
Pippo Baudо Kinder boykottieren Rai-Studioeinweihung aus Protest gegen geplanten Verkauf des Teatro delle Vittorie
Tiziana und Alessandro Baudo blieben der Einweihung eines nach ihrem verstorbenen Vater benannten Rai-Studios am 1. Oktober fern und protestierten damit gegen die Entscheidung des Senders, das Teatro delle Vittorie in Rom stillzulegen und zu verkaufen.
Fernbleiben bei Saxa Rubra
Am 1. Oktober 2026 weihte der italienische öffentlich-rechtliche Sender Rai im Produktionszentrum Saxa Rubra in Rom das neue Studio Pippo Baudo ein. Das gewidmete Studio wurde errichtet, um Live-Fernsehprogramme zu beherbergen, beginnend mit der Premiere der Unterhaltungsshow Ballando con le stelle. Die Zeremonie fand ohne die Kinder des verstorbenen Fernsehmoderators, Tiziana Baudo und Alessandro Baudo, statt, die beide nicht teilnahmen. Der Vorstandsvorsitzende des Senders, Giampaolo Rossi, und Baudо langjähriger Mitarbeiter Dina Minna nahmen am Durchschneiden des Bandes teil, während Moderatorin Milly Carlucci die Abwesenheit der Familie bemerkte und andeutete, dass sie möglicherweise während der ersten Live-Sendung auftreten könnten.
Der Streit um das Teatro delle Vittorie
Die Entscheidung der Familie, der Zeremonie fernzubleiben, resultiert aus dem Plan von Rai, das Teatro delle Vittorie, einen zentralen Produktionsort in Rom, stillzulegen und zu verkaufen. Pippo Baudo, der 2025 verstarb, drehte viele seiner prägenden Unterhaltungsprogramme in dem Gebäude. Er hatte sich zuvor dafür eingesetzt, dass Rai das Theater kaufte, anstatt private Entwickler die Immobilie in einen Supermarkt umzuwandeln. Der Ort diente später als Stätte, an der sich die Öffentlichkeit und die Familie zu seinem letzten Abschied versammelten.
Tiziana Baudo erklärte die Entscheidung in einem Interview mit der italienischen Nachrichtenagentur ANSA und wies darauf hin, dass eine Studioeinweihung in Saxa Rubra den Verlust des physischen Ortes, der mit dem Lebenswerk ihres Vaters verbunden ist, nicht aufwiegen könne.
Ich habe an der Einweihung des Studios in Saxa Rubra aus einer präzisen und konsequenten Entscheidung nicht teilgenommen. Sicherlich nicht aus Vergesslichkeit, noch aus Mangel an Respekt. Ich halte es durchaus für pflichtgemäß, dass Rai beschlossen hat, meines Vaters zu gedenken. Aber ich glaube auch, dass Ehrungen dann Sinn ergeben, wenn sie mit der Geschichte übereinstimmen, die sie feiern sollen.
- Der Fernsehmoderator Pippo Baudo verstirbt; sein letzter Abschied findet im Teatro delle Vittorie statt
- Die Entertainer Renzo Arbore und Fiorello setzen sich öffentlich gegen den Plan von Rai ein, das Teatro delle Vittorie zu verkaufen
- Rai weiht das Studio Pippo Baudo in Saxa Rubra in Rom ohne die Kinder des Moderators ein
- Tiziana Baudo erklärt die Boykottentscheidung der Familie in einem Interview mit ANSA
Unternehmensumstrukturierung und Reaktion der Führungsetage
Während der Präsentation der Einrichtung in Saxa Rubra ging Rai-Chef Giampaolo Rossi auf den öffentlichen Streit um den Verkauf der Immobilie ein. Rossi bezeichnete den neuen Studiokomplex als modernen Ersatz für Altinfrastruktur, die der Sender für seine laufenden Sendetätigkeiten nicht mehr als kosteneffizient oder notwendig erachtet.
Ich nutze diese Gelegenheit, um auf vergangene Kontroversen rund um das Teatro delle Vittorie und seinen Verkauf einzugehen: Die Antwort auf die Veräußerung von Räumlichkeiten und Flächen, die für das Unternehmen nicht mehr als nützlich erachtet werden, ist genau diese Einrichtung.
Tiziana Baudo bestritt diese Begründung und stellte infrage, wie das Unternehmen das spezifische Theater, das ihr Vater bewahrt hatte, stilllegen könne, während es behaupte, dass ein neu errichtetes Studio eine gleichwertige Ehrung für seine berufliche Laufbahn darstelle.
Widerstand in der Branche und Reaktion der Regierung
Der Vorschlag, das Teatro delle Vittorie zu verkaufen, stieß im italienischen Fernsehen auf Widerstand. Langjährige Fernsehpersönlichkeiten wie Renzo Arbore und Fiorello sprachen sich öffentlich gegen den Verkauf des Veranstaltungsorts aus, in dem Produktionen mit Mina, Raffaella Carrà, Mike Bongiorno und Corrado gastierten. Fiorello nannte die mögliche Transaktion in seinen Sendungen ein Verbrechen gegen die italienische Unterhaltung. In seiner Radio-2-Sendung La Pennicanza teilte Fiorello eine Nachricht von Kulturminister Alessandro Giuli, der erklärte, die Regierung werde trotz Budgetbeschränkungen mögliche Maßnahmen zum Schutz des Standorts prüfen.

