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Sicherheit·vor 3 Std.

Polizei-Wasserwerfer und 16 Festnahmen in zweiter Nacht rassistischer Ausschreitungen in Belfast

Zwölf Polizisten wurden verletzt und 16 Menschen festgenommen, als ein fremdenfeindlicher Mob von bis zu 300 Personen in der zweiten Gewaltnacht in Nordirland versuchte, ein Migrantenhotel zu erreichen, nachdem ein Messerangriff eines sudanesischen Asylbewerbers rechtsextreme Proteste ausgelöst hatte.

Auslöser der Gewalt

Ein Video eines Messerangriffs am Montagabend im Norden Belfasts verbreitete sich schnell online. Das Opfer, Stephen Ogilvie, wurde mehrfach erstochen und verlor sein linkes Auge; er befindet sich nun in stabilem Zustand. Der Verdächtige, ein 30-jähriger sudanesischer Asylbewerber namens Hadi Alodid, wurde festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt. Der Angriff diente als Auslöser für rechtsextreme Agitatoren, die Listen von Migrantenunterkünften verbreiteten und zu Protesten aufriefen.

Erste Nacht der Zerstörung

Am Dienstag, dem 9. Juni, setzten mehrere hundert Menschen in Belfast Fahrzeuge und Häuser in Brand, wobei sie gezielt ethnische Minderheiten und Ausländer angriffen. Bewohner mussten von Feuerwehr und Polizei gerettet werden. Der britische Minister für Nordirland, Hilary Benn, bezeichnete die Szenen als „rassistische Schlägerei“. Der Polizeichef Jon Boutcher nannte die Ausschreitungen „einen massiven Akt der Selbstzerstörung durch hirnlose Idioten“. 27 Menschen wurden obdachlos, nachdem Randalierer von Tür zu Tür gegangen waren und Ausländer ins Visier genommen hatten, so ein Minister.

Zweite Nacht und Polizeireaktion

Die Gewalt setzte sich am Mittwoch, dem 10. Juni, fort, diesmal konzentriert auf die Gebiete Newtownabbey und Glengormley nördlich von Belfast. Eine Menge von 200 bis 300 Menschen, viele maskiert, errichteten Barrikaden, setzten einen Lieferwagen und Mülltonnen in Brand und warfen Ziegelsteine, Flaschen und Molotowcocktails auf Polizisten. Die Polizei setzte erstmals einen Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen. Zwölf Beamte wurden verletzt und 16 Personen festgenommen. Eine Gruppe versuchte, ein als Asylbewerberunterkunft genutztes Hotel zu erreichen, wurde aber von Beamten blockiert. Anderswo blieben kleinere Versammlungen in Derry, Coleraine und am Stormont weitgehend friedlich.

Rechtsextreme Aufstachelung und offizielle Verurteilung

Die Ausschreitungen wurden durch Online-Kampagnen angeheizt. Die Familie des Opfers gab über die Polizei eine Erklärung ab:

Wir haben eine große Menge an Fehlinformationen in den sozialen Medien beobachtet. Wir möchten unmissverständlich klarstellen: Nachtzeitliche Unruhen sind nicht willkommen.

Family of Stephen Ogilvie
Der rechtsextreme Aktivist Tommy Robinson und Tesla-CEO Elon Musk riefen beide öffentlich zu Demonstrationen auf. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Gewalt als „völlig ungerechtfertigt“.

Ablauf der Ereignisse bei den Ausschreitungen in Nordirland
  1. Messerangriff: Stephen Ogilvie erstochen, verliert ein Auge; Verdächtiger Hadi Alodid festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt.
  2. Erste Nacht der Ausschreitungen: Hunderte wüten in Belfast, setzen Fahrzeuge und Häuser in Brand; ethnische Minderheiten angegriffen und von Polizei gerettet.
  3. Tagsüber: Schulen und Geschäfte schließen, öffentlicher Verkehr eingestellt, Polizeiverstärkung mobilisiert.
  4. Zweite Nacht: Wasserwerfer erstmals eingesetzt; Mob von bis zu 300 versucht, Migrantenhotel zu stürmen; 12 Beamte verletzt, 16 Festnahmen.
  5. Polizeiverstärkung aus anderen Regionen des Vereinigten Königreichs wird erwartet.

Auswirkungen auf die Gemeinschaft und nächste Schritte

Vor den Ausschreitungen am Mittwoch schlossen viele Schulen und Geschäfte in Belfast, und Bus- und Bahnverbindungen wurden eingestellt. Polizeiverstärkung aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wurde für Donnerstag erwartet. Die nordirische Regierung verurteilte die Gewalt und erklärte, sie habe Angst verbreitet und unschuldige Leben gefährdet. Minister riefen zur Ruhe auf und forderten die Menschen auf, sich nicht von Online-Stimmen in die Irre führen zu lassen.

Belfast · Newtownabbey

8 Quellen

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