
BBC beginnt mit ‚schwierigen Entscheidungen‘: 550 Stellenstreichungen und Programmstreichungen im Rahmen eines 500-Millionen-Pfund-Sparprogramms
Intendant Matt Brittin hat eine erste Welle von Kostensenkungen eingeleitet, bei der langjährige Radio- und TV-Sendungen gestrichen werden – als Teil eines Plans, innerhalb von zwei bis drei Jahren bis zu 2.000 Stellen abzubauen.
Was gestrichen wird
BBC News gab am Mittwoch detaillierte Kürzungen als erste Phase eines konzernweiten Sparplans bekannt. Bis Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2027 werden rund 550 Stellen in den Bereichen Nachrichten, Nationen und Inhalte wegfallen. Die langjährige Radio-4-Sendung The World Tonight wird im September eingestellt. Die Sendung Today von Radio 4 wird von fünf festen Moderatoren auf vier reduziert, mit einem einzigen Moderator samstags. Die Sonntagssendung Breakfast auf BBC One wird ebenfalls eingestellt. Die Produktionsteams für Sunday with Laura Kuenssberg und Newsnight werden zusammengelegt. Bis 2027/28 gehen rund 100–150 Stunden selbst produzierter TV-Sendungen verloren, plus 350–400 Stunden Audio-Output.
Der amtierende BBC-News-CEO Jonathan Munro teilte den Mitarbeitern mit, dass die Einsparungen der Nachrichtenabteilung 25 Millionen Pfund betragen, weniger als die Hälfte des Ziels von 51 Millionen Pfund bis nächsten April. Eine Überprüfung der Rollen von Chefmoderatoren und On-Screen-Redakteuren bedeutet, dass prominente Gesichter ihre Jobs verlieren könnten. Der Nachrichtensender wird sich stärker international ausrichten und auf steigende Zuschauerzahlen außerhalb Großbritanniens setzen.
- BBC kündigt Plan an, bis zu 2.000 Stellen zu streichen und in drei Jahren 500 Mio. Pfund einzusparen
- Details der ersten Phase veröffentlicht: 550 Stellenstreichungen, Programmstreichungen und Einsparziel von 160 Mio. Pfund
- 550 Stellen sollen bis Ende des laufenden Geschäftsjahres abgebaut sein
- Gesamtzahl der Stellenverluste wird nach vollständiger Umsetzung voraussichtlich 1.800–2.000 erreichen
Finanzieller Druck
Matt Brittin, der letzten Monat von Google kam, sagte, die erste Phase solle rund 160 Millionen Pfund eines Gesamtsparziels von 500 Millionen Pfund einbringen. Die jährlichen Gesamtkosten des öffentlichen Auftrags der BBC beliefen sich im vergangenen Jahr auf über 4 Milliarden Pfund, die jährlichen Gesamtausgaben lagen bei rund 5 Milliarden Pfund. Die Einsparungen entsprechen etwa 10 % der Kosten.
Das Ausmaß der Einsparungen erfordert schwierige Entscheidungen, sorgfältige Arbeit und wird nicht auf einmal fertig sein.
Die BBC kämpft mit sinkenden Einnahmen aus der Rundfunkgebühr und der Abwanderung des Publikums zu On-Demand- und digitalen Plattformen. Laut Deadline zahlen nur noch etwa 80 % der Haushalte, die die BBC jeden Monat nutzen, die jährliche Gebühr von 180 Pfund. Der Sender verhandelt mit der Regierung über eine neue königliche Satzung.
Reaktionen von Gewerkschaften und Mitarbeitern
Die National Union of Journalists (NUJ) bezeichnete die Kürzungen als verheerend für Mitarbeiter und Publikum. Generalsekretärin Laura Davison sagte, die Verluste würden in der gesamten britischen Öffentlichkeit zu spüren sein, nicht nur innerhalb der BBC. Auch die Rundfunkgewerkschaft Bectu warnte vor den Auswirkungen, während Insider den Tag als „düster“ bezeichneten.
Diese Kürzungen sind verheerend, nicht nur für die BBC-Mitarbeiter, sondern auch für die britische Öffentlichkeit.
Ein Programm für freiwillige Abfindungen wird aufgelegt, um Zwangsentlassungen zu begrenzen. Brittin räumte ein, dass Kürzungen dieses Ausmaßes unweigerlich einige erzwungene Entlassungen bedeuten würden.
Führung und jüngste Turbulenzen
Der Umbau folgt auf eine turbulente Zeit für die BBC. Der frühere Intendant Tim Davie trat im November 2024 zurück, nachdem der Sender eine Dokumentation ausgestrahlt hatte, in der eine Rede von Donald Trump so bearbeitet wurde, dass er den Sturm auf das Kapitol angestiftet zu haben schien; die BBC entschuldigte sich. Deborah Turness, ehemalige CEO von BBC News, verließ den Sender vor acht Monaten aufgrund desselben Skandals, und es wurde noch kein dauerhafter Nachfolger gefunden. Brittin übernahm im Mai und versprach, das gesamte Portfolio der Fernseh- und Radiosender zu überprüfen, da das Publikum ins Internet abwandert.


