
Polen eröffnet Bahnlinie 22 nach tödlichem Lkw-Unfall in Sokolniki Suche wieder
PKP PLK hat nach den Aufgleisungsarbeiten der Waggons des tödlichen Unfalls vom Mittwoch den eingleisigen Verkehr in Sokolniki Suche wiederhergestellt, während die Regierung strengere Strafen an Bahnübergängen ausarbeitet.
Wiedereröffnung der Eisenbahnlinie 22
Der Eisenbahnbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe nahm den Verkehr auf der Linie 22 in Sokolniki Suche kurz nach 23:25 Uhr am Freitagabend wieder auf, nachdem die Aufgleisungsarbeiten nach dem tödlichen Unfall vom Mittwoch abgeschlossen waren. Przemysław Zieliński von der PKP-PLK-Pressestelle bestätigte, dass Techniker den letzten Personenwagen aufgegleist und die beschädigten Waggons zum Bahnhof Przysucha geschleppt haben. Die Strecke verbindet Radom mit der Woiwodschaft Łódź. Ab Samstagmorgen verkehren die Züge auf Gleis 1 in einem wechselnden Pendelverkehr, während Reparaturtrupps an der Wiederherstellung des beschädigten Gleises 2 arbeiten. Die Eisenbahnbehörden verhängten vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen entlang des geräumten Korridors und begrenzten die Zuggeschwindigkeiten auf 60 km/h auf der Strecke und 20 km/h direkt am Bahnübergang.
Unfallhergang und Opfer
Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 11:30 Uhr am Mittwoch, dem 9. September, in der Nähe der Nationalstraße DK 12 in der Woiwodschaft Masowien. Ein Lastwagen bog trotz aktivem rotem Warnlicht auf die Gleise und kollidierte mit dem PKP-Intercity-Zug „Koziołek“, der von Lublin Główny nach Stettin unterwegs war. Durch den Aufprall entgleisten die Elektrolokomotive und die ersten beiden Personenwagen. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich mindestens 114 Personen im Zug, darunter drei Zugbegleiter. Eine 39-jährige Fahrgast starb an ihren Verletzungen, der Lokführer wurde verletzt und acht Personen befanden sich noch am Freitag im Krankenhaus. Vize-Infrastrukturminister Piotr Malepszak beschrieb die kinetische Wucht des Aufpralls während einer offiziellen Unterrichtung.
Wir schätzen, dass die Geschwindigkeit bei etwa 40 km/h lag. Der Fahrer ignorierte die Signalisierung vollständig, erschien am Bahnübergang, und hier taten Physik und kinetische Energie ihre Wirkung. Ein mehrtonniges Fahrzeug, ein über 400 Tonnen schwerer Zug, und wir sehen die tragischen Folgen dieses Ereignisses: den Tod eines Fahrgasts.
Gewerkschaftsprotest und gerichtliche Ermittlungen
Nach dem Unfall organisierte die Gewerkschaft der Triebfahrzeugführer einen landesweiten Protest, der um Mitternacht am Donnerstag begann und am Freitag um 12:00 Uhr endete. Die teilnehmenden Lokführer reduzierten die Geschwindigkeit an Bahnübergängen in ganz Polen auf eine festgelegte sichere Schwelle von 20 km/h, um absichtlich Verzögerungen zu verursachen und nach einer Reihe von jüngsten Eisenbahnunfällen auf die Sicherheit an Bahnübergängen aufmerksam zu machen. Parallel dazu leitete die Bezirksstaatsanwaltschaft in Przysucha Ermittlungen wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Landverkehrskatastrophe ein. Nach polnischem Recht wird diese Straftat mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu acht Jahren geahndet. Malepszak erklärte, dass die Verschulden des LKW-Fahrers aus Sicht der Ermittler praktisch unbestreitbar sei.
- Ein Lkw ignoriert rote Signale und kollidiert mit dem PKP-Intercity-Zug Koziołek, drei Einheiten entgleisen
- Die Gewerkschaft der Triebfahrzeugführer beginnt einen 12-stündigen Protest, bei dem die Züge an Bahnübergängen auf 20 km/h verlangsamt werden
- Die Gewerkschaft beendet die landesweite Aktion zur Geschwindigkeitsreduzierung an Bahnübergängen aus Sicherheitsgründen
- PKP PLK schließt die Aufgleisungsarbeiten ab und nimmt Gleis 1 in Sokolniki Suche wieder in Betrieb
- Der Zugverkehr auf Gleis 1 wird im Pendelverkehr wieder aufgenommen, während die Reparaturen am beschädigten Gleis 2 fortgesetzt werden
Vorgeschlagene gesetzliche Strafen
Regierungsvertreter kündigten nach dem tödlichen Vorfall gesetzliche Überarbeitungen und Investitionen in die Sicherheit von Bahnübergängen an. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, dass die Behörden unverzüglich mit der dringenden Arbeit beginnen müssten, um die Strafen für Fahrer, die systematisch Signale an Bahnübergängen missachten, radikal zu verschärfen. Infrastrukturminister Dariusz Klimczak kündigte an, dass das Ministerium dem Ministerrat einen Gesetzesentwurf vorlegen werde, der einen dreimonatigen Führerscheinentzug für jeden Autofahrer vorsieht, der bei Rotlicht in einen Bahnübergang einfährt. Klimczak erklärte, dass die Gerichte verpflichtet sein werden, bei Handlungen, die zu Katastrophen und Todesfällen führen, Haftstrafen und mehrjährige Fahrverbote zu verhängen. Er erklärte außerdem, dass seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode bereits mehr als 800 Bahnübergänge des nationalen Schienennetzes mit zusätzlichen Schrankensystemen ausgestattet worden seien.
Unaufmerksamkeit, mangelnder gesunder Menschenverstand kann eine Landverkehrskatastrophe verursachen, kann den Tod von Menschen verursachen.


