
Barcelonas Delegierte genehmigen 510 Millionen Euro neue Schulden für Stadionarbeiten und Betriebsliquidität
Die Delegierten des Klubs ratifizierten 300 Millionen Euro für den Espai Barça und eine Anleihe über 210 Millionen Euro, wodurch die gesamten Finanzschulden auf 2,68 Milliarden Euro steigen, während der Vorstand den Palau Blaugrana von der Stadionfinanzierung abkoppelt.
Finanzierungsgenehmigung und Schuldenanstieg
Bei der außerordentlichen Generalversammlung am 19. September 2026 stimmten die Delegierten des FC Barcelona für zwei Finanzierungsvorschläge in Höhe von insgesamt 510 Millionen Euro. Die erste Maßnahme ermächtigt eine zusätzliche Kreditaufnahme von 300 Millionen Euro für das Stadionprojekt Espai Barça über eine Laufzeit von 30 Jahren zu einem ungefähren Festzins von 6 % und wurde mit 562 Stimmen dafür, 45 dagegen und 12 Enthaltungen angenommen. Die zweite Abstimmung gab eine Anleiheemission über 210 Millionen Euro frei, die durch zusätzliche audiovisuelle Rechte des Klubs über 10 Jahre abgesichert ist, um die laufende Liquidität zu sichern; sie wurde mit 486 Stimmen dafür, 55 dagegen und 28 Enthaltungen angenommen. Durch die beiden Genehmigungen steigt die gesamte Finanzverschuldung des Klubs auf 2.680 Millionen Euro. Zudem billigten die Delegierten den Betriebshaushalt für die Saison 2026–2027 mit prognostizierten Einnahmen von 1.195 Millionen Euro.
- Dafür
- 562 Stimmen
- Dagegen
- 45 Stimmen
- Enthaltung
- 12 Stimmen
Stadionfahrplan und Trennung vom Palau Blaugrana
Die neu genehmigten Mittel erweitern die verfügbare Finanzierung für den Espai Barça auf 1.800 Millionen Euro, die vollständig dem Spotify Camp Nou und der umliegenden Infrastruktur gewidmet sind. Der wirtschaftliche Vizepräsident Ferran Olivé und Präsident Joan Laporta bestätigten, dass der Bau der neuen Arena Palau Blaugrana aus dem Finanzierungspaket des Espai Barça herausgelöst wurde. Der Klub plant, einen externen Investor zu finden, der die gesamten Baukosten der Arena übernimmt, die bei Spielen 12.000 Zuschauern und bei anderen Unterhaltungsveranstaltungen bis zu 20.000 Zuschauern Platz bieten wird, im Austausch gegen die kommerziellen Nutzungsrechte über einen Zeitraum von 50 Jahren, während der Klub das Eigentum und die sportliche Nutzung behält. Die erweiterte Kapazität des Camp Nou wird von 62.000 auf 104.000 Zuschauer steigen, wobei interne Prognosen von jährlichen Einnahmen in Höhe von 1.450 Millionen Euro ausgehen, sobald das Stadion in der Saison 2028–2029 vollständig in Betrieb ist. Olivé stellte außerdem klar, dass die erste Mannschaft mindestens acht Monate lang nicht im Stadion spielen wird.
- Dafür
- 486 Stimmen
- Dagegen
- 55 Stimmen
- Enthaltung
- 28 Stimmen
Laporta äußert sich zu Finanzierung von Konkurrenzklubs
In seiner Eröffnungsrede vor der Versammlung verteidigte Joan Laporta das Führungsmodell des Klubs und stellte dessen finanzielle Situation den nationalen und europäischen Wettbewerbern gegenüber, wobei er auf kommunale Umwidmungen von Grundstücken verwies, die konkurrierenden Eigentümerstrukturen gewährt wurden.
Wir sind gezwungen, einen Schritt voraus zu sein gegenüber Rivalen, die Aktiengesellschaften oder Staatsklubs sind und denen bei Schwierigkeiten Grundstücke umgewidmet werden und die sich darüber keine Sorgen machen müssen.
Laporta erklärte, dass Barcelona im dritten Jahr in Folge einen positiven ordentlichen Finanzsaldo erzielt habe, mit Einnahmen von über 1.000 Millionen Euro in der Saison 2025–2026, obwohl die Heimspiele nicht im Camp Nou, sondern im Estadi Johan Cruyff und im Estadi Olímpic Lluís Companys ausgetragen wurden.
Kaderplanung und kommerzielle Vereinbarungen
Sportdirektor Deco informierte die Versammlung über die Planung des Kaders der ersten Mannschaft und bestätigte, dass Einigungen über Vertragsverlängerungen für Raphinha, Marc Bernal und Espart erzielt wurden. Die Versammlung ratifizierte außerdem mehrere kommerzielle Vereinbarungen, darunter Deals mit Immobilienunternehmen aus Dubai und Betreibern von Vergnügungsparks mit israelischen Beteiligungen, die mit geringeren Stimmenmehrheiten angenommen wurden als die Schuldenbeschlüsse. Der Vorstand deutete an, dass der Schuldendienst aus künftigen Stadioneinnahmen und dem kommerziellen Betrieb der vier umliegenden Einzelhandelseinrichtungen finanziert wird, nicht durch Sonderabgaben für die Vereinsmitglieder.


