
Sturm Bernadette trifft polnische Küste mit 120 km/h starken Winden, Evakuierungen und Pierschließung
Das Tiefdruckgebiet Bernadette sucht Nordpolen mit orkanartigen Winden heim, zwingt zu Evakuierungen und schließt den Pier von Danzig.
Sturm Bernadette trifft polnische Küste
Nordpolen steht unter dem Einfluss des Tiefdruckgebiets Bernadette, das am Mittwoch, den 8. Juli, orkanartige Winde an die Ostseeküste brachte. Das Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW) gab seine höchsten Warnungen der Stufe 3 für mehrere Küstenkreise heraus, mit Böen, die in der Danziger Bucht bis zu 120 km/h erreichen sollen. Am Morgen überschritten die Windgeschwindigkeiten bereits 100 km/h, und es wurde erwartet, dass der Sturm gegen Mittag seinen Höhepunkt erreicht.
Das ist eine Anomalie. Ich gebe zu, dass ich schon lange keine so tiefe Tiefdruckrinne mehr auf einer Juli-Karte gesehen habe.
Das Tief mit einem Kerndruck von 983 hPa nahe der Oblast Kaliningrad ist laut Synoptikern eher typisch für den Herbst als für den Hochsommer. Es hat weitreichende Störungen verursacht, von umgestürzten Bäumen und Stromleitungen bis hin zur Einstellung der Fährverbindungen zwischen Danzig und Schweden.
Evakuierungen und Schließungen
Am Dienstagabend wurden vorsorgliche Evakuierungen durchgeführt. Über 400 Pfadfinder wurden von Lagern in Krynica Morska und Mrzeżyno in örtliche Schulen und Kulturzentren gebracht. In Danzig wurde der Pier von Brzeźno bis auf Weiteres geschlossen.
Das Betretungsverbot für den Pier gilt bis auf Weiteres. Wir bitten Einwohner und Touristen, diese Einschränkung zu beachten.
Entlang des Strandes in Krynica Morska wurden Sandsackbarrieren errichtet, um Strandrestaurants vor Sturmfluten zu schützen – ein lokal als „Cofka“ bekanntes Phänomen, bei dem starker Wind Meerwasser in Flüsse zurückdrückt und die Wasserstände auf Alarmniveau steigen lässt. In Pommern allein rückten die Feuerwehren in der Nacht zu 50 Einsätzen aus, meist wegen umgestürzter Äste und Bäume.
Ungewöhnliches Juli-Wetter
Der Sturm folgt auf eine Hitzewelle, wobei die Temperaturen in Podlachien auf nur 12 °C und in den zentralen Regionen auf 18 °C gefallen sind. Der Kontrast ist eklatant, und die Behörden haben zur Vorsicht aufgerufen: Parks, Wälder und Friedhöfe sollten gemieden und lose Gegenstände gesichert werden. Die Warnungen gelten auch für das Binnenland mit Böen bis zu 85 km/h in der Woiwodschaft Podlachien und anderen östlichen Regionen, begleitet von Gewittern und Hagel.
- Danziger Bucht
- 120 km/h
- Westküste
- 85 km/h
- Nordostpolen
- 85 km/h
- Zentralpolen
- 60 km/h
- Andere Regionen
- 50 km/h
Besserung in Sicht
Der Wind soll am Mittwochnachmittag allmählich nachlassen, wobei Böen von 60–70 km/h bis Donnerstag anhalten können. Am Wochenende ist mit einer deutlichen Besserung zu rechnen, die Temperaturen steigen auf 26–30 °C. Längerfristige Vorhersagen deuten auf eine erneute Hitzewelle um den 18. Juli hin, mit Temperaturen, die in Westpolen möglicherweise 38 °C erreichen.
- Abend: Über 400 Pfadfinder evakuiert, Brzeźno-Pier geschlossen.
- Morgen: Windböen über 100 km/h, Höhepunkt bis zum frühen Nachmittag erwartet.
- Nachmittag: Wind beginnt nachzulassen; Fährverbindungen eingestellt.
- Böen noch bis zu 70 km/h, mit Regenschauern.
- Wochenende: Wetter bessert sich, Temperaturen steigen auf 26–30 °C.


