
Bastoni verzichtet auf Vernehmung – Staatsanwaltschaft hört Maldini und Bonifazi im Mailänder Escort-Ermittlungsverfahren
Inter-Verteidiger Alessandro Bastoni wird nicht zur für Freitag, den 3. Juli, angesetzten Vernehmung erscheinen und macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, während die Ermittler im ausufernden Ma.De.-Sittlichkeitsverfahren in Mailand weiterhin Fußballer als Zeugen vernehmen.
Bastoni schweigt
Alessandro Bastoni, der Innenverteidiger von Inter und der italienischen Nationalmannschaft, hat die Mailänder Staatsanwaltschaft über seinen Anwalt formell davon in Kenntnis gesetzt, dass er nicht an der für Freitag, den 3. Juli, angesetzten Vernehmung teilnehmen wird. Er macht von seinem Aussageverweigerungsrecht in einem Fall Gebrauch, der sich seit Ende Juni aufbaut. Die am 30. Juni zugestellte Vorladung wurde von Verteidiger Salvatore Scuto als „aus heiterem Himmel“ kommend beschrieben, und er fügte hinzu, dass weder er noch sein Mandant zu diesem Zeitpunkt etwas von den Ermittlungen gewusst hätten.
Ich schließe kategorisch aus, dass Bastoni sexuelle Beziehungen bezahlt hat, schon gar nicht mit einer Minderjährigen.
Zeugen sagen aus
Heute haben in einer Kaserne der Finanzpolizei in Mailand die Staatsanwältin Rosaria Stagnaro und die stellvertretende Staatsanwältin Bruna Albertini Daniel Maldini und Kevin Bonifazi als Zeugen vernommen. Maldini, Mittelfeldspieler von Atalanta und von Lazio ausgeliehen, und Bonifazi, Verteidiger von Bologna, stehen nicht unter Verdacht. Für Freitag wird Arsenals Außenverteidiger Riccardo Calafiori als Zeuge erwartet. Alle drei Fußballer wurden im Zusammenhang mit Veranstaltungen vorgeladen, die von Ma.De. Luxury Concierge, einem Unternehmen aus Cinisello Balsamo, organisiert wurden, dem vorgeworfen wird, Prostitution gefördert und ausgebeutet zu haben.
Der Ma.De.-Fall
Die Ermittlungen richteten sich ursprünglich gegen die Inhaber und Betreiber der Agentur. Am 20. April setzte ein Mailänder Richter Deborah Ronchi (die Inhaberin), ihren Partner Emanuele Buttini sowie die PR-Mitarbeiter Alessio Salamone und Amilton Luan Fraga Luz unter Hausarrest. Ihnen wird kriminelle Vereinigung zur Förderung und Ausbeutung der Prostitution vorgeworfen, nun auch in der Variante mit Minderjährigen. Die Ermittler behaupten, Ma.De. habe „All-Inclusive“-Abende für wohlhabende Kunden, insbesondere Serie-A-Fußballer, in exklusiven Mailänder Lokalen und Fünf-Sterne-Hotels organisiert. Eine einzige Nacht konnte bis zu 12.000 Euro kosten und beinhaltete manchmal Lachgas, Privatköche und Zugang zu einem Katalog von Frauen, der über WhatsApp mit Instagram-Fotos präsentiert wurde.
- Bastoni trifft angeblich ein 17-jähriges Mädchen über Nacht bei sich zu Hause
- Ma.De.-Inhaber und PR-Mitarbeiter werden wegen Förderung der Prostitution unter Hausarrest gestellt
- Bastoni erhält Vorladung und wird formell als Verdächtiger wegen Prostitution mit Minderjährigen registriert
- Daniel Maldini und Kevin Bonifazi sagen als Zeugen in der Kaserne der Finanzpolizei aus
- Riccardo Calafiori soll als Zeuge vernommen werden; Bastoni erscheint nicht zu seiner geplanten Vernehmung
Die Nacht im Juli 2020
Bastoni wurde am 30. Juni wegen des Verdachts der Prostitution mit Minderjährigen in das Verdächtigenregister eingetragen. Die Anklage bezieht sich auf ein Treffen in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 2020 mit einem damals 17 Jahre und 8 Monate alten Mädchen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Treffen über Salamone arrangiert, der direkt per WhatsApp mit Bastoni kommunizierte. Mehr als 3.000 Nachrichten, die zwischen 2020 und 2026 ausgetauscht wurden, befinden sich in der Ermittlungsakte. Auszüge aus den Chats deuten darauf hin, dass Bastoni nach der Privatsphäre am Veranstaltungsort fragte und dass Salamone ihm mitteilte, dass eine Minderjährige interessiert sei. Anschließend erinnerte Salamone Bastoni daran, ein Taxi für das Mädchen nach Hause zu organisieren.
Dementi und nächste Schritte
Die Frau, heute 23, wurde als Zeugin vernommen. Sie gab zu, die Nacht in Bastonis Wohnung verbracht zu haben, bestritt jedoch jegliche sexuelle Beziehung, den Erhalt von Geld oder die Tätigkeit als Escort.
Ich bin keine Prostituierte, ich habe mich nicht prostituiert und ich habe kein Geld genommen.
Sie widersprach damit der Darstellung der Staatsanwaltschaft. Bastoni bestreitet ebenfalls alle Vorwürfe und hat sich vorerst entschieden, keine Aussage zu machen. Die Ermittlungen dauern an, die Staatsanwaltschaft stützt sich bei ihrem Fall auf WhatsApp-Aufzeichnungen und Aussagen von Personen aus dem Umfeld von Ma.De.


