
Bär tötet Mann und verletzt Frau in Haus bei Ulaanbaatar; Mongolei erteilt Jagdgenehmigungen
Ein Bär ist am Mittwoch in ein Haus im Ulaanbaatarer Bezirk Bajanzürch eingedrungen, hat einen Mann in den 40ern getötet und eine Frau in den 50ern schwer verletzt, die die Nachbarn alarmierte.
Der Angriff in Bajanzürch
Am Mittwoch drang ein Bär in ein Haus im ländlichen Randgebiet des Bezirks Bajanzürch am Stadtrand von Ulaanbaatar ein und tötete einen Mann in den 40ern, der der Familie bei der Feldarbeit geholfen hatte. Die Berichte über den Zeitpunkt gehen auseinander: Einige verorten den Angriff am Mittwochabend, andere in der Nacht zum Donnerstag. Der Mann soll versucht haben, das Tier zu vertreiben, bevor er angegriffen und getötet wurde. Anschließend verletzte der Bär eine Frau in den 50ern – ein Medium nennt ihr Alter mit 55 –, die trotz schwerer Wunden an Kopf und Gesicht entkam und die Nachbarn alarmierte. Sie wurde operiert und liegt im Krankenhaus. Fanpage berichtet, sie sei außer Lebensgefahr, während die BBC ihren Zustand als ernst beschreibt. Ihre Angehörigen sagten, sie habe sehr viel Blut verloren; sie wurde für weitere Untersuchungen in das Nationale Zentrum für Neurologie verlegt, um abzuklären, ob eine weitere Operation nötig ist. Ein Team aus 35 Wildhütern suchte am Donnerstagabend noch immer nach dem Bären.
Zahl der Sichtungen steigt landesweit
Die mongolischen Behörden haben seit Januar 754 Bärensichtungen in 11 Provinzen und der Hauptstadt registriert. Bei über 80 % davon handelte es sich um Jungtiere oder um Weibchen, die von Jungtieren begleitet wurden. In Ulaanbaatar selbst wurden in diesem Jahr 24 Sichtungen bestätigt, verglichen mit zwei im Jahr 2018 und einer 2019, wie der Stadtbeamte Munkhbayar M gegenüber Reportern erklärte. In der nördlichen Provinz Selenge werden Bären für den Tod von mindestens 162 Nutztieren seit dem Frühling verantwortlich gemacht. Videos, die zeigen, wie Bären in Jurten eindringen und Nutztiere angreifen, kursieren in den vergangenen Wochen stark in den mongolischen sozialen Medien.
- 2018
- 2 Sichtungen
- 2019
- 1 Sichtungen
- 2026 bislang
- 24 Sichtungen
Hunger und die Reaktion der Behörden
Biologen in der Mongolei sagen, Hunger treibe die Bären offenbar in städtische Gebiete. Experten ergänzen, dass der Klimawandel und die Übernutzung natürlicher Ressourcen das Nahrungsangebot in der Taiga verringern, wo Pappeln, Beeren und Pinienkerne nicht mehr ausreichen. Anfang Oktober wurde ein in der Provinz Chentii erschossener Bär obduziert; sein Magen war leer. Im September verbot das Umweltministerium laut La Razón das Sammeln von Pinienkernen für den Rest des Jahres 2026, nachdem es einen Mangel an Nahrung für wildlebende Tiere und vermehrt in Siedlungen eindringende Bären festgestellt hatte. Die Notmaßnahmen bleiben bis zum Winterschlaf in Kraft. Dazu gehören rund um die Uhr arbeitende Teams, die Sichtungen registrieren, sowie Schnellreaktionsteams für Hochrisikogebiete. Die Anwohner wurden aufgefordert, keine Essensabfälle im Freien liegen zu lassen und Tierkadaver unverzüglich zu vergraben.
Genehmigungen und die Jagd
In acht Provinzen wurden Genehmigungen für die Bärenjagd erteilt, und die Behörden suchen Betäubungsgewehre, um die Wildhüter in ländlichen Gebieten zu unterstützen. La Razón nennt eine andere Zahl: Die Mongolei habe die Tötung von 27 Braunbären in sieben Provinzen und der Hauptstadt genehmigt, sechs davon seien bereits erschossen worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur Montsame. Demselben Bericht zufolge müssen Einsätze in besiedelten Gebieten unter Polizeiaufsicht erfolgen. Montsame riet Menschen, die einen Bären sehen, ruhig mit ihm zu sprechen und plötzliche Bewegungen zu vermeiden. Die Behörden haben die Anwohner gebeten, wachsam zu bleiben und jede Sichtung zu melden. Die Untersuchungen zu den Ursachen der zunehmenden Begegnungen dauern an.

