Deutsche Bahn nach sieben Jahren wieder in der Gewinnzone: Rekord-Fahrgastzahlen dank Spritpreisen
Die deutsche Staatsbahn beförderte im ersten Halbjahr 2026 960 Millionen Fahrgäste, 17 Millionen mehr als ein Jahr zuvor, und erzielte laut Medienberichten vor der offiziellen Vorstellung einen Gewinn im Kerngeschäft in dreistelliger Millionenhöhe.
Gewinnwende
Das Kerngeschäft der Deutschen Bahn erzielte von Januar bis Juni 2026 einen Gewinn im dreistelligen Millionenbereich – zum ersten Mal seit sieben Jahren. Im gleichen Zeitraum 2025 hatte das Unternehmen noch einen Verlust von rund 760 Millionen Euro ausgewiesen. Das Gesamtjahr 2025 schloss mit einem Milliardenverlust ab. Die Zahlen wurden von Bild und Spiegel vor der offiziellen Halbjahrespräsentation von Vorstandschefin Evelyn Palla am 30. Juli gemeldet.
Fahrgastansturm
Die Bahn beförderte in der ersten Jahreshälfte rund 960 Millionen Fahrgäste, 17 Millionen mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit der Coronavirus-Pandemie. Das Unternehmen führte den Anstieg vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise zurück, die Pendler vom Auto auf die Schiene trieben – besonders im Nahverkehr. Auch die Nachfrage im Fernverkehr zog ab April spürbar an.
Spritpreise und Rabatt-Tickets
Der Fahrgastanstieg hing mit dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstieg der Benzinpreise zusammen. Während Treibstoff teurer wurde, hielt die Deutsche Bahn ihre Fahrpreise stabil. Neue Rabattangebote befeuerten die Nachfrage zusätzlich: Das Last-Minute-Ticket wurde von 600.000 Fahrgästen genutzt, das Familienticket von 200.000, und die kostenlose Jugend-BahnCard 25 wurde rund 50.000 Mal bestellt.
- Last-Minute-Ticket
- 600000 Fahrgäste
- Familienticket
- 200000 Fahrgäste
- Jugend-BahnCard 25
- 50000 Fahrgäste
Anhaltende betriebliche Probleme
Trotz der finanziellen Verbesserung blieb die Pünktlichkeit im Fernverkehr schwach. Im Juni waren nur 52,6 % der Züge pünktlich, was teilweise auf eine Hitzewelle zurückzuführen war. Die Infrastruktur des Unternehmens gilt weiterhin als marode, und Vorstandschefin Palla hat gewarnt, dass die Sanierung des Schienennetzes noch ein weiteres Jahrzehnt dauern könnte. Eine umfassende Restrukturierung mit Kostensenkungen und Stellenabbau läuft, ebenso wie ein spezielles Wende-Programm für den Fernverkehr.
Ausblick
Palla wird die Halbjahreszahlen voraussichtlich heute vorlegen und die Ergebnisse als vorsichtige Wende präsentieren. Das Unternehmen kämpft weiterhin mit den Folgen jahrelanger Unterfinanzierung, und der Gewinn kommt, so bemerkenswert er ist, unter dem Vorbehalt, dass das Kerngeschäft weiterhin unter Infrastrukturengpässen leidet.


