
PPC und AWS einigen sich auf 1,2 Milliarden Euro Rechenzentrum auf ehemaligem griechischen Kohlegelände
Die griechische Public Power Corporation und Amazon Web Services haben eine verbindliche Vereinbarung zum Bau eines 300-MW-Rechenzentrums in Kozani unterzeichnet, das auf bis zu 1 GW ausgebaut werden kann.
Vereinbarung und Standortentwicklung
Die Public Power Corporation (PPC) und Amazon Web Services (AWS) haben am 17. September 2026 eine verbindliche Absichtserklärung zum Bau eines Rechenzentrums in Agios Dimitrios unterzeichnet, das in der Regionaleinheit Kozani in Westmakedonien liegt. Die Initiative entwickelt ein Industriegebiet, das historisch der Stromerzeugung aus Braunkohle diente, zu einem Knotenpunkt für digitale Dienste, Cloud-Computing und künstliche Intelligenz um. Im Rahmen der vereinbarten Vereinbarung stellt PPC die Immobilien, bestehende Industriegebäude und die primären elektrischen Anschlussanlagen bereit. AWS wird sämtliche Computer- und Netzwerkinformationstechnologieausrüstung bereitstellen, installieren und betreiben. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird AWS das Gelände im Rahmen eines 15-jährigen gewerblichen Pachtvertrags nutzen und betreiben. PPC betrachtet das Projekt als zentralen Bestandteil seines Plans, das Braunkohlebecken von Westmakedonien in eine Zone für saubere Energie und Technologie zu verwandeln.
- Kapazität Phase 1
- 300 MW
- Maximal geplante Erweiterung
- 1000 MW
Gestaffelte Kapazität und Investitionsausgaben
Das Projekt ist in zwei separate Phasen strukturiert und beginnt mit einem Rechenzentrum mit einer Stromkapazität von 300 Megawatt. PPC und AWS halten Optionen, die Gesamtkapazität des Standorts auf 1 Gigawatt zu erweitern, abhängig von der Marktnachfrage, gegenseitigem Einvernehmen und weiteren endgültigen Verträgen. Die Investitionsausgaben für die anfängliche 300-Megawatt-Phase belaufen sich auf 1,2 Milliarden Euro. Ein vollständiger Ausbau auf das Maximum von 1 Gigawatt würde die Gesamtinvestition in die Anlage in Kozani auf 5,75 Milliarden Euro erhöhen. Die kommerzielle Umsetzung bleibt von üblichen Abschlussbedingungen abhängig, einschließlich des Abschlusses einer unternehmensbezogenen Due-Diligence-Prüfung, der Sicherung der erforderlichen Stromnetzanschlüsse und der Einholung von Verwaltungsgenehmigungen der zuständigen Aufsichtsbehörden.
- Erste Phase
- 1.2 Mrd. €
- Volle Erweiterung
- 5.75 Mrd. €
Erneuerbare Stromversorgung und Netzmanagement
Die Energieversorgung der Anlage wird durch langfristige bilaterale Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) geregelt, die vollständig auf erneuerbarem Strom basieren. Diese grüne Beschaffungsstruktur unterstützt direkt das Unternehmensziel von Amazon, bis 2040 in allen globalen Betrieben Netto-Null-Emissionen zu erreichen. PPC plant, das Zentrum hauptsächlich durch dedizierte lokale Erzeugungsanlagen zu versorgen, darunter neue Solarparks, Batteriespeichersysteme und Pumpspeicherkraftwerke in Westmakedonien. Die Entwicklung einer unabhängigen lokalen Versorgungsarchitektur soll Netzüberlastungen im nationalen Stromnetz verhindern und sicherstellen, dass große industrielle Nachfrage keinen Aufwärtsdruck auf die Endverbraucherstrompreise ausübt. Das Gelände von Agios Dimitrios bietet erschlossenes Industriegelände, bestehende Umwelt- und Industriegenehmigungen sowie etablierte regionale Netzkorridore.
Breitere Cloud-Partnerschaft und Unternehmenskontext
Zusätzlich zum physischen Rechenzentrum legt die Absichtserklärung den Rahmen für Gespräche über eine mehrjährige Partnerschaft fest, die Cloud-Computing- und künstliche-Intelligenz-Technologien umfasst. PPC plant, auf das technische Know-how von AWS zurückzugreifen, um seine eigene digitale Transformation zu unterstützen, während das Versorgungsunternehmen seine Einzelhandels- und Geschäftsaktivitäten ausweitet. Die bilateralen Verhandlungen zwischen PPC und AWS wurden nach mehreren Monaten Gespräche abgeschlossen, die zur formellen Ankündigung am 17. September 2026 führten. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund betrieblicher Herausforderungen für AWS an anderen Standorten, darunter physische Angriffe aus dem Iran auf Rechenzentren in arabischen Ländern, die Anfang des Jahres zu Datenverlusten führten.


