
Polizist in Prato nach Schießerei in der Notaufnahme wegen versuchten Mordes unter Verdacht
Einem Justizvollzugsbeamten droht in Prato ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes, nachdem er einen gefesselten Häftling, der aus der Notaufnahme des Krankenhauses Santo Stefano zu fliehen versuchte, angeschossen hat.
Schießerei in der Notaufnahme und rechtliche Ermittlungen
Einem Justizvollzugsbeamten wird wegen versuchten Mordes ermittelt, nachdem er am Nachmittag des 16. August 2026 in der Notaufnahme des Krankenhauses Santo Stefano in Prato seine Dienstwaffe abgefeuert hatte. Der Beamte gab drei Schüsse während eines Fluchtversuchs eines 22-jährigen marokkanischen Staatsangehörigen ab und traf den Häftling mit einer Kugel am Bein. Die Staatsanwaltschaft teilte dem Beamten und seinem Anwaltsteam am Morgen des 17. August offiziell die Einleitung des Verfahrens mit und setzte eine Vernehmung an, um den genauen Ablauf der Schüsse zu klären und zu bewerten, ob der Einsatz tödlicher Gewalt unter den gegebenen Umständen gerechtfertigt war.
- Drei Verdächtige werfen Schmuggelware über die Mauern des Gefängnisses La Dogaia
- Verletzter Verdächtiger trifft in der Notaufnahme des Krankenhauses Santo Stefano ein
- Verdächtiger setzt Feuerlöscher ein; Polizist feuert drei Schüsse ab und trifft ihn am Bein
- Staatsanwaltschaft teilt Polizisten offiziell Ermittlungen wegen versuchten Mordes mit
Schmuggelaktion im Gefängnis
Der Krankenhausvorfall ging auf eine illegale Lieferaktion am nahegelegenen Gefängnis La Dogaia am selben Nachmittag zurück. Ermittler berichteten, dass drei Personen sich außerhalb der Umfassungsmauer versammelt hatten, um Schmuggelware in das Gelände zu werfen. Der 22-jährige Verdächtige, ein ehemaliger Häftling, der im Juni 2026 aus der Anstalt entlassen worden war, unternahm fünf Wurfversuche, von denen zwei die äußere Umfassungsmauer trafen. Die Polizei griff ein und nahm den Werfer, zwei Komplizen außerhalb sowie eine vierte Person fest, einen aktiven Häftling, der im Gefängnishof auf die Pakete wartete. Bei den Festnahmen beschlagnahmten die Beamten 600 Gramm Haschisch und zwei Mobiltelefone.
- Außerhalb der Umfassungsmauer
- 3 Personen
- Innerhalb der Gefängnisanlage
- 1 Personen
Chaos im Krankenhaus und forensische Erkenntnisse
Bei der ersten Verfolgung in der Nähe des Gefängnisses stürzte der 22-Jährige und erlitt leichte Verletzungen, woraufhin die Beamten ihn zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus Santo Stefano brachten. Während er auf einer Trage im Bereich zwischen der Krankenwagenzufahrt und dem Dekontaminationsraum nahe der Triage lag, stand der gefesselte Häftling plötzlich auf und ergriff einen Feuerlöscher. Er entleerte das chemische Mittel in der gesamten Notaufnahme, um Verwirrung zu stiften, und rannte dann zum Ausgang. Laut dem Pratoer Chefstaatsanwalt Luca Tescaroli zeichnete die Überwachungskamera den Ablauf auf, der ergab, dass der Häftling gefesselt war und sich in einem geschlossenen Raum ohne klaren Fluchtweg befand, als der Beamte drei Schüsse abfeuerte, darunter mindestens einen Warnschuss in eine Wand oder die Decke.
Die Schüsse lösten Panik bei Patienten und Personal aus, woraufhin die Krankenhausverwaltung die Notaufnahme vorübergehend schließen und eingehende Krankenwagen in nahegelegene Einrichtungen in Florenz und Pistoia umleiten ließ. Medizinisches Personal versorgte die Beinwunde des Häftlings sofort und bestätigte, dass die Verletzung nicht lebensbedrohlich war. Die Kriminalpolizei und die Carabinieri sperrten den Triagebereich ab, um ballistische Beweise zu sichern.
Politische Reaktionen und rechtliche Verteidigung
Die Schießerei löste sofortige Reaktionen von italienischen Regierungsvertretern und Verteidigern aus. Vizepremier Matteo Salvini stellte sich öffentlich hinter den Justizvollzugsbeamten.
Er hat seinen Job gemacht.
Auch der Unterstaatssekretär für Justiz, Alberto Balboni von den Fratelli d'Italia, bekundete Solidarität mit dem Beamten und forderte die Staatsanwaltschaft auf, die formelle Anklage auf ein geringeres Delikt herabzustufen. Der Verteidiger des Beamten, Vittorio Luigi Fucci, argumentierte derweil, dass aktuelle Gesetzesänderungen seinen Mandanten vor einer direkten strafrechtlichen Registrierung schützen sollten.
Angesichts einer offensichtlichen Rechtfertigung für das Verhalten des pflichtbewussten Justizvollzugsbeamten, meines Mandanten, sollte das neue Sicherheitsdekret angewendet werden, um Artikel 335 der Strafprozessordnung zu ändern und eine vorläufige Anmerkung im Modell 45 bis einzuführen, die eine automatische Registrierung des Beamten vermeidet, wenn eine Handlung im Dienst eine Rechtfertigung vermuten lässt.
Die Staatsanwaltschaft von Prato setzt ihre ballistischen Analysen und Zeugenbefragungen fort, um die genaue Entfernung und den zeitlichen Ablauf der Schüsse zu ermitteln.


