einer terroristischen Handlung, die unbefugte Herstellung und der gewerbsmäßige Umgang mit Waffen und Munition der Kategorien A und B sowie Kriegsmaterial im Zusammenhang mit einem terroristischen Unternehmen sowie der unbefugte Besitz derselben Waffenkategorien vorgeworfen. Er muss sich zudem wegen direkter Aufforderung zu einer terroristischen Handlung über einen öffentlichen Online-Kommunikationsdienst verantworten. Justizkreise gaben am 17. September 2026 an, dass die laufenden Ermittlungen unter der Leitung des Ermittlungsrichters darauf abzielen, den genauen Umfang des kriminellen Komplotts zu klären und die vorgesehenen Ziele zu identifizieren, zu denen staatliche Einrichtungen und Sicherheitskräfte gehörten.
- Ermittler der SDAT nehmen den Beamten beim Verlassen seines Arbeitsplatzes fest
- PNAT leitet gerichtliche Untersuchung ein; Ermittlungsrichter ordnet Untersuchungshaft an
- Justizkreise bestätigen Anklage gegen den Beamten wegen Terrorismus- und Waffendelikten
Online-Hinweise und 3D-Waffenherstellung
Die Ermittlungen begannen im Sommer 2026, nachdem eine Meldung direkt bei einer örtlichen Polizeidienststelle eingegangen war. Ein rechtsextremer Aktivist wandte sich an die Beamten, nachdem er alarmierende Online-Nachrichten von einer Person erhalten hatte, die zu Sabotageakten aufrief und erklärte, die christliche Ordnung in Europa wiederherstellen zu wollen. Anti-Terror-Ermittler der SDAT übernahmen die Untersuchung, nachdem Identitätsüberprüfungen ergaben, dass das Konto einem aktiven Polizeibeamten gehörte.
In Internetforen und sozialen Medien veröffentlichte der Verdächtige Nachrichten, in denen er zur Gründung einer geheimen Truppe aufrief, die als Phantomarmee beschrieben wurde, und Angriffe auf den französischen Staat befürwortete. Er teilte zudem Informationen über die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Drucktechnologie. Bei der anschließenden Durchsuchung des Wohnhauses des Verdächtigen beschlagnahmten die Ermittler physische Komponenten und Teile, die für die Herstellung von Waffen und Drohnen mit einem 3D-Drucker bestimmt waren.
Beruflicher Werdegang und Hintergrund
Der 35-jährige Beamte war zum Zeitpunkt seiner Festnahme seit etwa zehn Jahren im französischen Polizeidienst tätig. Als Sohn eines ehemaligen Polizeikommandeurs aus Westfrankreich wurde er von einem Bekannten als effektiver, respektvoller und sehr diskreter Staatsdiener beschrieben, der bei seiner regulären Arbeit nicht auffiel.
Seine beruflichen Stationen begannen als Polizeibeamter im Département Hauts-de-Seine, bevor er zur Nachtbrigade in Versailles wechselte. Anschließend war er von 2022 bis 2024 in der Kriminalpolizei von Versailles tätig. Im Herbst 2024 übernahm er eine Stelle im Informations- und Kommandozentrum der Nationalpolizei im Département Yvelines, wo er eingesetzt blieb, bis ihn Anti-Terror-Ermittler am 23. August 2026 abfingen.
Anti-Terror-Kontext und Geheimdienstwarnungen
Seit 2017 haben die französischen Sicherheitsbehörden mehrere gewalttätige rechtsextreme Terrorpläne vereitelt. Der Fall in Yvelines fällt mit früheren öffentlichen Warnungen der Geheimdienstführung über das Eindringen rechtsextremer Radikalisierung in Polizei- und Streitkräfte zusammen.
In einem Interview mit Le Monde im Juli 2023 sprach der Generaldirektor des Inlandsgeheimdienstes, Nicolas Lerner, dieses Muster an.
ein besorgniserregendes Phänomen: die Präsenz von Mitgliedern oder ehemaligen Mitgliedern der Polizeikräfte, des Militärs unter den Ultra-Rechten...
Zwei Verteidiger des inhaftierten Polizeibeamten lehnten eine Stellungnahme ab, als sie am Abend des 17. September 2026 nach der öffentlichen Bekanntgabe des Falles kontaktiert wurden.


