
Hessens älteste Autobahnkirche feiert 25 Jahre, während Deutschland den bundesweiten Autobahnkirchentag begeht
Die Autobahnkapelle an der Raststätte Medenbach-West an der A3 bei Wiesbaden zieht jährlich rund 20.000 Besucher an, die Ruhe suchen. Ihr silbernes Jubiläum fällt mit dem bundesweiten Tag der Autobahnkirchen am Sonntag, 28. Juni, zusammen.
Die Autobahnkapelle Medenbach-West, ein flacher Betonbau, etwas abseits des Parkplatzes an der A3 bei Wiesbaden gelegen, feiert in diesem Monat ihr 25-jähriges Bestehen. Der Meilenstein fällt mit dem bundesweiten Tag der Autobahnkirchen am Sonntag, 28. Juni 2026, zusammen, einer jährlichen Veranstaltung, die das Netzwerk der Gotteshäuser entlang der deutschen Autobahnen hervorhebt.
Eine stille Oase an der A3
Rund 20.000 Reisende – von Lkw-Fahrern über Urlauber bis hin zu Geschäftsleuten – machen jährlich an der Kapelle Halt, so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Der 81 Quadratmeter große Raum mit 24 Sitzplätzen und einem schrägen Farbglasdach bietet Erholung vom ständigen Rauschen der Autobahn Köln–Frankfurt. Die Kapelle ist rund um die Uhr geöffnet und besonders im Sommer beliebt, wenn ihr Inneres eine kühle Zuflucht bietet.
Die Einträge, die Besucher im Gebetsbuch hinterlassen, werden auch in unseren Fürbitten verwendet.
Wachsende Tradition der Autobahnkirchen
Die erste deutsche Autobahnkirche wurde 1958 in Adelsried in Bayern an der A8 geweiht. Seitdem ist das Netzwerk auf 44 Autobahnkapellen und Lkw-Kirchen im ganzen Land angewachsen, mehrere davon in Hessen. Die Kapelle Medenbach-West, die um 2001 eingeweiht wurde, war die erste des Bundeslandes. Andachten von etwa einer halben Stunde finden von März bis Dezember am dritten Mittwoch jedes Monats um 19 Uhr statt.
- Erste deutsche Autobahnkirche in Adelsried, Bayern, eingeweiht
- Hessens erste Autobahnkirche öffnet am Medenbach-West
- 25-jähriges Jubiläum; 44 Autobahnkirchen bundesweit; bundesweiter Tag der Autobahnkirchen
Kunst und Architektur in Beton und Glas
Das auffälligste Merkmal der Kapelle ist ihr schräges Glasdach, das teilweise in Blautönen gehalten ist und eine Auferstehungsszene darstellt. Entworfen wurde es von Johannes Schreiter, einem renommierten deutschen Glaskünstler, der Fenster für zahlreiche Kirchen im ganzen Land geschaffen hat. Der Betonbau und die Arkade verleihen dem Gebäude eine moderne Note, die einen Kontrast zur umgebenden Raststätte bildet.
Ein Ort zum Beten – und gelegentlichen Ärger
Während die Kapelle für viele ein Ort der Ruhe ist, lädt ihre rund um die Uhr zugängliche Tür auch gelegentlich zu Problemen ein.
Einmal hat ein Obdachloser darin geschlafen. Die Gebetsbücher jedoch erzählen eine tiefere Geschichte: Im Laufe der Jahre haben Besucher mehrere Dutzend Bände mit Wünschen, Sorgen und Beobachtungen gefüllt, die in die Fürbitten der Gemeinde einfließen.Es wurden keine Fenster eingeschlagen, aber Gesangbücher und Bibeln gestohlen.


