
Deutsche Bahn baut internationalen Verkehr und Sprinter-Verbindungen im Fahrplan 2027 aus
Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember bietet die Deutsche Bahn mehr als 320 internationale Verbindungen pro Tag. Tickets für den neuen Fahrplan gibt es ab Mittwoch, 14. Oktober.
Tickets und Preise
Tickets für den neuen Fahrplan sind ab Mittwoch, 14. Oktober erhältlich, und die Deutsche Bahn versichert, dass die Preise nicht steigen. Bahnchefin Evelyn Palla hatte im April angekündigt, dass Fernverkehrskunden bis Mai 2027 von Preiserhöhungen verschont bleiben. Michael Peterson, Vorstand für den Fernverkehr, stellte das Angebot in den Zusammenhang mit hohen Kraftstoffkosten.
In Zeiten teuren Kraftstoffs bleibt die Bahn eine gute und bezahlbare Alternative zu Auto und Flugzeug.
Das Unternehmen erklärte, der Fahrplan bleibe in den Regionen stabil, allerdings könnten einzelne Verbindungen entfallen, vor allem wegen Bauarbeiten. Die Pünktlichkeit bleibt eine Schwachstelle, und das Unternehmen verfehlt in diesem Bereich weiterhin seine eigenen Erwartungen.
- Tickets für den neuen Fahrplan gehen in den Verkauf
- Neuer Fahrplan tritt in Kraft, mit mehr internationalen Verbindungen und Sprinter-Zügen
- Tickets der niederländischen Bahn NS sollen bis Ende 2026 buchbar sein
- Frecciarossa von München über Verona nach Mailand und Rom soll starten
- Schutz vor Preiserhöhungen im Fernverkehr endet
Mehr internationale Züge
Ab dem 13. Dezember bietet die Deutsche Bahn mehr als 320 internationale Verbindungen pro Tag, darunter Verbindungen nach Frankreich, Italien und Österreich. Das sind 20 mehr als bisher. Nach Angaben des Unternehmens sind mehr als 200 Städte in 14 Ländern direkt aus Deutschland erreichbar. Auch der Ticketverkauf für Partnerbahnen wurde einfacher: Mehr als 10.000 europäische Ziele lassen sich bereits in der App DB Navigator buchen, darunter Tickets der Österreichischen Bundesbahnen, von Trenitalia und Eurostar. Tickets der niederländischen Bahn NS sollen bis Ende 2026 hinzukommen.
Ein neuer Frecciarossa soll von München über Verona nach Mailand und Rom ohne Umstieg fahren. Laut Unternehmen könnten Reisende damit bis zu eine Stunde Fahrzeit sparen. Der Start ist für den Sommer geplant, mit einer Fahrt pro Tag Richtung Italien: Abfahrt in München um 14.32 Uhr nach Rom (Ankunft 23.10 Uhr) und um 16.32 Uhr nach Mailand (Ankunft 23.05 Uhr), dazu eine morgendliche Rückfahrt aus Italien. Testfahrten in Deutschland haben bereits stattgefunden.
Am Wochenende kommt ein zweiter direkter TGV von München und Augsburg über Straßburg nach Paris hinzu, mit Abfahrt in München um 14.29 Uhr und in Augsburg um 15.17 Uhr. Bisher gibt es nur eine solche Direktverbindung pro Tag. Für die Rückfahrt nach Bayern steht künftig auch eine Morgenabfahrt in Paris um 7.42 Uhr zur Verfügung.
Sprinter und schnelle Verbindungen
Die Deutsche Bahn verspricht auf dem neuen Sprinter zwischen Hamburg und München eine Zeitersparnis von 20 Minuten; er verkehrt dreimal täglich in jede Richtung. Die Fahrt dauert 5.20 Stunden, und die Züge halten nur in Hannover und Nürnberg, sodass Lüneburg, Göttingen und Fulda nicht mehr als Zwischenhalte bedient werden. Der bestehende Sprinter zwischen Berlin und Stuttgart wird von einer auf drei tägliche Fahrten pro Richtung erhöht und dauert 4.45 Stunden. Dieses Angebot wurde erst vor einem Jahr eingeführt. Bundesweit sollen nach Unternehmensangaben ab Mitte Dezember etwa 70 Sprinter-Fahrten pro Tag auf den Hauptstrecken verkehren.
Ab Nürnberg verkehren ab dem 13. Dezember zwei zusätzliche ICE-Sprinter pro Tag nach Stuttgart und zwei nach Berlin. Die Fahrt nach Stuttgart dauert knapp zwei Stunden, die Nonstop-Fahrt nach Berlin zwei Stunden und 45 Minuten. Wegen geringer Nachfrage streicht das Unternehmen an den meisten Werktagen eine frühe und eine späte Intercity-Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg mit Halten in Ellwangen und Ansbach. Koblenz erhält einen zweiten direkten ICE nach Berlin mit Abfahrt um 9.42 Uhr.
- Vor dem Fahrplanwechsel
- 1 Fahrten
- Ab 13. Dezember 2026
- 3 Fahrten
Pünktlichkeit und Bauarbeiten
Die Deutsche Bahn präsentiert den neuen Fahrplan als starkes Angebot, räumt aber ein, dass ihre Pünktlichkeit weiterhin hinter den eigenen Ansprüchen zurückbleibt. Bauarbeiten bereiten Pendlern neue Probleme, und einige Verbindungen könnten ganz entfallen. Bayerische Reisende dürften am meisten von den schnelleren Verbindungen nach Hamburg, Berlin und in die italienischen Städte profitieren, während die Verbindungen nach Paris und Italien erst ab dem Sommer geplant sind.


